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Uetze Lüder Wrede erhält vom Herzog neue Hand
Aus der Region Region Hannover Uetze Lüder Wrede erhält vom Herzog neue Hand
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15:35 26.10.2018
Lüder Wredes Messinghand wird im Rathaus ausgestellt. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Uetze/Benrode

Von Götz von Berlichingen, dem Ritter mit der eisernen Hand, haben fast alle schon gehört. Weitgehend unbekannt ist hingegen der Uetzer Götz von Berlichingen. Er heißt Lüder Wrede, war Bauer und stammte aus Benrode. Er hatte eine Hand aus Messing, die ihm Georg Wilhelm zu Braunschweig-Lüneburg , der letzte Celler Herzog, 1705 hatte anfertigen lassen. Die Messinghand wird im Obergeschoss des Uetzer Rathauses in einer Vitrine ausgestellt.

Georg Wilhelm unterhielt im Gegensatz zu vielen anderen damaligen Fürsten bereits ein stehendes Heer. Ein Regiment waren die Bothmerschen Dragoner. Sie waren 1705 in Hänigsen und Uetze einquartiert. Laut der verstorbenen Uetzer Heimatforscherin Gertrud Schumacher kam es immer zu Reibereien zwischen den Soldaten und Einheimischen.

So gerieten auch am Abend des 16. August im Uetzer Gasthaus Neuer Garten vier Bothmersche Dragoner mit Bauern in Streit. Diesmal eskalierte die handgreifliche Auseinandersetzung. „Die Dragoner griffen zu ihren Waffen. Zwei Uetzer erlitten schwere Verletzungen“, schreibt Schumacher in der Uetzer Ortschronik. Die Soldaten schlugen Lüder Wrede die linke Hand ab. Der Bauer Jakob Koch trug Kopfverletzungen davon.

Georg Wilhelm, der nur zwölf Tage nach diesem Vorfall in seinem Jagdschloss in Wienhausen starb, hatte noch kurz vor seinem Tod veranlasst, dass für Wrede eine Hand aus Messing angefertigt wurde, die der Bauer über seinen Armstumpf stülpen konnte. Die am Streit beteiligten Soldaten mussten Spießruten laufen. Die beiden Hauptübeltäter wurden außerdem zu vier Monaten Zwangsarbeit auf dem Kalkberg bei Lüneburg verurteilt. „Auch die Arztkosten sollten sie zahlen, was sie nicht taten“, berichtet Schumacher in Ortschronik. In einem Brief an den Nachfolger des Herzogs, den Kurfürsten Georg Ludwig von Hannover und späteren englischen König, beklagte sich Wrede darüber, dass er auf das zugesprochene Geld warten müsse. Ob er es noch bekommen hat, ist unbekannt.

Lüder Wrede hat den Stammbaum seiner Familie zu Papier gebracht. Eine Kopie ist jetzt im Besitz des Uetzer Heimatbunds. Quelle: Privat

Feldarbeit und andere schwere bäuerliche Arbeiten konnte er nicht mehr verrichten. Er schrieb Gedichte, machte Notizen zum Zeitgeschehen und beschäftigte sich mit der Ahnenforschung. Lüder Wredes handgeschriebenen Stammbaum, der bis 1500 zurückreicht, hat jetzt Wolfgang Braatz, Archivar des Uetzer Heimatbunds, im Celler Stadtarchiv aufgetrieben. Beim Stöbern in alten Zeitungsartikeln war er darauf gestoßen, dass eine Nachfahrin des Benroders die Mesinghand und einige Dokumente vor Jahren für 50 Mark an das Bomann-Museum in Celle verkauft hatte. Daraufhin nahm Braatz Kontakt mit dem Bomann-Museum auf und erfuhr, dass sich inzwischen die Schriftstücke im Celler Stadtarchiv befinden. Das Archiv fertigte für Braatz eine Kopie des Stammbaums an.

Die Hand ist seit 1983 Eigentum des Heimatbunds. Der damalige Vorsitzende Hans-Hermann Immohr hatte sich dafür eingesetzt, dass sie zurück nach Uetze kam. Seit 2011 wird sie im Rathaus ausgestellt.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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