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Wedemark Brexit: So bereitet sich die Spedition Ebeling vor
Aus der Region Region Hannover Wedemark Brexit: So bereitet sich die Spedition Ebeling vor
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16:18 31.01.2019
Fünf Hallen belegt Ebeling Logistik allein im Gewerbegebiet Gailhof. Quelle: Ursula Kallenbach
Gailhof

Im Unternehmen Ebeling Logistik mit Firmenzentrale in Gailhof nehmen die Dienstleistungen für Kunden im Geschäft mit Großbritannien einen Anteil von 20 bis 30 Prozent ein. Der Brexit mit Austrittsdatum 29. März steht für die Wedemärker Spedition direkt ins Haus. Viele Folgen sind unabsehbar, dennoch müssen einige praktische Vorkehrungen getroffen werden.

2017, als der Auszug Englands aus der EU beschlossen wurde, habe er noch gar nicht reagiert, sagt Firmenchef Georg Ebeling. „Es war für uns einfach unvorstellbar.“ Zumal: Ebeling hat auch enge familiäre Bande nach England. „Im Dezember 2018 haben wir dann unsere deutschen Kunden angeschrieben, für die wir hin- und her transportieren“, sagt der Firmenchef. Da wurde ihnen schon vor Augen gestellt, dass es künftig möglicherweise keinerlei Handelsabkommen geben werde.

Georg Ebeling (zweiter von rechts) wird von der Politik gern befragt: Hier mit Andrea Giese (von liinks), Stefan Birkner und Erik van der Vorm von der FDP. Quelle: Ursula Kallenbach (Archiv)

Firma bereitet sich auf harten Brexit vor

Aus heutiger politischer Sicht bereite sich die Firma auf einen harten Brexit vor. „Ab 30. März gibt es nichts. Niemand weiß nichts. Sicher ist, dass wir mit der bisherigen EU-Transportlizenz nicht mehr hinfahren dürfen. Dann müssen wir eine Drittlands-Genehmigung besorgen wie für Weißrussland“, sagt Ebeling. „Wahrscheinlich fahren wir ab 29. März nicht mehr hin. Wir werden dann 14 Tage abwarten, bis sich alles irgendwie gefunden hat.“

Bislang bringen spezielle Fahrzeuge der Spedition Flugzeugtriebwerke, Bauteile und Zeitungsdruckfarben nahezu täglich nach England und Irland, meist per Schiff von Dover oder Calais. Flugzeugtriebwerke würden bei Bedarf am Londoner Flughafen manchmal äußerst kurzfristig zur Lieferung nachgefragt. „Wenn ein Triebwerk kaputt ist, müssen wir es sofort hinbringen“, verdeutlicht der Firmenchef. Auch die Druckfarben für die Tageszeitungen könnten nicht warten. Dies funktioniert alles bisher im EU-Binnenmarkt.

Lager werden vollgestopft

„Danach müssen unsere Kunden zwingend Zollpapiere für die Transportgüter erstellen. Aber: Es gibt bisher keine Zollämter in England“, sagt Ebeling. „Rund 6000 Lkws werden dann in Calais oder Dover wartend auf den Parkflächen stehen. Der Rückstau der Verzollung dauert Wochen. Wir spüren im Moment: Die Läger auf beiden Seiten werden zurzeit vollgestopft.“ So wappneten sich Unternehmen dafür, dass länger kein Nachschub geliefert werden könnte. Speziell für die Druckfarbenlieferungen nach Irland gäbe es, so eine Überlegung am Standort Gailhof, eine direkte Fähre nach Irland aus der Bretagne, statt den Weg durch England zu nehmen.

Nach einem Brexit müsse jeder seiner Speditionsfahrer zwingend über einen Reisepass verfügen, führt Ebeling die Liste der nun notwendigen Maßnahmen fort. „Nur 30 Prozent unserer Fahrer haben einen“, sagt er. „Und nur genau drei von 180 Kraftfahrern bei uns haben einen internationalen Führerschein.“ Auch der war eben nicht erforderlich. „Ebenso prüfen wir gerade, ob wir eine Vollkaskoversicherung und eine Transportversicherung für Drittländer haben. Diese Frage hat sich bisher in diesem Dienstleistungsgeschäft in Europa nie gestellt.“

Die absehbaren Hindernisse könnten also kaum größer sein als diese in einem Unternehmen, das für seine Kunden auf ungehinderte, schnelle Transportwege angewiesen ist. Am stärksten sorge er sich, sagt Georg Ebeling, „dass wir langjährige Kunden enttäuschen und nicht wissen, was auf uns zukommt“.

180 Fahrzeuge sind jeden Tag unterwegs

Die Spedition Ebeling ist ein Wedemärker Familienunternehmen in dritter Generation. Der Landwirt Georg Ebeling, 1928 in Mellendorf zum bahnamtlichen Rollfuhrunternehmer bestellt, transportierte als Ein-Mann-Betrieb Milch mit Pferdegespannen in die örtliche Molkerei. Aus diesen Anfängen entwickelte sich die international tätige Spedition; der jetzige Firmenchef Georg Ebeling übernahm das Unternehmen von seinem Vater 2011. Am autobahnnahen Standort der Firmenzentrale in Gailhof verfügt Ebeling jetzt in fünf Lagerhallen über 36.000 Quadratmeter Fläche; weitere 30.000 Quadratmeter sind in Isernhagen und Celle angemietet. 180 Fahrzeuge sind aktuell für Ebeling Logistik in ganz Europa, aber auch in der Region Hannover täglich unterwegs. So beliefert der Wedemärker Dienstleister im 24- beziehungsweise 48-Stunden-Service europaweit über 1.000 Kunden. Dazu zählen Daimler, Lufthansa, Johnson Controls, Contitech, Calpam Mineralöle sowie die Handelsketten Tedi, Kienast /ABC-/Street Schuhe, Kik, Netto, Penny, Lidl, Rossmann, Deichmann und viele mittelständische Unternehmen. Etwa 400 Mitarbeiter sind bei Ebeling beschäftigt, um anspruchsvolle logistische Dienstleistungen täglich sicherzustellen. uc

Von Ursula Kallenbach

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