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Uetze Annabelle und das Gardemaß beim Roden
Aus der Region Region Hannover Uetze Annabelle und das Gardemaß beim Roden
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00:15 01.06.2017
Von Antje Bismark
Auf dem Kartoffelroder von Bernd Gellermann arbeiten zurzeit Familienangehörige, zwei Angestellte und zwei Erntehelfer. Quelle: Gellermann
Dedenhausen

Die Einladung von Landwirt Bernd Gellermann und seiner Familie aus Dedenhausen steht: Kartoffeln gibt es nicht nur auf dem Wochenmarkt und in den Regalen des Einzelhandels, sondern zuerst einmal auf dem Feld. Knapp 100 Hektar bewirtschaftet Gellermann mit Annabelle & Co in dieser Saison, und nach einem wetterbedingten Fehlstart wachsen die Erdäpfel nun so, wie es sich der Landwirt wünscht. Das spricht sich herum, und so hat Gellermann an diesem Morgen drei Bestellungen bekommen, eine davon vom Hamburger Großmarkt.

Das führt dazu, dass er neben seiner Familie, den beiden Angestellten und den beiden polnischen Erntehelfern auch mich mobilisiert. Keine Stunde nach den Bestellungen rollt der Roder auf das sieben Hektar große Feld am Ortsrand nach Eddesse. Meine Mitstreiter sortieren seit Jahren als Team die dicken, kleinen und normalen Kartoffeln - gut ausgerüstet mit Handschuhen. Die Einweisung ist kurz, aber nachhaltig: Kartoffeln bis 32 Millimeter sind Drillinge und werden in einen Extra-Korb geworfen. Große Knollen hingegen landen später mit einem Alufolienmantel auf den Tellern der Gäste in Steakhäusern und bekommen auch eine Sonderbehandlung, während jene mit Normalmaß vom Förderband direkt in den Kartoffelsack rollen. Genau 300 Säcke füllen wir an diesem Vormittag ab, 25 Kilogramm ein jeder schwer.

Die Einweisung ist kurz, hat es aber in sich: Mutterknollen haben in keinem Sack etwas zu suchen, ebenso wenig wie Steine, Erdbrocken oder eine Zuckerrübe aus dem Vorjahr. "Die Kunden erwarten Qualität", sagt Gellermann, und ich sehe die Hamburger Hausfrau vor mir, die eine dunkle Kartoffel - eine Mutterknolle - hochhält und die Nase rümpft. Zum Glück stehe ich rechts außen, neben mir stehen Gellermann und ein Mitarbeiter, die meine Versäumnisse noch schnell beseitigen. Und dann passiert es: Ich werfe einen Kluten - einen Erdbrocken - in die Kiste mit den Drillingen. Die nächste Hamburger Köchin, die an mir verzweifelt? "Nein", beruhigt mich der Landwirt, "wir sortieren die Drillinge noch einmal neu."

Denn am Ende einer jeden Furche werden die kleinen Annabelles, die vorher schon durch den Rost gefallen sind, noch einmal aufs Förderband gelegt, per Hand verlesen und dann separat abgefüllt. Ich hoffe nur, dass die Hamburger das beim Mahl mit Spargel oder Fisch auch genügend zu würdigen wissen.

Nach vier Stunden ist an diesem Tag erst einmal Feierabend, für den nächsten Morgen erwartet Gellermann weitere Bestellungen. "Die Saison beginnt erst richtig und damit der Zeitdruck", sagt der Dedenhäuser, der auch selbst auf die Kartoffel schwört: "Bei uns gibt es an sechs von sieben Tagen in der Woche ein Kartoffelgericht." Das wünsche er sich auch von den Kunden: "Sie sollten der deutschen Kartoffel die Treue halten." Schließlich forderten immer mehr Menschen regionale Lebensmittel, und das gelinge mit dem Anbau und der Vermarktung.

Wem das nicht reicht, der kann sich bei bestimmten Handelsketten auch das Pflanzen, Wachsen und Ernten anschauen: "Wir dokumentieren das sehr genau für Premiummarken", sagt Gellermann. Das sei sehr viel zusätzliche Arbeit, aber nur, wer sich an die Spielregeln halte, bekomme eben auch diese Aufträge.

Die aktuelle Bestellung steht am Ende auf einem Anhänger bereit, der noch am Abend nach Hamburg fährt, damit die Annabelles in Normalgröße am nächsten Morgen verkauft werden können. Und ich hoffe, dass alle am Ende aufgegessen werden. Denn bei all dieser Handarbeit - mit oder ohne Handschuhe - steht einmal mehr die Frage, ob Lebensmittel vielleicht zu wenig gewürdigt werden. Meine Beziehung zu Annabelle, Cilena und Linda hat sich mit dieser Tour noch einmal verändert.

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