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Wedemark Ein Nomade verlässt den Kirchenkreis
Aus der Region Region Hannover Wedemark Ein Nomade verlässt den Kirchenkreis
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12:00 27.06.2018
Superintendent Holger Grünjes (links) und der Kirchenkreistagsvorsitzende Friedrich Engeling (rechts) begrüßen Karl-Martin Harms und verabschieden Paul-Martin Gundert (zweiter von rechts). Quelle: Andrea Hesse
Langenhagen

Ein Nomade, wortgewaltiger Prediger und überzeugter Seelsorger verlässt den Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen: In einem Gottesdienst in der Elisabethkirche hat Superintendent Holger Grünjes Pastor Paul-Martin Gundert aus seinem Dienst als Springer im Kirchenkreis in den Ruhestand verabschiedet. „Die Klarheit Ihrer Worte, Ihre Menschenfreundlichkeit und Zugewandtheit haben mich immer wieder beeindruckt“, betonte Grünjes. „Sie sind wortgewaltig, standhaft und verlässlich und sind immer Ihren Überzeugungen gefolgt.“

Auch die Nachfolge ist bereits geregelt: Neuer Springer im Kirchenkreis ist seit dem 1. Juni Pastor Karl-Martin Harms. Er ist zunächst in den Kirchengemeinden Elze-Bennemühlen in der Wedemark und in Matthias-Claudius in Krähenwinkel tätig. Harms wird zudem die Notfallseelsorge übernehmen, ab 2019 auch die Stelle des Flughafenseelsorgers.

Paul-Martin Gundert war vor zehn Jahren in den Kirchenkreis gekommen; zunächst als Elternzeitvertreter im Pfarramt in Mellendorf, anschließend dann als „Nomade“, wie er sich selbst gerne bezeichnet, tätig: Denn als Pastor im Springerdienst übernahm er in 14 der immerhin 18 Gemeinden im Kirchenkreis Vakanz-, Urlaubs- oder Krankheitsvertretungen. Er verwies nun in seiner letzten Predigt im Kirchenkreis auf die Möglichkeit, Leben zu gestalten und daran zu wachsen – auch angesichts mancher unerfüllbarer Anforderungen und Zumutungen. Immer wieder habe Gundert in seinem Berufsleben Menschen getroffen, denen dies gelungen sei – einer der Gründe für die Leidenschaft, mit der er trotz eigener schwerer Erkrankungen seinen Beruf ausübte. Leidenschaftlich warb er unter den Kollegen auch für die Beteiligung an der Notfallseelsorge im Kirchenkreis. Dabei wurde Gundert trotz mancher Hindernisse nicht müde, die Bedeutung dieses seelsorglichen Dienstes zu betonen.

„Meine eigene Kirchengemeinde hatte das große Glück, Sie eine Zeit lang bei sich zu haben. Das hat uns allen sehr gut getan“, betonte Friedrich Engeling, Vorsitzender des Kirchenkreistages aus Burgwedel, in seinen Abschiedsworten an Gundert. Dieser habe die besondere Begabung, sehr gut zuzuhören und zu beobachten, gleichzeitig konstruktiv nach vorne zu denken und zu arbeiten – viele Gemeinden im Kirchenkreis hätten davon profitiert, lobte Engeling.

„Es ist ein großes Glück, dass die Neubesetzung der Springerstelle so schnell erfolgen konnte“, begrüßte Grünjes schließlich Karl-Martin Harms im selben Gottesdienst. „Wir freuen uns allesamt sehr, dass Du da bist.“ Harms bringe große Erfahrung mit und sei viel herumgekommen: Er absolvierte unter anderem eine zusätzliche Seelsorgeausbildung im US-amerikanischen Indianapolis, listete der Superintendent auf. In der gut gefüllten Elisabeth-Kirche feierten viele Haupt- und Ehrenamtliche aus den Kirchengemeinden die Verabschiedung des älteren und Einführung des jüngeren Pastors.

Und das, obwohl sich Gundert eigentlich still und leise hatte verabschieden wollen: „Lange hat er sich gegen eine offizielle Verabschiedung gewehrt“, verriet Grünjes. „Er wollte nur einen Kaffee und eine Zigarette, nicht mehr.“ Der Superintendent folgte diesem Wunsch nicht: Und der Zuspruch bei der Abschiedsfeier gab ihm wohl recht.

Von Sven Warnecke

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