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Wedemark Internet hakt beim Weg in digitale Welt
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15:22 27.10.2018
Die Schülersprecher Chiara Zurr (vorn von links), Vivien Wetzke, Leon Wontorra und Enno Dirksen testen die Mikrofone schon mal mit Gerrit Buhe von Sennheiser (hinten links) und Schulleiter Jens Szabo (rechts). Quelle: Ursula Kallenbach
Mellendorf

Tablets gehen sofort und sind einsatzbereit – das Internet in den Schulen hingegen hakt und stellt ein Hauptproblem beim Zugang in die digitale Welt. Die Realschule Wedemark will zur reinen Tabletschule hochwachsen. „Die Schülerjahrgänge 5 und 6 sind komplett damit ausgestattet. Alle Lehrer haben sich ihre Tablets selber gekauft“, erläutert Realschulleiter Jens Szabo. „Im Computerraum dauert es dagegen mindestens zehn Minuten, um das Internet hochzufahren. Wir werden aber in der Wedemark noch einen großen Internetausbau bekommen.“

Von den starken schuleigenen Bemühungen um Digitalisierung im Unterricht an der Realschule hat sich Gerrit Buhe überzeugt und gern einbinden lassen. Der Sennheiser-Entwicklungsleiter wurde der Ansprechpartner für eine Kooperation mit der Schule. Zwei Mikrofone für die Tablet-Klassen hat er jetzt an Schulleiter und Schülersprecher übergeben.

„Wir wollen eine Lösung mit Kopfhörern und Mikrofonen“, verdeutlichten Buhe und Szabo. Für die Zukunft stellte der Schulleiter ein Schüler-Radioteam in Aussicht. Die beiden digitalen Recorder-Mikrofone eröffnen den Schülern die Möglichkeit, Interviews aufzuzeichnen, Podcasts herzustellen und beispielsweise auf der Internetseite der Schule zu unterlegen.

Mikrofone helfen bei der Verständigung

Aber auch im Unterricht, speziell in Sprachverständigung für die geflüchteten Schüler, brauchte er diese Hilfe dringend, betonte Szabo. „Auf Tablets haben wir oft Tonschwierigkeiten. Aber wir haben keinen störungsfreien Raum in der Schule und müssten eigentlich mit Kopfhörern arbeiten. Deshalb bin ich mit meinem Anliegen zu Sennheiser gegangen. Die Mikrofone jetzt ermöglichen es, Interviews zu führen, die man am PC herunterladen und bearbeiten kann.“

Der gemeinsamen Technik AG mit dem Gymnasium will die Realschule die Mikros ebenfalls zur Verfügung stellen. Die Kooperation besteht seit vielen Jahren und bietet bei schulinternen und öffentlichen Veranstaltungen ihre Technikdienste an. Auch Informatikkurse sollen auf die Mikrofone zugreifen können.

„Wir unterstützen sehr, sehr gern, dass Jugendliche besser vorbereitet werden auf die digitalisierte Ausbildung und Berufswelt“, unterstrich der Sennheiser-Entwicklungsleiter, als er die Mikrofone den vier Schülersprechern stellvertretend übergab.

„Wir haben aber auch noch analoge Heftführung“, machte der Schulleiter deutlich. „Handschrift und Diktate fordern wir von den Schülern weiterhin. Sie schreiben schon schlecht genug.“ So würden weiterhin per Hand Mappen geführt, aber es gebe digitale Kopien davon.

Glasfaserkabel für die Schulen ist Zukunftsmusik

Die digitaltechnische Lage auf dem Campus W in Mellendorf beschreibt auf Nachfrage Gemeindesprecher Ewald Nagel so: Alle drei Schulen auf dem Campus – Gymnasium, IGS und Realschule Wedemark – verfügen einzeln über je einen konventionellen Endkundenanschluss wie normale Privatkunden. Dieser auf einem Kupfertelefonanschluss basierende VDSL-Internetanschluss mit 100Mbit /40 Mbit im Up- und Downstream wird vom Provider htp bereitgestellt. Schnellere Anschlüsse sind Nagel zufolge in der Wedemark auf Kupferbasis, wie jeder herkömmliche Telefonanschluss, aktuell nicht verfügbar. Kooperationspartner für VDSL in der Wedemark ist htp; andere Telefonanbieter mit schnelleren Leitungen im Kupferausbau gibt es nicht.

„Das ist per se eine Menge Bandbreite, aber eben nicht für 1000 oder mehr gleichzeitige Nutzer“, erläutert Nagel das Problem für Schüler und Schulen. Für das Rathaus im Vergleich stehe der gleichwertige Anschluss zur Verfügung, aber für nur 200 maximale gleichzeitige Zugriffe der Mitarbeiter. „Und so etwas wie Videostreaming und andere bandbreitenhungrige Dienste stehen in der Verwaltung nicht jedem User zur Verfügung. Sprich: in den Schulen sind Nutzungsart und Anzahl der gleichzeitigen User das Problem“, verdeutlicht der Gemeindesprecher.

Die Alternative sei ein Anschluss mit Glasfaser. Dafür, so Nagel, sei ein Ratsbeschluss zum Ausbau der Internetleitungen der weiterführenden Schulen mit Haushaltsmitteln für das nächste Jahr notwendig.

Von Ursula Kallenbach

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