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Wedemark Die Bilder gingen nicht mehr aus dem Kopf
Aus der Region Region Hannover Wedemark Die Bilder gingen nicht mehr aus dem Kopf
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00:22 10.06.2018
Von Ursula Kallenbach
Enna Charlotte (von links), Marleen und Joost nehmen von Bürgermeister Helge Zychlinski Anerkennung, Urkunden und Saisonkarten für das Spaßbad mit. Quelle: Kallenbach
Mellendorf

Drei Kinder aus der Gemeinde Wedemark haben am Tannenbruchsee bei Metel (Neustadt am Rübenberge) einem Familienvater und seinem sechsjährigen Kind das Leben gerettet. Für ihr beherztes Eingreifen ehrte die Gemeinde Wedemark die drei jungen Retter am Mittwoch im Rathaus in Mellendorf mit Urkunden.

Die Sandbank, etwa 40 Meter vom Seeufer, kennen die drei Schüler vom Schwimmen dort gut: der elfjährige Joost, seine 13-jährige Schwester Marleen Hemme aus Abbensen und die elfjährige Enna Charlotte Hemme aus Elze. Die Sandbank liegt nicht sichtbar unter der Wasseroberfläche. „Wir wollten ganz normal schwimmen, abends wollten wir nochmal zur Sandbank“, berichtete Marleen, als sie bei Bürgermeister Helge Zychlinski im Rathaus in Mellendorf das Geschehen vom vergangenen Sonntag erneut rekapitulierten. Mit Schwimmnudeln ausgerüstet, machte sich Marleen auf – die beiden anderen seien schon an der Sandbank gewesen, erinnerte sie sich.

Der See wird nicht von Rettungsschwimmern bewacht – als solche bewährten sich die drei Kinder selbst, als sie den schwimmenden Mann mit dem Kind auf dem Rücken um Hilfe rufen hörten. Den 39-Jährigen aus Scharrel verließen wohl die Kräfte, er ging immer wieder unter und versuchte, sein ebenfalls schreiendes Kind über Wasser zu halten. Ein Versuch von Marleen, ihm die Schwimmnudeln anzugeben, gelang nicht. Aber die drei Schüler machten auf die Notsituation aufmerksam, Mutter Maren Detmering-Hemme reagierte und bat die Frau des in Not Geratenen, zu Hilfe zu schwimmen. „Dann kam ein Surfer, und Mann und Kind sind auf das Brett geschoben worden“, erzählte die 13-Jährige. „Dann sind wir noch zur Straße hin und haben geholfen, dass Polizei und Rettungskräfte die Stelle fanden.“

Ehrlich gestanden die beiden Mädchen auch, dass sie in der Nacht darauf nicht schlafen konnten – die Bilder gingen ihnen weiter durch den Kopf und der Gedanke, Vater und Kind hätten auch ertrinken können. Ein Grillabend bei dem Geretteten war der erste Dank. „Er hat immer wieder gesagt: Ohne uns wäre er ertrunken“, berichteten die Kinder, die selbst schon vor ihrer Einschulung schwimmen gelernt hatten. Inzwischen können sie Schwimmabzeichen in Bronze und Silber vorweisen. „Aber auch sie dürfen nur mit Schwimmnudeln zur Sandbank hinüber“, betonten die Mütter, Maren Detmering-Hemme und Wiebke Hemme-Detmering.

Fragen über Fragen mussten die jungen Retter danach nicht nur in ihren Wedemärker Schulen – IGS, Realschule und Gymnasium – beantworten; in Zeitungen, Funk und Fernsehen wurde ihre vorbildliche Aktion herausgestellt. Am Anfang fanden sie die öffentliche Aufmerksamkeit cool, sagte die Älteste. „Aber man kann es schon bald nicht mehr erzählen.“

Vom Bürgermeister der Gemeinde Wedemark durften sie jedenfalls höchste Anerkennung mitnehmen: „Ihr habt alles richtig gemacht, sofort gehandelt, aber auch darauf geachtet, Euch nicht selbst zu gefährden“, verdeutlichte Zychlinski. „Es ist beeindruckend, was Ihr in Eurem Alter geschafft habt. Da können sich Erwachsene eine Scheibe abschneiden.“ Für Einsatz und Zivilcourage hatte er neben den offiziellen Urkunden als Geschenk für jedes Kind die Saisonkarte bis September für das Spaßbad in Mellendorf zur Hand - nicht ohne zu versichern: „Die haben immer Bademeister da." 

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