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Uetze Städtepartnerschaft dämmert im Dornröschenschlaf
Aus der Region Region Hannover Uetze Städtepartnerschaft dämmert im Dornröschenschlaf
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16:09 12.02.2019
Der Markt und das Rathaus in Uetzes Partnerstadt Frohburg. Quelle: Stadt Frohburg
Uetze/Frohburg

Wenn die 72-jährige Erika Lory in der sächsischen Kleinstadt Frohburg an Uetze denkt, ist sie stolz, glücklich und gleichzeitig besorgt. Vor 29 Jahren reiste die stellvertretende Bürgermeisterin zum ersten Mal in die niedersächsische Partnergemeinde. Die Reise der Delegation aus der ehemaligen DDR hat sie so stark beeindruckt, dass die Erinnerung daran bis heute Emotionen bei ihr auslösen. „Im Bus saßen viele ehemalige Genossen und Parteifreunde, die auf der Fahrt „Lobet den Herrn“ sangen, obwohl sie mit Kirche sonst wenig am Hut hatten“, sagt Lory. Der Klang der Glocken, die beim gemeinsamen Kirchgang geläutet wurden, hat sie noch in den Ohren. „In Uetze wurden wir empfangen wie Freunde“, erzählt sie. Beinahe drei Jahrzehnte später ist von dieser Euphorie wenig mehr geblieben als die Erinnerung derjenigen, die damals dabei waren – und natürlich die Straßenschilder in der Frohburg-Straße in Uetze.

„Fragen Sie die Älteren“

„Wenn Sie etwas zur Uetze-Partnerschaft wissen wollen, müssen Sie die Älteren fragen.“ Wer in diesen Tagen im Rathaus der sächsischen Kleinstadt nach der Städte-Freundschaft fragt, sieht sich erstmal enttäuscht. „Rufen Sie am besten Frau Lory an. Die war dabei“, verweist die Sekretärin in der Verwaltung an die rüstige Rentnerin, die den Staffelstab selber nur zu gerne an die nächste Generation übergeben würde.

Fühlt sich in Uetze wohl: Die Mitinitiatorin der Städtepartnerschaft Erika Lory aus Frohburg Quelle: privat

Nur fehlen scheinbar auf beiden Seiten die Menschen, die diese Aufgabe übernehmen. „Ich gebe zu, es ist etwas eingeschlafen“, sagt Uetzes Ortsbürgermeister Klaus Finger. In der nächsten Sitzung des Ortsrats will er das Thema ansprechen. Entstanden durch eine lose Partnerschaft der evangelischen Kirchengemeinden vor der Wende, ist die Städtefreundschaft formell Sache des Ortsrats. Den Austausch mit Uetzes zweiter Partnerstadt, dem ungarischen Balatongyörek am Plattensee, organisiert dagegen die Gemeinde. Er ist ungleich lebendiger. Beinahe jährlich finden Besuche statt.

Zu Gast bei Freunden

„Wir halten trotzdem an der Partnerschaft fest“, sagt Bürgermeister Finger über die Fernbeziehung, die abseits der offiziellen Kontakte noch nicht völlig abgerissen ist. Bei der Feuerwehr, in der Kirchengemeinde und auf privater Ebene haben sich viele Kontakte bis heute gehalten. „Meine Nachbarn haben erst vor 14 Tagen Freunde in Uetze besucht“, berichtet Lory, die sich in Uetze immer ein wenig wie zuhause gefühlt hat. „Ich kannte irgendwann gefühlt jeden im Dorf“, sagt sie. Finger will noch für dieses Jahr eine Fahrt des Ortsrats zum sogenannten Dreiecksrennen anregen, ein bekanntes Motorrradrennen in Frohburg. Die Partnerschaft wird nächstes Jahr 30 Jahre alt. Da will die Sachsen womöglich nicht ganz aus dem Blick verlieren.

Fast 30 Jahre währt die Städtepartnerschaft zwischen Uetze und Froburg. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller (Archiv)

Lory, die nach der Wende als Gründungsmitglied der Partei Bürgergemeinschaft unabhängiger Wähler auch die Partnerschaft mitgestaltet hat, will sich nach den Kommunalwahlen im Mai aus dem politischen Leben in Frohburg zurückziehen. Für die Partnerschaft hofft sie, dass sich neue Freundschaften entwickeln, damit Jüngere dieses Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte in Uetze und Frohburg fortschreiben. Auf drei Seiten hat sie bereits vor einigen Jahren ein Richtlinienpapier verfasst. Es enthält Ideen für die Zukunft der Partnerschaft. Vielleicht ist genau jetzt die Zeit, sie aus der Schublade zu holen, sie zu entstauben und vor allem – den begeisterten Funken der Freundschaft wieder anzufeuern.

Frohburg-Roman auf Buchmesse ausgezeichnet

Bundesweite Aufmerksamkeit bekam die 12 000-Einwohnerstadt Frohburg jüngst wegen des Mammutwerks des Authors Guntram Vesper zuteil. Dessen mehr als 1000 Seiten starker Roman, der den Namen seiner Heimatstadt Frohburg zum Titel hat, wurde 2016 mit dem Belletristik-Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Vesper zeichnet darin eine Familiengeschichte, die gleichzeitig ein Panorama seiner Erlebnisse und seines Lebens in der sächsischen Kleinstadt abbildet. „Wer Sachsen verstehen will, der lese dieses Buch“, zitiert der Verlag den Literaturkritiker Richard Kämmerlings.

Frohburg“ von Guntram Vesper ist im Verlag Schöffling & Co. erschienen und kostet dort 34, 90 Euro (ISBN: 978-3-89561-633-4).

Von Mario Moers

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