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Uetze Schadstoffe auch in Gartenbrunnen nachgewiesen
Aus der Region Region Hannover Uetze Schadstoffe auch in Gartenbrunnen nachgewiesen
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00:34 28.04.2018
Die Idylle trügt: Im Südwesten des Gasolin-Geländes ist im Grundwasser eine "deutliche Belastung" mit leichtflüchtigen halogenierten Kohlenwasserstoffen festgestellt worden. Quelle: Schiller
Dollbergen

 Nicht nur das Gasolin-Gelände ist mit Schadstoffen belastet. Leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe (LHKW), die zum Teil als giftig und krebserregend gelten, sind auch in Gartenbrunnen im Wohngebiet südlich der Bahnstrecke nachgewiesen worden. Das geht aus den Antworten der Gemeinde- und der Regionsverwaltung auf Anfragen der SPD und der Grünen im Uetzer Rat hervor.

Der Mineralölkonzern BP hatte 2009 bis 2014 als Eigentümer der Fläche Ingenieurbüros mit Boden und Grundwasseruntersuchungen beauftragt. Die Ingenieure kamen zu dem Ergebnis, dass man in großen Bereichen des Geländes, auf der die Gasolin AG bis 1969 eine Rohölraffinerie betrieben hatte, Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW) und und Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) in erhöhter Konzentration im Boden antrifft. Bei Grundwasseruntersuchungen 2013 wurden im Südwesten des Geländes eine deutliche Belastung mit LHKW und eine geringe Konzentration an PAK sowie an Benzol, Toluol, Ethylbenzol und Xylol (BTEX) festgestellt. „Fakt ist, dass BTEX und PAK im  Grundwasser des früheren Raffineriegeländes nachgewiesen werden und dass sie dieses Gelände nicht verlassen“, schreibt die Regionsverwaltung.

Schilder warnen am Zaun davor, das Gasolin-Gelände zu betreten. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Anders sieht es hingegen bei den LHKW aus. Weitere Untersuchungen brachten 2015 den Nachweis, dass sich diese mit dem Grundwasserstrom nach Süden ausgebreitet hatten. LHKW wurden in Gartenbrunnen südlich der Bahnline nachgewiesen. „Die Gemeinde Uetze und die betroffenen Grundstücksbewohner wurden Anfang Juli 2015 davon unterrichtet“,  teilt Uetzes Fachbereichsleiter Sven Kuchenbecker jetzt in einer Ratsdrucksache mit. Die Regionsverwaltung habe die Grundstücksbesitzer davor gewarnt, das Brunnenwasser als Trink- oder Badewasser zu nutzen.

Von der früheren Rohölraffinerie stehen nur noch die Gebäude an der Bahnhofstraße. Quelle: Schiller

In der Anfrage der Grünen beklagt deren Fraktionschef Georg Beu, dass der Rat damals nicht informiert wurde. „Die Information des Gemeinderats ist Sache der Gemeinde Uetze“, stellt Justus Eggeling, Mitarbeiter der Regionsverwaltung, klar. Außerdem berichtet er, dass seine Behörde die Gemeindeverwaltung noch einmal Anfang 2018 im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens „Südlich des Birkenwegs“ auf die Grundwasserbelastung hingewiesen habe.

Eggeling geht davon aus, dass sich die LHKW-Schadstoffahne nicht weiter ausbreitet. Wie weit sie reiche, sei jedoch nicht bekannt. „Die Deutsche BP AG ist zu Detailuntersuchungen  aufgefordert worden, lehnt diese aber ab, da sie sich nicht als Verursacher sieht“, schreibt der Regionsmitarbeiter. Laut  Kuchenbecker will nun die Region selbst  Bodenuntersuchungen in Auftrag geben, um zu klären, ob die Schadstoffe auf dem Gasolin-Gelände über den Boden in das Grundwasser gelangt sind.

Seit 1969 ist das Gasolin-Gelände eine Industriebrache. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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