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Wedemark Die weiße Schürze enttarnt
Aus der Region Region Hannover Wedemark Die weiße Schürze enttarnt
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00:37 04.06.2018
Waltraud und Willi Körber feiern diamantene Hochzeit. Quelle: Stephan Hartung
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Resse

Sie haben es 60 Jahre lang „gebacken“ bekommen. So lange sind Willi und Waltraud Körber nun schon verheiratet. Am Freitag feierten sie ihre diamantene Hochzeit. Zu den Gratulanten zählten nicht nur Wolfgang Kasten, Ratsvorsitzender der Gemeinde Wedemark, und Antje Kaufmann, stellvertretende Ortsbürgermeisterin von Resse, sondern auch Osterwalds Ortsbürgermeister Jürgen Haase. Die Körbers haben in Osterwald mit der nach ihnen benannten Bäckerei über Jahrzehnte einen Familienbetrieb geführt und sind dort noch heute bekannt. Entsprechend waren auch Freunde aus Osterwald zu Besuch in Resse.

Waltraud Körber stammt aus Engelbostel, Willi aus Osterwald, wo er im Alter von 15 Jahren in dem von Vater 1928 gegründeten Betrieb einstieg. Kennengelernt haben sie sich gewissermaßen genau auf der Mitte zwischen beiden Ortschaften – in Stelingen beim Schützenfest 1955. „Wir haben uns beim Tanzen zum ersten Mal unterhalten, ich habe sie aufgefordert – so wie man das damals eben so machte“, erzählt Willi Körber.

Es folgte Telefonate und mehrere Treffen, der Rest ist Geschichte. Am 1. Juni 1958 läuteten in Osterwald die Hochzeitsglocken.

Waltraud und Willi Körber haben vor 60 Jahren geheiratet. Quelle: Stephan Hartung

Zu diesem Zeitpunkt war die heute 80-Jährige, damals noch Bankangestellte in Hannover, längst in den Betrieb eingestiegen. „Als wir noch verlobt waren, bin ich immer freitags nach Dienstschluss mit dem Bus von Hannover nach Osterwald gefahren, um auszuhelfen“, sagt Waltraud Körber und erinnert sich daran, dass ihre Kollegen bei der Bank immer die weiße Schürze entdeckten, die aus ihrer Tasche hing. „Ich wurde dann immer mit einem Augenzwinkern gefragt, ob ich denn wieder in der Bäckerei aushelfen muss.“

Vor allem freitags war Hilfe notwendig. Der Dienst begann schon am Abend, weil sonnabends der Hauptverkaufstag war. Tochter Heide erinnert sich. „Wenn ich als junges Mädchen am Freitagabend nach Hause kam, habe ich meinem Vater Frühstück gemacht – er ist um 23 Uhr aufgestanden.“

Bis 1988 führten die Körbers die Bäckerei. Dort findet sich heute ein Fußpflegestudio. „Das war eine tolle Zeit, in Spitzenzeiten hatten wir 20 Mitarbeiter“, sagt der heute 88 Jahre alte Bäckermeister. In etwa diese Zeit fällt auch der Umzug von Osterwald nach Resse, wo Willi Körber in mehreren Etappen in Eigenregie ein Haus baute. Verreist sind die Eheleute immer dann, wenn es am besten passte – während der dreiwöchigen Betriebsferien, immer angelehnt an die Sommerpausen bei VW und Varta. In den Urlaub ging es dann auf die Ostfriesischen Inseln oder in die Alpen. Für 14 Tage. Die dritte Ferienwoche gehörte dann stets den Renovierungsarbeiten der Backstube. Die Backöfen mussten ja wieder auf Hochtouren laufen – um eben halt alles gebacken zu bekommen.

Von Stephan Hartung

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