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Stadt Wunstorf Depressionen aktivieren Wunstorfer
Aus der Region Region Hannover Stadt Wunstorf Depressionen aktivieren Wunstorfer
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17:13 26.10.2018
Die Wunstorfer Abtei im Stadtzentrum ist am Freitagmittag sehr gut besucht. Quelle: Marleen Gaida
Wunstorf

Nicht nur jeder Stuhl ist am Freitagmittag in der Wunstorfer Abtei besetzt, auch reihum an der Wand drängen sich die Besucher. Die Wunstorfer Psychiatrie hat zu einem Aktionstag zum Thema Depression eingeladen. Bereits der Infostand auf dem Wochenmarkt hatte zahlreiche Besucher angezogen.

Der Fachvortrag von Elke Prestin mit dem Titel „Wer bin ich dann noch?“ über das Leben mit Depressionen, lässt die Wunstorfer aufmerksam zuhören. Unter den Anwesenden befinden sich Bürger und Betroffene sowie deren Angehörige. Bei manchen Passagen bekommt die Referentin zustimmendes Klatschen und Nicken. Die Bielefelder Linguistin litt selber jahrelang unter der psychischen Störung und berichtet lebhaft über diese Zeit. Sie möchte mit Stigmata und Vorurteilen aufräumen und Mut machen: „Es ist wichtig einen persönlichen Lebenssinn zu finden. Etwas, wofür es sich aufzustehen lohnt.“ Phrasendreschereien über positives Denken hätten ihr dabei nicht geholfen. An psychiatrischen Einrichtungen kritisierte Prestin, dass die Therapiemaßnahmen sich vor allem an den Defiziten des jeweiligen Patienten orientieren würden, anstatt den Fokus auf die Ressourcen der Betroffenen zu richten.

Zur gleichen Zeit konnten die Bilder der Ausstellung „Von dunkel nach hell“ angeschaut werden, die in der Arbeit mit Patientin in der psychiatrischen Tagesklinik in Wunstorf entstanden sind. Bei dem anschließenden Bürgerforum diskutierten verschiedene Gäste miteinander. Kommissarin Wenzel von der Polizei aus Wunstorf erläuterte auf dem Podium das Thema aus ihrer Perspektive: „Wir kommen leider oft erst, wenn es zu spät ist.“ Ein trauriger Fakt, der von Doktor Thorsten Sueße, Leiter des sozialpsychiatrischen Diensts der Region Hannover, etwas abgemildert werden konnte. Der Facharzt erklärte, es gebe heutzutage nicht mehr depressive Erkrankungen. „Aber heute sind die Menschen eher bereit, sich in Behandlung zu geben.“

Von Marleen Gaida

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