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Uetze Beutezug mündet in Goldbarren-Fund
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00:22 09.06.2018
Das Amtsgericht Burgdorf hat jetzt drei Wohnungseinbrüche aus dem Jahr 2011 geahndet. Quelle: Dege
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Eltze/Burgdorf

Späte Gerechtigkeit: Das Schöffengericht am Amtsgericht Burgdorf hat am Mittwochvormittag drei mittlerweile schon sieben Jahre zurückliegende Wohnungseinbrüche geahndet. Weil einer der Täter nichts von einem schon vor Jahren gegen ihn erlassenen Strafbefehl ahnte, war er Anfang des Jahres bei der Einreise von Polen an der Grenze verhaftet worden.

Der Mann, der 2011 unter Drogen mit Komplizen und durch ganz Deutschland fuhr, sich jeweils abgelegene Wohnhäuser suchte, in diese einbrach, um mitgehen zu lassen, was Wert hatte, ist heute 35 Jahre alt. Er spricht fließend Deutsch, weil er hierzulande die Grund- und die Hauptschule besuchte, bevor seine Familie 1997 nach Polen abgeschoben wurden. Dann geriet er auf die schiefe Bahn. 2011 fand er Unterschlupf in der Sozialwohnung eines Bekannten in Hildesheim.

Um seinen Dauerkonsum von Marihuana und Amphetamin zu finanzieren, begingen er und seine Komplizen Wohnungseinbrüche. Drei, davon einer in Eltze, sind amtlich dokumentiert. Denn die Täter gingen nicht sonderlich professionell vor, hinterließen mannigfach Fingerabdrücke, sodass die Ermittler dem Angeklagten schnell auf die Schliche kamen. Dass sie ihn nicht schnappen konnten, lag daran, dass sich der 35-Jährige auch in Polen strafbar gemacht hatte, deshalb 2012 zu einer langjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden war und erst vergangenes Jahr wieder frei kam mit der Auflage, einer Arbeit nachzugehen. Weil er in Deutschland deutlich mehr verdienen konnte als daheim, heuerte er bei einer Firma an, die einen Auftrag im Flensburger Hafen erledigen sollte. Die Folge: Festnahme an der Grenze, U-Haft in der JVA in Ilten, Prozess, Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten.

Die Einbrüche folgten stets dem gleichen Muster: Die Täter fuhren über Land. War ein Haus nur weit genug entfernt vom nächsten Nachbarn, stellten die Einbrecher durch Klingeln und Klopfen sicher, dass niemand zu Hause war und es keine Alarmanlage gab. So auch in Eltze, wo sie Elektrogeräte im Wert von 3000 Euro und eine hübsche Summe Geld stahlen. Geld und Schmuck erbeuteten sie auch in einem Haus bei Enger bei Herford in Nordrhein-Westfalen. Der größte Coup freilich gelang ihnen im oberfränkischen Thurnau nahe Bayreuth, wo ihnen im Wohnhaus eines ehemaligen Bauernhofes Goldbarren, Schmuck und Münzen im Wert von fast 24.000 Euro in die Hände fielen.

Im Prozess legte der Mann nicht nur ein umfassendes Geständnis ab. Er zeigte auch Reue, entschuldigte sich in aller Form für den Mist, den er gebaut hat, und gelobte, nie wieder einen Diebstahl zu begehen und Drogen zu nehmen. Das schien allen Prozessbeteiligten glaubhaft, weshalb Staatsanwaltschaft und Verteidigung übereinstimmend eine Bewährungsstrafe für ausreichend erachteten. Zumal der Mann den Drogen seit Jahren abgeschworen hat, wie er beteuerte.

Das Schöffengericht ließ trotz des erheblichen Gesamtschadens von 32.440 Euro und der Annahme, dass womöglich noch weitere Einbrüche begangen worden waren, Milde walten und setzte die Freiheitsstrafe zur Bewährung aus – für die Dauer von drei Jahren. 500 Euro muss der Pole, der so schnell wie möglich in seine Heimat zurückkehren will und das Urteil akzeptierte, an die Opferschutzorganisation Weißer Ring bezahlen.

Von Joachim Dege

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