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Wedemark Hobbyfotograf hat Kubas Lebensfreude im Fokus
Aus der Region Region Hannover Wedemark Hobbyfotograf hat Kubas Lebensfreude im Fokus
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00:15 01.06.2017
Von Roman Rose
"Die meisten Kubaner wollen gern fotografiert werden": Heinz Werner Reichnbach mit einer Reihe von großformatigen Motiven aus Kuba. Quelle: Roman Rose
Wedemark

Das erste Mal vor vielen Jahren war er noch mit einer älteren analogen Spiegelreflexkamera auf der großen Insel unterwegs. Stets waren weniger Landschaften als vielmehr die Menschen dort seine bevorzugten Motive. Sein Vorteil: "Die meisten Kubaner wollen gern fotografiert werden. Wenn sie sehen, das ich jemanden aufnehme, dann kommen sie häufig zu mir und wollen auch", berichtet er von seinen Erfahrungen. Dass er Spanisch spricht, ist für die Kontaktaufnahme ein großer Vorteil. Und immer frage er die Menschen, ob sie einverstanden sind - und sei es im Nachhinein. Vorher könnte es manchmal die Situation zu stark verändern, die im als Motiv ins Auge fällt. Denn seine Art zu fotografieren, ist der Schnappschuss - sehen und abdrücken.

Diese Lieblings-Arbeitsmethode war es dann auch, die ihn zu einem Kamera-Wechsel anregte - er stieg vor rund zehn Jahren auf eine sogenannte Bridge-Kamera um. Sie ist ein Mittelding zwischen den sehr einfachen Kompaktkameras und den Spiegelreflex-Modellen mit allen Schikanen. Der Hauptunterschied: Man kann die Objektive nicht wechseln - und sie sind erheblich leichter und günstiger. Alles sind für Reichenbach sehr gute Gründe, diese Art Kamera zu bevorzugen. "Ich war mit der analogen Kamera bald nicht mehr zufrieden, weil die Bildanzahl pro Film begrenzt war und weil meine keinen Autofocus hatte. Und ich wollte nie wieder Objektive wechseln, denn man hat sowieso immer im richtigen Moment das falsche drauf", sagt er.

Neben der Preisfrage ist für ihn auch das geringe Gewicht ein schöner Vorteil. "Gerade in der Hitze Kubas will ich kein schweres Teil dabeihaben." So kam er zu seiner Lumix DMC FZ 50, mit einer Lichtstärke ab 2,8 und einem zwölffach-Zoom von 35 bis 420 Millimeter Brennweite - und war damit auch in der digitalen Welt angekommen. Ebenso wichtig für ihn: "Der Zoom muss von Hand zu bedienen sein, das ist mein wichtigstes Werkzeug. Darüber wähle ich meinen Ausschnitt. Bildbearbeitung im Nachhinein ist für mich kein Thema." Außerdem sucht er sich seine Motive nicht. "Ich finde sie", sagt Reichenbach, "ich laufe mit offenen Augen durch die Stadt und sehe einfach Dinge."

Den Grundstein zu seiner Fotobegeisterung hatten seine Eltern mit einer einfachen Balgenkamera gelegt, die sie ihrem 13-Jährigen schenkten. Da kam noch ein Rollfilm hinein, das Format hieß 6x6. Während der Schulzeit engagierte er sich auch in einer Foto-AG. Während der aktiven Berufszeit - Reichenbach beriet als Agraringenieur Landwirte zum Thema Tierernährung - war dann aber nicht immer viel Zeit für dieses Hobby.

An die erste Kuba-Reise schlossen sich weitere an und stets hatte Reichenbach Aufnahmen früherer Aufenthalte dabei. Immer wieder suchte er die früher Fotografierten auf, zeigte ihnen ihre Bilder und verschenkte sie. "Es war auch schön zu sehen, dass sie große Freude daran hatten - die Lebensfreude der Kubaner ist bemerkenswert und steht für mich im Focus meiner Bilder. Sie zeigen zwar meine Sichtweise, sind aber dokumentarisch." Durch die wiederholten Besuche bekam er auch die Veränderung von Lebenswegen mit, zum positiven wie zum negativen. Manchmal entstand dann ein neues Foto, manchmal nicht. "Auch nur im geringsten kompromittierende Situationen sind für mich tabu", sagt er.

Den Anspruch, ein Künstler mit der Kamera zu sein, hat er nicht. Ausstellungen auf Kuba hat er gleichwohl schon bestückt, und ein wenig stolz ist er auch, dass die Galerie mit seinen ausgestellten Bildern dann spürbar mehr Zulauf hatte als sonst. Auf die Idee, auch in der Heimat auszustellen, brachte ihn aber erst Fotohändler Peter Burblies aus Mellendorf, wo Reichenbach Vergrößerungen machen lässt. Über private Kontakte kam er dann auf das Tagungs- und Seminarzentrum Werkhof in Hannover, wo jetzt zahlreiche seiner Bilder die Flure zieren. Auch für Kuba plant er schon seine nächste Ausstellung.

Ein Reisetermin steht noch nicht fest, doch das Land und seine Menschen bleiben in seinem Fokus - wenn auch künftig mit einer neuen Kamera, die immer noch seinem Bridge-Konzept folgt, aber ein paar mehr Einstellmöglichkeiten und ein größeres Display hat. Und noch etwas ist neu: Reichenbach hat die Themen altes Holz und altes Eisen für sich entdeckt. Künftig will er sich der bald 70-Jährige verstärkt mit verwitterten Flächen und Strukturen beschäftigen.

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