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Uetze SoVD-Ortsverband wird 100 Jahre alt
Aus der Region Region Hannover Uetze SoVD-Ortsverband wird 100 Jahre alt
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13:55 25.10.2018
Klaus Wedemeier zeigt die Ehrenabzeichen, mit denen er langjährige Mitglieder auszeichnet. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Hänigsen

Darauf ist Klaus Wedemeier, Vorsitzender des Ortsverbands Hänigsen des Sozialverbands Deutschland (SoVD), ein wenig stolz: „Wir sind der einzige Ortsverband in Niedersachsen, der 100 Jahre alt ist.“ Eventuell seien andere niedersächsische Ortsverbände etwas älter. Aber sie hätten dafür keine Belege, sagt der Hänigser.

Die Mitgliedskarte des Hänigsers Adolf Page beweist, dass es bereits Ende 1918 eine Ortsgruppe des Reichsbunds der Kriegsgeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen – wie damals der SoVD hieß – in dem Dorf gab. Page war am 20. Oktober in den Reichsbund eingetreten, der ein Jahr zuvor in Berlin gegründet worden war, um die Versorgungsansprüche der Kriegsopfer des Ersten Weltkriegs und ihrer Hinterbliebenen durchzusetzen.

Adolf Pages Mitgliedskarte belegt, dass es Ende 1918 eine Reichsbund-Ortsgruppe - heute SoVD - in Hänigsen gab. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

1933 beschloss der Reichsbund seine Auflösung, weil ein aktiver Widerstand gegen die Nationalsozialisten aussichtslos erschien. „1946 wurde die Ortsgruppe Hänigsen wieder ins Leben gerufen“, berichtet der heutige Ortsverbandschef. Aus der Zeit bis 1970 seien Dokumente rar. Viele Schriftstücke aus den ersten Jahren danach, seien kaum noch leserlich.

Aus Erzählungen weiß Wedemeier, dass damals Hauskassierer die Mitglieder besucht hätten, um den Beitrag einzuziehen. Aufgrund der Hauskassierung hätten die Mitglieder regelmäßig Kontakt mit dem Vorstand gehabt. Das vermissten heute Ältere, sagt Wedemeier. Die seien stolz auf die Ehrennadeln, die sie für ihre langjährige Mitgliedschaft bekämen.

Die Mitglieder haben früher die Beitragsmarken, die sie vom Kassierer bekommen haben, auf die Mitgliedskarte geklebt. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

In der Vergangenheit habe die Geselligkeit weit mehr im Vordergrund gestanden als heute. „Früher wurde der Reichsbund mit Busfahrten gleichgesetzt“, weiß Wedemeier. Heute biete der Hänigser SoVD nur noch einmal im Jahr eine Tagesfahrt an. „Wir suchen die Ziele so aus, dass man damit ein Thema verbinden kann“, sagt der Vorsitzende. So habe die Fahrt in diesem Jahr zum Tuchmachermuseum in Bramsche geführt, wo sich die Teilnehmer über die Arbeits- und Lebensbedingungen der Tuchmacher informiert hätten.

„Wir machen nicht mehr einen Kaffee-, sondern einen Infonachmittag“, betont Wedemeier. Beim vorigen Mal sei es um Onlinebanking für Senioren gegangen. Enkeltrick und Patientenverfügung seien auch schon Thema gewesen. „Damit ist immer noch ein Kaffeetrinken verbunden“, berichtet der Vorsitzende.

Der SoVD hat sich immer mehr zu einem Dienstleister für seine Mitglieder entwickelt. Das kann man laut Wedemeier an der langen Wartezeit für die Sozialberatung in der Geschäftsstelle in Burgdorf ablesen. Mittlerweile müsse man neun Wochen auf einen Termin warten.

„Wir sind mehr Mitglieder geworden, aber die Bereitschaft, Vorstandsarbeit zu leisten, geht zurück“, sagt Wedemeier, der seit 2010 dem Hänigser Ortsverband vorsteht. 1999, als sich der Reichsbund in SoVD umbenannte, hatte der Ortsverband 295 Mitglieder. Heute sind es 553. Gleichwohl: Der Ortsverband wächst gegen den Trend in der Region Hannover: Allein in diesem Jahr standen die Ortsvereine in Ingeln-Oesselse, Springe, Arnum, Wilkenburg und Harkenbleck vor der Auflösung. In Obershagen musste der Sozialverband in diesem Jahr aufgeben, die verbliebenen Mitglieder wechselten nach Hänigsen.

Der Ortsverband feiert das Jubiläum am Sonnabend, 10. November, ab 10 Uhr im Tanzstudio S5.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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