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Stadt Wunstorf Wunstorf will vorerst keinen Gender-Stern
Aus der Region Region Hannover Stadt Wunstorf Wunstorf will vorerst keinen Gender-Stern
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00:19 03.02.2019
Umfrage in der Fußgängerzone Wunstorf: Lehramtsanwärterinnen Luisa Gründer (25) und Farina Küppers (26) finden eine geschlechterneutrale Anrede gut. Quelle: Marleen Gaida
Wunstorf

Am Donnerstag zieht ein eisiger Wind durch Wunstorfs Fußgängerzone. Genau so frostig ist auch die Reaktion mancher Bürger, auf die Frage nach der sogenannten geschlechtergerechten Sprache und dem Gender-Stern, die Hannovers Oberbürgermeister Schostok zum neuen Jahr für jeglichen Schriftverkehr der Verwaltung eingeführt hat. Damit sollen Frauen, Männer und Personen unbestimmten Geschlechts gleichermaßen angesprochen werden. Die Erneuerung beziehe sich laut der Stadt auf die „neue Gesetzgebung, nach der seit dem 1. Januar das dritte Geschlecht im Personenstandsregister geführt wird“. Nach dieser Empfehlung werden zum Beispiel aus LehrerInnen Lehrende und aus StudentInnen Studierende.

Vorerst kein Gender-Stern in Wunstorfs Verwaltung geplant

Bisher sieht man allerdings bei der Stadtverwaltung in Wunstorf noch keine Notwendigkeit zur Sprachmodernisierung. Wo es möglich ist, verwende die Stadtverwaltung in ihrer Korrespondenz schon jetzt einen neutralen Schreibstil. So heiße es beispielsweise „Vertretung der Sparkasse“, statt Vertreterinnen und Vertreter, erzählt Stadtsprecher Alexander Stockum. Damit solle die Lesbarkeit erhöht werden. Weitere Formulierungen könnten folgen. In der Fußgängerzone Wunstorfs, gibt es zu dem Thema, ob die Stadt Wunstorf in ihrer Kommunikation eine geschlechterneutrale Ansprache einführen sollte, geteilte Meinungen. Réné Jasper (48): „Ich finde, wenn es um die Gleichbehandlung von Geschlechtern geht, haben wir andere Probleme – wie die ungleiche Bezahlung. Das sollte man eher angehen, als Sprachkosmetik zu betreiben.“ Sozialpädagogik-Studentin Jana Pallemanns (20) kennt diese Regelung bereits von der Fachhochschule in Hildesheim. „Ich habe mir das noch nie zu Herzen genommen. Ich finde es nicht schlecht, wenn man es auch in Wunstorf ändern könnte. Aber ich würde dafür nicht demonstrieren gehen.“ Die beiden Lehramtsanwärterinnen Farina Küppers (26) und Luisa Gründer (25), die in Wunstorf ein Seminar besuchen, sehen die Dringlichkeit einer Änderung gegeben. Gründer: „Der Gender-Stern ist für die Menschen, die es betrifft, bestimmt wertvoll.“ Und ihre Studienkollegin Küppers ergänzt: „Ich kenne das von der Uni, wo es mich anfangs schon genervt hat, aber Sprache verändert sich und durch eine Änderung wird man für ein Ungleichgewicht sensibilisiert.“ Noch sei laut Stockum in der Wunstorfer Verwaltung von Feuerwehrmännern die Rede, obwohl mittlerweile auch hier zahlreiche Frauen zur Feuerwehr gehören, sagt Stockum. Und fügt an, dass der Begriff „Feuerwehrleute“ zukünftig auch denkbar sei. Ein Gender-Stern solle derzeit jedoch nicht eingeführt, die weibliche und männliche Form beibehalten werden, sagt er. „Unabhängig davon sensibilisiert die Diskussion uns als Stadt Wunstorf noch einmal, bei der Ausdrucksweise darauf zu achten, alle Geschlechter gleichermaßen anzusprechen oder eine neutrale Ausdrucksweise zu verwenden“, teilt der Stadtsprecher mit. Schon jetzt werde in Stellenausschreibungen zwischen männlich, weiblich und divers unterschieden. Wenn der Bürgermeister eine Rede hält, wird er aber auch künftig die Wunstorfer mit „Liebe Bürgerinnen und liebe Bürger“ ansprechen und nicht um „liebe Diverse“ ergänzen. „Ist dies wirklich die Form, mit der sie angesprochen werden möchten?“ Diese Frage müsste mit den Personen selbst geklärt werden. Gibt es eine Formulierung, dann sollte sie auch von allen Kommunen übernommen werden, findet Stockum. Die neue Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Sandra Werner, wollte sich auf Nachfrage nicht zu dem Thema äußern. Die 31-Jährige sei erst seit drei Wochen im Amt und müsse sich noch mit dem Bürgermeister über dieses Thema abstimmen.

Von Marleen Gaida und Rita Nandy

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