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Uetze Heimatverein will Blaues Haus kaufen und sanieren
Aus der Region Region Hannover Uetze Heimatverein will Blaues Haus kaufen und sanieren
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00:22 31.03.2018
Der Dollberger Heimatverein will das Blaue Haus von der Gemeinde übernehmen. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Dollbergen

 Der Heimatverein will die frühere Holzschule - im Dorf Blaues Haus genannt – von der Gemeinde übernehmen. Für einen Kauf hat der Vorstand die Rückendeckung der Mitgliederversammlung erhalten. „Allerdings zu Konditionen, die für uns erfüllbar sind“, sagt der Vorsitzende Henning Rase.

„Wir suchen dringend Räume“, berichtet Rase. Der Verein müsse seinen Raum im Schulgebäude aufgeben, wenn dieses umgebaut wird. Der Heimatverein wolle das Blaue Haus erwerben, weil eine seiner Aufgaben sei, sich für den Erhalt historischer Gebäude einzusetzen. „Wenn wir das Haus nicht retten, wird es vermutlich abgerissen“, befürchtet Rase.

Er wünscht sich, dass sich die Gemeinde mit einem symbolischen Kaufpreis zufrieden gibt.  Er erinnert daran, dass die Gemeinde das alte Spritzenhaus in Katensen 2010  für einen Euro an das Inep-Institut Oldenburg verkauft hat.

Laut Rase würde der Heimatverein das 1950 gebaute Gebäude sanieren. Um dafür Zuschüsse zu bekommen, müsse die frühere Holzschule in die Denkmalliste aufgenommen werden. „Da warten wir auf die Zustimmung der Gemeinde“, sagt der Vorsitzende. Als sich 2014 die Jury des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ in Dollbergen umgesehen habe, seien alle Kommissionsmitglieder der Meinung gewesen, dass die Holzschule aus der Nachkriegszeit denkmalwürdig sei. Der Denkmalpfleger der Region Hannover, Manfred Kohler, hat Rase bescheinigt, dass Gebäude eine „wirkliche Rarität“ darstellt. Nach Kenntnis des Heimatvereinsvorsitzenden hat es zwar auch  in anderen Orten solche  Behelfsschulen gegeben, aber diese seien fast alle abgerissen worden.

Die Fassade des Blauen Hauses ist sanierungsbeddürftig. Auf der Westseite fehlt bereits ein Teil der Holzverkleidung. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Sanierungsbedürftig ist vor allem die Fassade des Blauen Hauses. Die Holzverkleidung hat im Laufe der Zeit zum Teil stark unter der Witterung gelitten. „Die alten Doppelfenster müssen drin bleiben. Sie müssen überarbeitet werden“,  sagt Rase.  Für diese Instandsetzungen kann sich der Heimatverein berechtige Hoffnung auf eine Förderung durch die Regionalstiftung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz machen. „Wir würden auch die Sparkassenstiftung ansprechen“, kündigt der Vorsitzende an.

Nach seinen Worten ist auch eine Umgestaltung im Gebäude notwendig, um es sinnvoll nutzen zu können. Bisher gebe es zum Beispiel keine Toiletten im Erdgeschoss. Die seien wegen der Barrierefreiheit erforderlich. Über die Veränderungen im Gebäude hat Rase bereits mit der Regionalmanagerin der Region Aller-Fuhse-Aue, Gudrun Viehweg, gesprochen, um dafür Geld aus dem Leader-Förderprogramm der Europäischen Union zu bekommen. Sie wolle der Steuerungsgruppe der Leader-Region bei einer Bereisung im Sommer das Balue Haus zeigen.

Nach Auskunft des Gemeindesprechers ist offen, ob die Kommune der Aufnahme des Blauen Hauses in die Denkmalliste und einer Übertragung an den Heimatverein zustimmt: „Dazu gibt es noch keine endgültige Entscheidung.“ 

In der Nachkriegszeit steigt die Schülerzahl an

Die damalige selbstständige Gemeinde Dollbergen hat die Holzschule 1954 errichten lassen. Der Grund: Wegen des Zuzugs von Flüchtlingsfamilien war die Schülerzahl im Dorf stark gestiegen. Der Platz in den beiden Klassenräumen der alten Dorfschule an der Fuhsestraße reichte nicht mehr aus.

Im Kriegsjahr 1940 hatten 125 Jungen und Mädchen diese Schule besucht. „Fünf Jahre später waren es 231 geworden, darunter 72 Kinder von Heimatvertriebenen“, schreibt Gustav Hennigs in der Dorfchronik. „Die beiden vorhandenen beiden Klassenräume genügten, abgesehen von der Überbelegung, auch sonst in keiner Weise den zu stellenden Ansprüchen“, führt Hennigs fort. Nachdem die SPD mit ihrem Antrag auf einen Neubau an der heutigen Wilhelm-Busch-Straße gescheitert war, suchte der Rat Zwischenlösung gesucht und  fand diese im Bau der Holzschule an der Alten Dorfstraße. In diese zogen am 29. April 1950 die ersten Schüler ein. Wegen der damaligen Wohnungsnot war das Dachgeschoss zu einer Lehrerwohnung ausgebaut worden.

Die Gemeinde Dollbergen errichtete die heutige Löwenzahnschule 1954/55 an der Ackersbergstraße. 1963/64 erweiterte sie dieses Gebäude um einen zweigeschossigen Klassentrakt.

Die Holzschule diente später viele Jahre als Jugendheim. Zuletzt hatte die Gemeinde den Bau aus der Nachkriegszeit als Notunterkunft für Flüchtlinge genutzt. fs

 

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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