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Uetze Im Freibad werden Saatbomben gebastelt
Aus der Region Region Hannover Uetze Im Freibad werden Saatbomben gebastelt
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00:25 29.04.2018
So kann eine wilde Ecke mit vielen blühenden Pflanzen aussehen. Sie bietet Insekten und anderen Kleinlebewesen Nahrung und Schutz. Quelle: HAZ-Archiv
Hänigsen

 Anfang des Jahres hat der Ortsrat Hänigsen beschlossen, mehr Lebensraum für Insekten zu schaffen. Geschehen soll das mithilfe von sogenannten Saatbomben, die die Hänigser im eigenen Garten oder auf öffentlichen Grünflächen – mit vorheriger Genehmigung – verteilen. Saatbomben oder auch Saatkugeln werden hergestellt aus Blumensamen und Erde.

So baue ich mir eine Saatbombe

Saatbomben oder Saatkugeln sind ein wirkungsvolles und zugleich einfaches Mittel, um Ortschaften aufblühen zu lassen. Wie solch eine Kugel hergestellt werden kann, ist auf der Homepage des Urban-Gardening aus Berlin nachzulesen:  Ideal sind die Samen heimischer, robuster und vor allem unempfindlicher Arten, weil diese am besten wachsen, heißt es dort. Als Beispiele werden Mohn, Margeriten, kleine Sonnenblumen, Ringelblumen, Lupine und Fingerkraut aufgeführt.

Damit die Saatbomben –sie sollten die viel größer als eine Walnuss sein –auch tatsächlich Gärten, Balkone und Grünflächen bunt machen, kommt es auf die Mischung an. Ein Teil Samen wird mit drei Teilen guter Blumenerde und fünf Teilen roter Tonerde, die es im Baumarkt gibt, gut gemischt. „Der Mix aus Erde und Ton schützt die Samen vor dem Austrocknen durch das Sonnenlicht und verhindert, dass sie durch Wind und Nässe verweht oder zu stark durchtränkt werden“, heißt es bei Urban-Gardening. 

Ist alles gut vermengt, wird ein Teil Wasser hingefügt. Ist die Masse zu feucht geraten, einfach noch ein wenig trockene Erde zugeben. Dann wird die Masse zu walnussgroßen Kugeln geformt. Diesen werden anschließend ein, zwei Tage an einem nicht zu schattigen und nicht zu sonnigen Platz getrocknet. Danach können sie überall dort, wo es blühen soll, verteilt werden.

Am Dienstag, 1. Mai, 9 Uhr, wollen die Ortsratsmitglieder die Aktion starten. Zum Auftakt der Freibadsaison werden sie in der Badeanstalt nicht nur über den Sinn der Aktion informieren, sondern wollen auch zur Tat schreiten. Sie werden einen Stand aufbauen, an dem alle Interessierten Saatkugeln herstellen und mitnehmen können.

„Grundgedanke ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung unserer Insekten, besonders der Bienen, im Naturkreislauf zu schärfen“, erklärt Ortsratsmitglied Michael Miethe. „Wir hoffen auf viel Interesse, damit Hänigsen im Sommer zum Blütenmeer wird.“ Der Hänigser Ortsrat nennt sein Mini-Projekt „Wilde (H)Ecke“. Es versteht sich laut Miethe als Ergänzung zu den in der Gemeinde bereits bestehenden Biodiversitätsprojekten. Der Uetzer Rat hat im Januar beschlossen, den Erhalt der Artenvielfalt in Flora und Fauna zu einer weiterer Schwerpunktaufgabe der Gemeinde zu machen.

Der Klimaschutz ist ebenfalls Schwerpunktaufgabe in Uetze. Dafür hat die Gemeinde in den vergangenen Jahren erheblich investiert. Inzwischen nutzt sie die Wärme aus Biogasanlagen, den Strom aus eigenen Solarzellen und ist Besitzerin eines eigenen Windrads. Zudem will sie sich an zehn geplanten Bürgerwindmühlen im Gemeindegebiet mit jeweils zehn Prozent beteiligen. 

Auch bei der Förderung der Biodiversität fängt Uetze nicht bei Null an. Der örtliche Naturschutzbund (Nabu) hat Hecken als Schutz- und Lebensraum für viele Lebewesen gepflanzt sowie etliche Teiche für Frösche und Kröten angelegt und pflegt diese regelmäßig. Die Gemeinde hat unter anderem Obstbäume am Verbindungsweg von Hänigsen nach Obershagen gepflanzt.

Von Anette Wulf-Dettmer

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