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Wedemark Klärschlamm: Klare Absage an Enercity
Aus der Region Region Hannover Wedemark Klärschlamm: Klare Absage an Enercity
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00:19 29.10.2018
Abwassermeister Christian Bock (von links), Stadtentwässerungs-Leiterin Sandra Bosolt und Kläranlagen-Leiter Christoph Kormann suchen gemeinsam nach einer Lösung für den in Langenhagen anfallenden Klärschlamm. Quelle: Rebekka Neander (Archiv)
Langenhagen

Im Grunde sind sich alle einig. Da nützten am Donnerstagabend auch die sich wiederholenden, aber alleinigen Gegenreden des BBL-Ratsherrn Jens Mommsen nichts. Langenhagen soll sich an der kommunalen Gemeinschafts-Gesellschaft zur Entsorgung von Klärschlamm beteiligen. Über diese nahezu einhellige Empfehlung des Finanzausschusses wird nun am Montag, 5. November, endgültig der Rat der Stadt entscheiden – und sich damit einreihen in die Liste jener Kommunen, die dieser Tage diese Weiche stellen.

Das Gremium erteilte damit dem zwischenzeitlich offenbarten Angebot von Enercity, in einer in Lahe geplanten Verbrennungsanlage auch den Klärschlamm Langenhagens mitzuverbrennen, eine klare Absage. „Enercity ist auf einen fahrenden Zug aufgesprungen“, hielt Bürgermeister Mirko Heuer am Donnerstag fest. Tatsächlich habe Enercity-Geschäftsführerin Susanna Zapreva im Mai 2017 im Unternehmensbeirat zwar eine „80 bis 100 Seiten starke Powerpoint-Präsentation“ vorgestellt. Diese, so Heuer, sei jedoch nicht mehr als eine Planungsskizze gewesen ohne harte Details zur Wirtschaftlichkeit der Anlage oder etwaigen Entsorgungskosten für die Kommunen. In einer zweiten Runde vor den Hauptverwaltungsbeamten der Region vor nicht langer Zeit habe Zapreva lediglich zwei Folien vorgestellt, die keine nennenswerte Weiterentwicklung des Projektes im Vergleich zum vorherigen Stand habe erkennen lassen. „Enercity muss gewinnorientiert arbeiten, das muss die kommunale Gesellschaft nicht“, sagte Heuer, der in dieser Haltung auch von CDU, SPD, Grünen und Unabhängigen unterstützt wurde. Überdies habe Langenhagen als Kunde von Enercity keine Steuerungsmöglichkeit. Eine Direktvergabe an Enercity scheide letztlich ohnehin aus. „Eine Stadt von der Größe Langenhagens muss ausschreiben“, sagte Heuer.

Derzeit gehören insgesamt neun Kommunen zwischen Celle und dem Raum Hildesheim zu dem von Langenhagen angeregten Verbund, dessen langfristiges Ziel der Bau einer sogenannten Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage in Hildesheim ist. Hintergrund ist eine Gesetzesänderung für größere Kommunen, die diesen die alleinige Verbrennung von Klärschlamm in einer solchen Anlage bei gleichzeitigem Recycling von Phosphor vorschreibt. Aktuell gibt es in Niedersachsen keine dieser Art. Die Kapazitäten anderer Verbrennungsanlagen seien ausgeschöpft, wie Sandra Bosold, Leiterin der Stadtentwässerung Langenhagen (SE), bereits vor geraumer Zeit den politischen Gremien erläutert hatte. Die Kommunen, so der Plan, sollen zum Jahresbeginn die Kommunale Nährstoffrückgewinnung Niedersachsen GmbH mit Sitz in Hildesheim gründen. Vorausgesetzt, die jeweiligen Kommunalparlamente stimmen zu.

So einhellig positiv wie der Finanzausschuss in Langenhagen haben sich in den vergangenen Wochen bereits Gremien in Barsinghausen und Celle geäußert. In Hildesheim beginnen die Beratungen kommende Woche. Wie in Langenhagen stehen in diesen Kommunen bis Mitte November die endgültigen Beschlüsse an. Die Gesellschaftsgründung dient bis 2020 zunächst der Planung einer neuen Verbrennungsanlage in Hildesheim. „Sollte sich in der Zwischenzeit herausstellen, dass die gefassten Ziele nicht so zu erreichen sind, besteht für alle Kommunen eine Ausstiegsmöglichkeit“, wiederholte Bosold am Donnerstag im Finanzausschuss.

Von Rebekka Neander

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