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Wedemark Historie desTrinkwassers ist spannend
Aus der Region Region Hannover Wedemark Historie desTrinkwassers ist spannend
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00:22 10.06.2018
Von Ursula Kallenbach
Das Schmucktor des Wasserwerks Elze ist erhalten. Quelle: Kallenbach
Mellendorf

Wer einen tiefen Einblick in die Geschichte des Trinkwassers für Hannover und in der Wedemark nehmen wollte, war in der jüngsten Sitzung der Historischen Arbeitsgemeinschaft Wedemark richtig – und es kamen zu dem Thema tatsächlich etwa 40 Interessierte im Gemeindehaus der St.-Georgs-Kirche in Mellendorf zusammen.

Dabei beschrieb Jan Olaf Rüttgardt aus dem Kreis der Arbeitsgemeinschaft zunächst die historischen Wasserläufe der Wedemark, und dass an geeigneten Stellen an diesen Wasserläufen die Dörfer entstanden. Entnahmen die Siedler erst das Wasser aus den Bächen, ging man später zum Brunnenbau über und errichtete sogenannte Hebebrunnen, von denen noch manche in der Wedemark erhalten sind.

So hatten die Bauern bis zur Jahrhundertwende um 1900 keinen Wassermangel. Die Höhenzüge der Mellendorfer und Brelinger Berge waren von Mooren und Bächen mit wasserreichen Bruchwäldern umgeben. Auf den Mellendorfer Bergen sprudelten zahlreiche Quellen, und in der Regel war mithilfe von Brunnengrabungen fast überall Grundwassser zu erreichen. Ab der Jahrhundertwende erfolgte die Versorgung der wachsenden Großstadt Hannover durch Trinkwasserleitungen, Wasser, das aus dem Umland herbeigeschafft werden musste. Plötzlich wurde die nördliche Wedemark für Hannover interessant. Seit gut einem Jahrhundert, so stellte Rüttgardt dar, wird nun Wasser aus dem Gebiet von Fuhrberg und aus dem Flussschotter unter den sandigen Feldern von Elze bis Berkhof abgepumpt.

Das Wasserwerk Elze wurde 1911 in Betrieb genommen, das Werk Berkhof 1930. 1968 wurden die Anlagen der beiden – nur durch eine Landstraße getrennten – Wasserwerke zusammengelegt. Das Wasserwerk Elze-Berkhof fördert heute einen Großteil der Trinkwassermenge für Hannover und die Region. Von dem 1911 in Betrieb genommenen Wasserwerk Elze existieren heute noch die Elzer Brunnen sowie das Schmucktor und ein Wiegehäuschen. Das Werk selbst wurde 1968 abgerissen, die Rohwasserleitungen wurden in das benachbarte Werk Berkhof eingebunden.

Historisch eng miteinander verwoben ist die Geschichte des Trinkwassers für Hannover und die Wedemark. Dies erläuterte Andreas Kalix, der Leiter der Wassergewinnung der enercity AG. Heute stellt die Beregnung der großen Felder in der Landwirtschaft eine erhebliche Herausforderung an Organisation und Kosten dar. Eine kostenfreie Feldberegnung für Landwirte, wie es in der Veranstaltungsankündigung der Historischen Arbeitsgemeinschaft geheißen hatte, gibt es nicht, stellte Kalix wie zuvor schon Rüttgardt richtig. Der Wasserversorger übernimmt anteilig Kosten für die Feldberegnung.

Im Anschluss an das Referat wurden noch Fragen beantwortet und Anmerkungen aus der Zuhörerschaft diskutiert.

Mit dem Langzeitthema "Wendezeiten für die Wedemark" beleuchtet die Historische Arbeitsgemeinschaft Wedemark in diesem Jahr neue Aspekte der hiesigen Geschichte. Beim nächsten Treffen der Historischen Arbeitsgemeinschaft am 26. September steht das Thema "Schulalltag in der Wedemark" auf dem Programm.

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