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Uetze Heißer Dampf macht dem Kraut den Garaus
Aus der Region Region Hannover Uetze Heißer Dampf macht dem Kraut den Garaus
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00:24 10.06.2018
Hanke Zerwer-Böhmecke bekämpft in Dedenhausen an der Ecke Dahlkamp/Am Kindergarten das Wildkraut mit heißem Dampf. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Uetze

Die Bauhofmitarbeiter dürfen bei der Beseitigung von Wildkraut auf öffentlichen Flächen kein Glyphosat mehr einsetzen. Deshalb hat die Gemeinde für rund 40.000 Euro eine Heißdampfanlage angeschafft, mit der sie gegen das Kraut auf Gehwegen und anderen befestigten Flächen vorgeht. Weil das Gerät kräftig dampft, werden die Bauhofmitarbeiter immer wieder von Passanten angesprochen, die wissen wollen, was sie da machen. Teamleiter Mathias Krüger: „Bisher hat es nur positive Resonanz gegeben“, sobald die Bürger erfahren hätten, was es mit dem neuen Gerät auf sich hat.

„Das Gerät ist so konzipiert, dass es auf dem Multicar als Aufsatz montiert werden kann“, sagt Bauhofteamleiter Mathias Krüger. Angetrieben werde es von der Fahrzeughydraulik. Mit dem Gerät werde das Wasser auf mehr als 100 Grad Celsius erhitzt, sodass Wasserdampf entstehe. Vorn am Multicar ist eine Metallhaube angebaut, unter der Düsen montiert seien. Diese drückten den Dampf auf die befestigte Fläche und das dort wachsende Wildkraut, erläutert Krüger. An unzugänglichen Stellen wie an Laternenmasten könne man das Unkraut mit einer Lanze bekämpfen, an deren Spitze der Dampf austrete, ergänzt Bauhofmitarbeiter Hanke Zerwer-Böhmecke. Die Lanze ist über einen Schlauch mit der Anlage verbunden.

Hanke Zerwer-Böhmecke fährt mit dem Mulitcar, auf dem die Heißdampfanalge montiert ist, über den Gehweg der Straße Am Spielplatz in Dedenhausen. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Nach Krügers Angaben führt der heiße Dampf dazu, dass das Eiweiß in den Pflanzenzellen gerinnt. „Dadurch stirbt der oberirdische Pflanzenteil ab“, sagt er. Allerdings schlage die Wurzel der Pflanze wieder aus. Der Bauhofleiter geht davon aus, dass deshalb anfangs vier bis fünf Behandlungen pro Jahr erforderlich sein werden, „um eine sichtbare Eindämmung des Wildkrauts zu erreichen“. Langfristig komme man eventuell mit zwei oder drei Einsätzen im Jahr auf den jeweiligen Flächen aus.

Das Verbot, bei der Wildkrautbekämpfung auf öffentlichen Flächen Pflanzenschutzmittel einzusetzen, ist laut Krüger der Grund für die Anschaffung der Anlage gewesen. „Das Glyphosatverbot war das I-Tüpfelchen“, sagt Krüger. Für den Herbizideinsatz habe sich die Gemeinde bisher immer eine Sondergenehmigung eingeholt. Folge des Herbizidverzichts: „Der Zeitaufwand für die Wildkrautbekämpfung ist nun wesentlich höher. Er liegt beim Drei- bis Vierfachen.“ Der Bauhof sei gezwungen, das Kraut umweltfreundlich zu bekämpfen. Daher sieht der Teamleiter keine Alternative zum Einsatz der Heißdampfanlage.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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