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Stadt Wunstorf Tagestreff Wunstorf bleibt notwendige Einrichtung
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00:55 27.04.2018
Einer, der schon seit vielen Jahren zu Gast im Tagestreff ist: Joachim „Jojo“ Gottwald, unterhält sich mit Heike Gutsche im Aufenthaltsraum der Enrichtung. Quelle: Christiane Wortmann
Wunstorf

 Erst am Alten Markt, dann in der Barne, später an der Georgstraße, seit drei Jahren Teil des diakonisch-kirchlichen Zentrums an der Albert-Dürer-Straße: Der Tagestreff in Wunstorf hat bewegende Jahre hinter sich. Trotz einiger Umzüge und wiederkehrender finanzieller Probleme hat sich die Einrichtung etabliert. Im Mai 1988 in Betrieb genommen, gibt es die Anlaufstelle für obdachlose, wohnungslose und von Armut betroffene Menschen in diesem Jahr seit 30 Jahren. 

Angeboten wird den Tagestreff-Besuchern ein umfangreiches Angebot. Dazu gehört persönliche Hilfe und Unterstützung bei Behördengängen, Wohnungsuche oder die Bewältigung alltäglicher Dinge. „Der Tagestreff bleibt umumstritten nötig“, sagt Sozialarbeiter Manfred Ratzmann. „Viele kommen seit vielen Jahren und sind bei uns in der Warteschleife auf eine Wohnung oder einen Job. Manchmal bleiben sie mehrere Stunden, manchmal schauen sie nur auf Stippvisite vorbei. Oft sind es Menschen mit vielen Problemen, die sich nicht mehr integrieren lassen. Psychische Probleme nehmen zu“, sagt Ratzmann.

Wer keine Gespräche oder Beratung will, nutzt die anderen Angebote. Waschmaschine, Dusche und Küche stehen bereit, auch diverse Medien wie Fernseher, Tagezeitung und Internetzugang. „Wir bieten unseren Besuchern aber, wenn gewollt, auch nur Ruhe, Halt und Wärme an“, betont Ratzmann.

Bezahlbaren Wohnraum hätten Manfred Ratzmann und Kollegin Sabrina Köster gerne für ihre Klienten. „Für zwei Wohnungslose, die einen festen Wohnsitz suchten, haben wir etwas gefunden. Zwei bis drei weitere Wohnungen suchen wir aktuell“, sagt er. Die Suche in Wunstorf gestalte sich schwierig, viele Wohnungen seien durch den Flüchtlingszugug vergeben oder überteuert. „Wir würden uns freuen, wenn sich Wunstorfer, die eine Wohnung zu vermieten haben, beim Tagestreff melden. Wir stehen als Ansprechpartner und Vermittler zur Verfügung“, betont er. Mit der Bereitstellung von Notunterkünften ist Ratzmann dagegen zufrieden, auch die Zusammenarbeit mit dem Jobcenter, der Polizei und der Verwaltung funktioniere gut. „Wir erleben hier keine Vertreibungspolitik gegen Wohnungslose“, sagt Ratzmann.

Dem Tagestreff steht ein Förderkreis zur Seite. Mit dessen Hilfe haben Ratzmann und seine Mitarbeiter Anfang des Jahres ein wichtiges Projekt umgesetzt: Seit Januar gehört Krankenschwester Heike Gutsche zum Team und kümmert sich um die Befindlichkeiten der Besucher. Der Bedarf bestehe, weil die Wohnungslosen oft nicht selbst zum Arzt gingen. Einige sind nicht krankenversichert. „Die Menschen, die zu uns kommen, reden nicht gerne über ihre Beeinträchtigungen. Wichtig ist es darum, Kontakte zu knüpfen. Manchmal reicht es, einfach nur da zu sein“, sagt Heike Gutsche.

 Das 30-jährige Bestehen wollen die Haupt- und Ehrenamtlichen mit einem Themengottesdienst in St. Johannes unter dem Titel „Unbedacht, doch angesehen!“ feiern. Dazu laden sie alle Wunstorfer für Sonntag, 29. April, ins Gemeindezentrum ein. Beginn ist um 10 Uhr. Musikalisch begleiten die Singin’ Friends. Anschließend laden die Organisatoren zu Gesprächen bei Kaffee und Kuchen ein.

 

Von Christiane Wortmann

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