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Stadt Wunstorf Der Wohnungsbau boomt
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10:56 10.08.2018
Der Umbau der früheren Wassermühle Langhorst an der Westaue ist eines der auffälligsten Wohnungsbauprojekte. Quelle: Albert Tugendheim
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Wunstorf

Siegrid Wortmann ist sehr zufrieden mit ihrer neuen Eigentumswohnung in einem Neubau in der Kernstadt. Die 75-Jährige ist aus Garbsen nach Wunstorf gezogen. Ihr früheres Haus erschien ihr inzwischen zu groß, sie wollte näher bei ihren Kindern in Wunstorf sein. Vor einigen Wochen ist sie umgezogen und freut sich: Ihre Wohnung hat einen hohen Qualitätsstandard, ist altengerecht, Tiefgarage gibt es auch, der Kaufpreis ist toll, und der Bauherr hat viel Wert auf gehobene Ausstattung gelegt.

Die Seniorin ist nicht die einzige, die in Wunstorf ein neues Quartier bezieht. Der Wohnungsmarkt ist in Bewegung. Wer sich umsieht, bemerkt an vielen Orten der Stadt rege Bautätigkeit. Große auffällige Projekte sind im Stadium des Entstehens, andere sind noch in Planung und wieder andere sind in der Vorbereitung und öffentlich noch nicht bekannt. Zudem werden zahlreiche Lücken gefüllt mit kleineren Objekten: Hier ein Haus mit acht Wohnungen, dort eines mit sechs. In den nächsten fünf bis zehn Jahren werden mehr als 500 Wohneinheiten bezugsfertig, so schätzt es Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt ein.

Ist das alles nicht des Guten zu viel? Nein, so sind sich Eberhardt und der städtische Baudirektor Robert Lehmann völlig einig. Wunstorf sei nach wie vor im so genannten zweiten Speckgürtel (dazu zählen Kommunen, die nicht direkt an Hannover angrenzen) der Landeshauptstadt Hannover ein gefragter Standort. Der derzeitige Bauboom hat natürlich neben der gute Lage der Stadt weitere Gründe, die günstigen Bauzinsen erlauben vielen den Kauf einer Wohnung. Viele Anleger sehen in Immobilien derzeit die beste Geldanlage.

Baudirektor Lehmann sieht noch einen weiteren Grund: „Wir hatten viele Jahre keinen Geschosswohnungsbau.“ Daher gebe es Nachholbedarf und es scheine deswegen, dass gerade sehr viel an neuen Wohnungen entsteht.

Stadt sieht nicht nur Luxuswohnen

Wer durch die einschlägigen Seiten im Internet blättert, erhält bisweilen den Eindruck, als seien in der Auestadt zumeist sehr hochpreisige Wohnungen in Bau oder Planung. Auch diesem Eindruck widersprechen die Vertreter der Stadtverwaltung. Die ein oder andere Wohnung im Luxussegment gebe es natürlich, aber in aller Regel handele es sich um Wohngebäude, die zeitgemäß seien. Der Standard und die Anforderungen der Bewohner seien in den zurückliegenden Jahren gestiegen. Aufgrund gesetzlicher Anforderungen ist Bauen aber auch teurer geworden.

Was die Mischung auf dem Wohnungsmarkt angeht, ist Bürgermeister Eberhardt aber sehr zuversichtlich. Es gebe nicht nur teure Neubauten, sondern auf dem Mietwohnungsmarkt auch genügend preiswerte Wohnungen für nicht so gut betuchte Menschen. Das liege in allererster Linie am Wunstorfer Bauverein, der nach genossenschaftlichen Prinzipien arbeitet. Die Mitglieder besitzen Anteile an der Genossenschaft. Der Bauverein ist der größte Vermieter in Wunstorf, seine etwa 1500 Wohnungen machen 25 Prozent des Mietwohnungsbestandes aus. Somit passiere, sagt Eberhardt, nicht der Fehler, dass solcher Wohnraum an privat verkauft werde.

„Wir sind die gelebte Mietpreisbremse“, so formuliert es Bauvereinsvorstand Michael Nahrstedt. Mit einer Durchschnittsmiete von 5,24 Euro pro Quadratmeter liegt der Bauverein noch unter dem Mietspiegel für Wunstorf. Als Genossenschaft peilt der Bauverein nicht das maximal Erzielbare an Gewinn an.

Seit Jahren betätigt sich der Bauverein auch als Makler. Nahrstedt beurteilt die allgemeine Lage mit der Vielzahl der aktuellen Bauvorhaben im gesamten Stadtgebiet genauso wie die Vertreter der Stadtverwaltung. „Es ist nicht zu sehen, dass es zu einem Überhang an Wohnungen kommt“, sagte er.

Single-Wohnungen werden stärker gebraucht

Baudirektor Lehmann sagt, dass derzeit – in unterschiedlichen Stadien von Planung und Fertigstellung – etwa 210 Eigentumswohnungen und 70 Einfamilienhäuser den Wohnungsbestand der Auestadt mehren. Eines der auffälligen Projekte ist die Umwandlung der früheren Wassermühle Langhorst in Wohnungen. Auf dem Gelände der früheren Mühle sollen weitere Häuser entstehen, gut 70 Wohnungen insgesamt. Wo bis vor einigen Jahren Am Stadtgraben Esso-Tankstelle und Autohaus Sölter waren, soll bald mit dem Bau von 31 Wohnungen begonnen werden. 90 Wohnungen sind in der Barne geplant auf dem Brachgrundstück zwischen König-Ludwig-Straße und Plantagenweg. 15 dort, wo der Restaurationsbetrieb Pelz an der Haster Straße bis vor kurzem arbeitete.

Nicht eingerechnet bei den 210 Wohnungen ist das frühere Vion-Gelände in der Oststadt. Dort sollen nach bisherigem Stand etwa 250 Wohnungen Platz finden.

Gefragt sind in wachsendem Maße kleinere Wohnungen für Singles. Das hatte bereits vor zwei Jahren die Beratungsgesellschaft Analyse und Konzepte in ihrem Wohnraumversorgungskonzept für Wunstorf prognostiziert und das entspricht auch dem allgemeinen Trend. Eberhardt sagte dazu, dass auf dem Vion-Gelände auch Wohnungen für Ein-Personen-Haushalte geplant werden, ebenso in der Barne.

Es stehen in den nächsten Jahren also viele Umzüge an und machen vielleicht viele Bewohner so zufrieden wie Siegrid Wortmann in ihrer schicken, neuen Wohnung in der Kernstadt.

Studentenwohnheim in Wunstorf?

Wunstorf als Standort für ein Studentenwohnheim? Warum nicht. Den Namen der Auestadt hat kein geringerer als Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler ins Gespräch gebracht, als er beim Gründungsfest eines Wohnheimes in Hannover eine Rede hielt. Der Bedarf an Wohnheimplätzen in der Landeshauptstadt ist sehr groß und bei weitem nicht gedeckt. Wunstorf sei schließlich gut erreichbar, so zitiert die HAZ den Minister. Die gute Anbindung Wunstorfs an die Landeshauptstadt ist schließlich für viele Zuzügler ein gewichtiges Argument für die Wohnortentscheidung. Studentenwohnheime werden vom Land gefördert, im Haushalt 2017/2018 mit 11,5 Millionen Euro. Es sei allerdings, so der Minister, nicht verboten, dass private Investoren diesen Markt für sich entdecken.

Von Albert Tugendheim

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