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Auf Tuchfühlung mit dem Dalai Lama

Steinhude Auf Tuchfühlung mit dem Dalai Lama

Er hat Hände geschüttelt, abgeklatscht, mit den jüngsten Schülern im Zelt seine Späße gemacht, einige sogar auf seinen Schoß geholt: Der rund einstündige Besuch Seiner Heiligkeit, des 14. Dalai Lama, im Schulzentrum Steinhude wird wohl nicht nur den rund 1000 Schülern unvergesslich bleiben.

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Der Dalai Lama bei seinem Besuch in Steinhude.

Quelle: jpw

Von Jan Peter Wiborg

Steinhude. Zwischendurch teilte sich der 78-jährige Friedensnobelpreisträger gelassen mit den siebenjährigen Kindern aus den ersten Reihen vor dem weißen Sofa die Mandeln, die sie von der Lehrerin als Nervennahrung bekommen hatten.
Auch wenn der Dalai Lama zwischendurch über Dinge sprach, die die Kleinsten nicht so interessierten – wie er selbst kichernd einräumte – suchte er immer wieder den freundlichen Blickkontakt, das Gespräch und die Berührung mit ihnen. Meist schon, während der Dolmetscher noch eifrig übersetzte.

Den Lehrern des Schulzentrums riet der Dalai Lama, „mit dem Herzen“ beim Unterricht dabei zu sein, sonst sei man „ein Roboter“. Den Schülern vermittelte er seine Botschaft von Mitgefühl und Toleranz. Den Schülern gehe es gut, wenn die Eltern gut mit ihnen umgehen: „Lernt ihr nicht besser, wenn Eure Eltern euch morgens anlächeln?“ Dem weltberühmten Mann erscholl ein vielstimmiges „Ja“ entgegen.

Mit seinem Bruder habe er sich in seiner Kindheit oft gekratzt, gestand der Dalai Lama auf eine Schüler-Frage. Konflikte, so folgerte er daraus, dürfe es geben, aber sie müssten gelöst werden. Auf die Frage, wie man diese denn lösen könne, antwortete er einer Schülerin mit einem Lachen: „Wenn man sieht, wie Du angezogen bist, bekommt man doch gleich gute Laune.“

In seiner Freizeit habe er früher noch gegärtnert und Uhren repariert, heute lese er viel und treibe seine Studien. „Ihr habt mich selbst an meine Kindheit erinnert“, bedankte sich der Dalai Lama, nachdem er einige Geschenke bekommen und weiße Tücher an die Verantwortlichen verteilt hatte. „Das sind sehr schöne Erinnerungen, danke.“

„Ihr seid die Generation des 21. Jahrhunderts“

Mit seiner Botschaft von Frieden und Toleranz, von „Stärke durch Mitgefühl und Solidarität“, hat sich der Dalai Lama an rund 4000 Menschen auf der Steinhuder Badeinsel gewandt. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter machte deutlich, dass Werte wie Nächstenliebe unabhängig von Religionen bestünden.

Der Mensch sei ein „soziales Wesen“, sagte er. „Auch wenn ich manchmal die Handlung nicht akzeptieren kann, muss das Mitgefühl bleiben.“ Aus mangelndem Selbstbewusstsein entstünde Distanz und daraus wiederum Konflikte. Der Dalai Lama wies auf den großen Gegensatz zwischen Arm und Reich auf der Erde hin und plädierte für eine globale Verantwortung.

Viel Hoffnung setzt der Friedensnobelpreisträger auf die junge Generation, die er während seines Aufenthaltes in Niedersachsen besonders angesprochen hatte: „Ihr seid die Generation des 21. Jahrhunderts“, nahm er eine Fragestellerin in den Blick: „Ihr seid gefordert, Visionen für ein friedliches Zusammenleben zu entwickeln.“

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