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Wedemark Kanalsanierung zerrt an den Nerven der Resser
Aus der Region Region Hannover Wedemark Kanalsanierung zerrt an den Nerven der Resser
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15:21 21.06.2018
Von Ursula Kallenbach
Auf Einladung des Ortsrats können die Resser an der Leipziger Straße Dampf ablassen und erhalten neue Informationen. Quelle: Kallenbach
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Resse

Genau 165 Hausanschlüsse hat der Wasserverband Garbsen-Neustadt seit Anfang 2017 in Resse neu gebaut, 1200 Frischwasserleitungen saniert, 24 Knotenpunkte eingerichtet und gleichzeitig die Trinkwasser-Transportleitungen von Heitlingen nach Resse erneuert. Dennoch sind die Anlieger ungeduldig und äußern sich kritisch. Denn eigentlich sollten laut Wasserverband die Arbeiten in diesem Teilbereich des Ortes bereits Ende 2017 abgeschlossen sein.

Ein Ortstermin auf Initiative des Ortsrats Resse gab jetzt die Gelegenheit zum Austausch. Den Umfang der Aufgaben, besonders an den zahlreichen Reihenhäusern, habe man unterschätzt, räumte der Leiter Wasserverteilung, Torsten Matussek bei der Baustellenbegehung an der Leipziger Straße ein. Hinzugekommen sei die Winterpause. Er kündigte aber an, dass der letzte Hausanschluss bis spätestens Ende Juli fertiggestellt sein soll. Die Pflasterarbeiten sollen am 23. Juli beginnen. „Wir rechnen mit sechs bis sieben Wochen dafür“, sagte Matussek.

Dann würden auch die Zwischenlager für Baumaterial wieder aufgelöst, die von der Gemeinde Wedemark – teils zum Ärger der Anlieger – zugewiesen worden waren. Ebenso soll es eine gemeinsame Bauabnahme mit der Gemeinde geben, bei der auch geprüft werden soll, wo schwere Baufahrzeuge Straßen beschädigt haben.

Beim Ortstermin monierten die Resser vor allem die mangelhafte Kommunikation der Beteiligten im Verlaufe der Planungen und Arbeiten. Auch war zu dem Termin kein Vertreter der Gemeinde erschienen. „Das Ende der Arbeiten war für Herbst 2017 angekündigt“, hielt Ortsbürgermeister Jochen Pardey fest und mahnte eine bessere Kommunikation an. „Das ist keine Umgehensweise mit Anwohnern. Dies sind ja nicht die letzten Arbeiten zur Sanierung des Wassernetzes in Resse.“

Nicht nur der Wasserverband hat gebuddelt. „Die Gemeinde hatte - wie es üblich ist - vor Beginn der Bauarbeiten durch den Wasserverband auch die anderen Versorger angesprochen, ob sie sich mit eigenen Arbeiten anschließen wollen. Von dieser Möglichkeit macht die Avacon Gebrauch und ist deshalb ebenfalls mit dabei“, erläuterte Pardey auf Nachfrage. So werden auch Glasfaserkabel für schnelles Internet verlegt.

Nahezu ein halbes Jahrhundert sind Pardey zufolge die Leitungen im Großteil Resses alt, und die erforderliche Erneuerung betrifft noch weitere Bereiche des Kanalnetzes im Ort. Bei der ersten Planung 2014 wurde das Netz entsprechend der Dringlichkeit in Prioritäten eingeteilt. „Die derzeit noch andauernden Arbeiten in dem Viertel zwischen Leipziger Straße, Königsberger und Breslauer Straße gehören zur zweiten und dritten Priorität“, machte Pardey deutlich. Zu diesen Prioritätsklassen gehören außerdem die Straßen nördlich der Osterbergstraße, die Abschnitte im sogenannten Musikerviertel wie etwa Beethoven- und Bachstraße sowie der größte Teil der Siedlung Lönswinkel. Eine Zeitplanung über den aktuell in Arbeit befindlichen Teil des Ortes hinaus sei ihm nur insoweit bekannt, als der Wasserverband in den nächsten zwei Jahren keine weiteren Bauarbeiten in Resse in Angriff nehmen wolle.

„Das heißt, dass für den größten Teil des sanierungsbedürftigen Kanalnetzes die Arbeiten erst in den bevorstehenden 2020-er Jahren anstehen wird“, betonte der Ortsbürgermeister. Er will den Wasserverband demnächst zu einer Vorstellung der weiteren Zeitplanung zu einer Sitzung des Ortsrates einladen. Wann dies geschehen kann, hänge auch davon ab, wann sich der Verband in der Lage sehe, diese Planungen ausreichend zu konkretisieren.

Für künftige Arbeiten dieser Art fordert Pardey konkret, dass nach Abtragen eines Weges die erforderlichen Tiefbauarbeiten und die anschließende Wiederherstellung organisatorisch gut vorbereitet und zügig durchgeführt werden. „Monate andauernde Mondlandschaften in einem Wohngebiet können nicht unabwendbar sein und sind deshalb auch nicht akzeptabel. Hier erwarte ich von der Gemeinde, die Verkehrssicherungspflicht stringenter durchzusetzen, als es in der letzten Zeit geschehen ist.“ 

Baustellen in Resse – eine Chronologie

Wiederholt haben in Ortsratsitzungen Resser ihren Unmut zur Dauer der Bauarbeiten, zur Absicherung der Baustellen und zu den Belästigungen durch die Arbeiten geäußert. Am 4. Juni verständigte sich der Ortsrat darauf, den jüngsten Begehungstermin mit den Beteiligten und Betroffenen zu organisieren.

Das ging voraus: Im März 2017 stellte der Wasserverband die kurz zuvor begonnen Arbeiten und den Zeitplan im Ortsrat vor. Im April organisierte auf Intervention von Ortsbürgermeister Jochen Pardey die Gemeinde die Baustofflager im Ort um. Im November stürzt eine Anwohnerin, andere Resser wiesen den Ortsrat auf die Gefahren durch unzulängliche Baustellenabsicherungen hin. Auf Hinweis des Ortsbürgermeisters drängte die Gemeindeverwaltung die Bauleitung zur Einhaltung der Sicherheitsvorschriften. Eine Inspektion durch die Gewerbeaufsicht und Vertreter der Avacon schlossen sich an, worauf dieser Missstand beseitigt wurde. Die Ankündigung, die Arbeiten noch im Jahr 2017 abschließen zu können, wurde im November revidiert und dann für den darauffolgenden Januar angekündigt. Und diese Verzögerungen setzten sich weiter fort. Im Juni wurde ein Abschluss im August in Aussicht gestellt. Dies nimmt der Ortsrat zum Anlass, auf den jetzt erfolgten Ortstermin hinzuwirken.

Für den Wasserverband stehen der Rohrnetzmeister Sanierung, Jens Watzlawek (zweiter von links), und der Leiter Wasserverteilung, Torsten Matussek (dritter von links, Rede und Antwort. Auch Ortsbürgermeister Jochen Pardey (im Vordergrund) informiert. Quelle: Kallenbach

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