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Wedemark Stiftung stiftet Jugendkunstschule Domizil
Aus der Region Region Hannover Wedemark Stiftung stiftet Jugendkunstschule Domizil
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14:47 04.11.2018
Schulleiter Bernd Tschirch (von links) und die Vorstandsmitglieder Francoise Rodenbostel, Frank Felgner und Petra Schülke können die glücklichen Umstände kaum fassen. Quelle: Ursula Kallenbach
Bissendorf

Die Kinder- und Jugendkunstschule Wedemark kommt zu unverhofftem Glück: Sie bezieht ein neues Domizil in Bissendorf. Die Wedemärker Anja Fichte Stiftung überlässt dem Verein ein großes Fachwerkhaus am Mühlengraben – mietfrei. Mehr als „ein Sechser im Lotto“ sei dies für die Kunstschule, sagte Schulleiter Bernd Tschirch jetzt beim offiziellen Übergabetermin mit dem Vereinsvorstand, dem Sponsorenpaar Elisabeth und Ulrich Fichte sowie Bürgermeister Helge Zychlinski.

„Der Vorstand hat seinen Augen nicht getraut, dass uns ein solches Gebäude zur Verfügung gestellt werden könnte“, beteuerte Tschirch, immer noch sichtlich überwältigt als neuer Hausherr auf insgesamt etwa 400 Quadratmetern Fläche. Einige Kurse sind dort schon verortet, Hinweisschilder weisen den Weg, Büro und Verwaltung im ersten Obergeschoss wurden eingerichtet. Vollständig eingezogen sein werde die Kinder- und Jugendkunstschule Ende Februar nach Abschluss des Wintersemesters, erläuterte Tschirch.

Im ehemaligen sogenannten Bademeisterhaus in Mellendorf – Domizil seit 1995 – wurde es für die Arbeit der Kunstschule schon seit Jahren zu eng; ebenso lange bemühte sie sich auch mit Bitten an die Kommune um einen anderen Standort. „Mehrere angebotene Objekte in gemeindlichen Immobilien zerschlugen sich“, rekapitulierte Tschirch. „Zuletzt hatten wir Aussicht auf Räume in der Berthold-Otto-Schule und dem Mehrgenerationenhaus und hatten uns innerlich schon eingerichtet.“ Doch auch diese Option hätte jetzt noch weitere Jahre Warten bis zum endgültigen Auslaufen der BOS im Jahr 2021 bedeutet.

Bericht in der Tageszeitung bringt den Anstoß

Eine Veröffentlichung genau zu dieser fehlenden Perspektive in dieser Zeitung im Februar brachte den Anstoß und wendete das Blatt. Das Ehepaar Fichte las den Bericht und rief Frank Felgner aus dem Schulvorstand an – es könne doch nicht sein, die Kinder- und Jugendkunstschule werde immer wieder vertröstet. „Wir kannten uns“, erzählte Fichte bei der Übergabe des Hauses. Und so reichte er an Felgner seine Idee weiter, dass die Kunstschule doch die Räume des Hauses am Mühlengraben 19 nutzen könnte.

Als Tagungshaus wurde der Fachwerkbau viele Jahre genutzt. Quelle: Ursula Kallenbach

Als Seminarhaus für sein IT- und Kommunikationsunternehmen hatte Fichte das Fachwerkgebäude früher viele Jahre genutzt und Schulungen angeboten. Als er seine Firma vor einigen Jahren verkaufte, habe er das Haus herausgelöst und auf die Anja Fichte Stiftung übertragen, berichtete der Sponsor. „Wir haben das Haus der Kunstschule nun mietfrei zur Verfügung gestellt.“ Der Trägerverein der Jugendkunstschule müsse nur die Verbrauchskosten zahlen. „Dies ist ein Beitrag unserer Stiftung für Kinder in der Wedemark“, machte Fichte deutlich. „Kultur und Kunst zu fördern, steht in unserer Satzung“, betonte Elisabeth Fichte. Einen Bonbon aus der früheren Nutzung weiß jetzt die Jugendkunstschule zu schätzen: drahtloses lokales Netzwerk (WLAN) im ganzen Haus.

Stiftung macht sich für Kinder stark

Einen „Riesendank“ an das Ehepaar, das sich wieder einmal als Mäzen gezeigt habe, sprach Bürgermeister Helge Zychlinski aus; er ist qua Amtes zugleich Mitglied des Vorstands der Jugendkunstschule. Es seien grandiose Räume mit einem schier unglaublichen Nutzungspotenzial, so Zychlinski. „Wir wären nicht ansatzweise in der Lage gewesen als Gemeinde, etwas Vergleichbares zu bieten“, sagte er. „Der Druck auch auf uns, vielen unterschiedlichen Gruppen Räume zur Verfügung zu stellen, ist groß.“

In dem Haus werden die Kinder regelmäßig das Erdgeschoss nutzen – auch ein kleiner Außenbereich schließt sich an. Die oberen Räume stehen der Verwaltung zur Verfügung, dienen aber auch als Materiallager, für Treffen und Schulungen. Das Sponsoren-Ehepaar bat den Bürgermeister, dass die Gemeinde die Verkehrsregelung dort im Blick behalte: Für Kinder und Eltern sei das Einbiegen in den Mühlengraben am Ortsausgang nach Burgwedel schwierig.

Mit dem Atelierhaus in Bissendorf verfüge die Jugendkunstschule nun über mehrere feste Stationen, verdeutlichte Tschirch. „Wir werden die größeren Kurse Schweißen, Steinbildhauerei und Holzarbeiten weiter in den Werkstatträumen des MGH in Mellendorf lassen.“ Auch bleibe das Mittagsatelier in der Wedemark-Halle in Mellendorf ein fester Posten. Die Kinder- und Jugendkunstschule bietet im Jahr zwischen 100 und 120 Kurse an. Sie richten sich an Jungen und Mädchen zwischen zwei und 16 Jahren.

Ehepaar Fichte in der Wedemark vielfach engagiert

Die Anja Fichte Stiftung hat in Bissendorf-Wietze bereits den Neubau der Montessori-Schule ermöglicht. Die Montessori-Grundschule in Bissendorf-Wietze besteht seit 2007. Im Januar 2014 bezog sie ihr nach den Anforderungen der Montessori-Pädagogik neu errichtetes Gebäude am selben Standort. Bauherrin war die Anja Fichte Stiftung. Sie stellte die Finanzierung sicher, Schulgrundstück und -gebäude sind Eigentum der Stiftung. Zuletzt ermöglichte die Stiftung jetzt mit einer großen Spende den Bau des neuen Glockenturms der Christophorus-Kirchengemeinde in Bissendorf-Wietze..

Von Ursula Kallenbach

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