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Uetze Rat lehnt Oberstufe für Gesamtschule ab
Aus der Region Region Hannover Uetze Rat lehnt Oberstufe für Gesamtschule ab
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00:35 04.06.2018
Die Aurelia-Wald-Gesamtschule (vorn) ist im Schulzentrum an der Marktstraße angesiedelt. Sie befindet sich noch im Aufbau. Derzeit besuchen Schüler der Klassen fünf bis acht diese Schule. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Uetze

Die Gemeinde Uetze wird bei der Landesschulbehörde für die Aurelia-Wald-Gesamtschule (AWG), die sich noch im Aufbau befindet, keine Oberstufe beantragen. Das hat der Rat am Donnerstagabend mehrheitlich beschlossen. Er folgte damit dem Vorschlag der Gemeindeverwaltung. Die SPD-Fraktion stimmte dagegen.

Weder die Schülerzahlen noch die Finanzlage der Gemeinde lassen nach Oliver Wempes (Balu) Worten eine zweite Oberstufe in der Gemeinde zu. Schüler der AWG könnten am Gymnasium Uetze, an der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Burgdorf oder an einer anderen Schule in der Region Hannover ihr Abitur machen. Unerwähnt ließ er, dass der Rat der Nachbarstadt noch gar nicht beschlossen hat, eine Oberstufe für die IGS Burgdorf zu beantragen.

Nach Wempes Ansicht erleichtert die Rückkehr zum Abitur nach 13 Schuljahren den Wechsel von der AWG aufs Gymnasium. Ein Beleg dafür sei, dass nach seiner Kenntnis zehn Realschüler nach den Sommerferien aufs Uetzer Gymnasium wechselten, um dort Abitur zu machen, sagte Wempe.

Georg Beu (Grüne) wies darauf hin, dass es derzeit in der Gemeinde so wenig Grundschüler wie noch nie gebe. „Wie soll da eine zweite Oberstufe möglich sein?“ fragte Beu. Das Gymnasium Unter den Eichen und die AWG müssten sich mehr miteinander verzahnen. Außerdem plädierte er – wie auch Dirk Rentz (CDU) – dafür, dass Uetze und Burgdorf bei der Einrichtung einer IGS-Oberstufe in Burgdorf kooperieren sollten. „Teure Anbauten ans Uetzer Schulzentrum sind dann nicht notwendig“, sagte Beu. „Es gab schon immer Schüler, die nach Burgdorf oder Hannover gefahren sind, um da ihr Abitur zu machen“, ergänzte Rentz.

Thordies Hanisch (SPD) wies darauf hin, dass der Rat nur einen Beschluss fassen müsse, wenn er eine Oberstufe für die AWG wolle. „Eine Informationsvorlage hätte gereicht“, sagte die SPD-Politikerin. Wempe hielt ihr entgegen, dass der Beschluss Sicherheit gebe. Er zeige, was möglich sei und was nicht.

Die Diskussion machte auch deutlich, dass die Ratsmitglieder sich Sorgen um den gestörten Haussegen am Schulzentrum machen. „Wir brauchen Schulfrieden“, sagte Ernstfried Langer (SPD). Wempe wünscht sich, dass alle im Schulzentrum „respektvoll miteinander umgehen“.

Workshop soll Schulfrieden wieder herstellen

Auch der Vorstand des Gemeindeelternrats (GER) lehnt eine Oberstufe an der Aurelia-Wald-Gesamtschule (AWG) ab. „Wir, die Mitglieder des GER-Vorstands, stehen voll und ganz hinter den Entscheidungen der Gemeinde, was das Weiterbestehen des Gymnasiums Unter den Eichen und einer IGS für die Sekundarstufe I betrifft“, heißt es in einer Erklärung des Gremiums, welche die Vorsitzende Rita Heinke in der Ratssitzung vorlas. Dem GER-Vorstand sei wichtig, dass die Schüler weiterhin die Möglichkeit haben, alle Schulabschlüsse im Uetzer Schulzentrum zu machen.

Der Vorstand distanziere sich von den Aktionen, mit denen einige AWG-Elternvertreter eine Oberstufe an der Uetzer Gesamtschule hätten durchsetzen wollen, berichtete Heinke. Die Vertreter der AWG im Gemeindeelternrat hätten ihre Probleme nie besprochen. Sie hätten es abgelehnt, im Vorstand mitzuarbeiten. „Selbst unser Vorschlag, eine Aktion zu organisieren, damit sich die Schüler der AWG und des Gymnasiums wieder annähern können, wurde mit der Begründung abgelehnt, dass keine Notwendigkeit bestehe“, sagte Heinke. Im Schulausschuss des Rates hätten dann aber Eltern und AWG-Schüler berichtet, dass sich die Schüler ausgegrenzt und gemobbt fühlten.

„Wir möchten, dass unsere Kinder wieder mit Freude in das Schulzentrum gehen“, betonte Heinke. Um den Schulfrieden – auch unter den Eltern – wieder herzustellen, plane der GER mit der Gemeinde einen Workshop mit allen Elternvertretern der Schulen im Gemeindegebiet.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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