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Wedemark Autoaufbrüche bereiten der Polizei Sorge
Aus der Region Region Hannover Wedemark Autoaufbrüche bereiten der Polizei Sorge
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00:32 29.03.2018
Von Ursula Kallenbach
Die Zahl der Straftaten ist auch in der Wedemark gestiegen. Quelle: Symbolbild
Mellendorf

Eine Zahl macht das Aufkommen der Straftaten in den Kommunen vergleichbar: 4515 Straftaten kamen in der Wedemark im Jahr 2017 - rein rechnerisch - auf 100.000 Einwohner. Real leben in der Gemeinde gut 30.000 Menschen. Der Durchschnittswert im Land liegt mit 6621 (2017) deutlich höher - und in der Region Hannover mehr als doppelt so hoch wie in der Wedemark. Mit diesem Vergleich hat der Leiter des Kommissariats Mellendorf, Klaus Waschkewitz, jetzt die Kriminalstatistik vorgestellt.

Straftaten steigen in der Wedemark

Gleichwohl musste auch die Polizei in der Wedemark eine Steigerung der Straftaten verzeichnen. Im vergangenen Jahr wurden 1330 Delikte registriert, 96 mehr als im Jahr davor. Das bedeutet eine Steigerung um knapp acht Prozent. Von diesen Straftaten wurden in Mellendorf 1026 Fälle bis zur Abgabe an die Staatsanwaltschaft bearbeitet, für andere Delikte sind zentrale Ermittlungsgruppen in Burgdorf oder Hannover zuständig. Das gilt etwa für Wohnungseinbrüche, Fahrzeugdiebstahl, zahlreiche Betrugsdelikte, Graffiti und Schmiereien mit politischem Hintergrund sowie die Brandermittlung.

Dass die Straftaten gegenüber 2016 zugenommen haben, erklärt die Polizei Mellendorf in erster Linie aus der Anzahl der angezeigten Sachbeschädigungen. 220 Taten wurden 2017 angezeigt, im Jahr zuvor waren es 115. 145 Fälle wurden in Mellendorf bearbeitet. Darunter hat ein Fall im April letzten Jahres die Zahl der Straftaten hochgetrieben, verdeutlichte der Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes, Kai-Uwe Bebensee. Damals hatten an einem Sonntagvormittag ein 16-jähriger Wedemärker und ein 19-Jähriger aus Langenhagen innerhalb von 75 Minuten in mehreren Ortsteilen der Wedemark an insgesamt 47 Autos die Heckscheiben eingeschlagen. Den jungen Männern konnte diese Serie in akribischer Ermittlungsarbeit nachgewiesen werden. Insofern konnten 44,83 Prozent dieser Art von Straftaten aufgeklärt werden; 2016 lag die Quote noch bei 26,14 Prozent.

Die meisten Schläger werden gefasst

Auf hohem Niveau liegt indes die Aufklärungsquote bei Körperverletzungen: In 97,71 Prozent dieser Fälle - darunter auch häusliche Gewalt - werden die Schläger ermittelt. 131 Delikte gab es im Berichtsjahr gegenüber 127 im Vorjahr.

Lediglich eine Tat - das bedeutet 2,13 Prozent - in Sachen schwerem Diebstahl an oder aus Kraftfahrzeugen konnte aufgeklärt werden. „Wir haben dort einen deutlichen Anstieg“, berichtet Bebensee. Nach 29 Delikten 2016 stehen dem 47 im Jahr 2017 gegenüber. Die Täter seien technische Profis, die  auf Bestellung agierten: „Sie werden nicht beobachtet, hinterlassen kaum Spuren, arbeiten sauber und tragen Handschuhe", weiß der Ermittler. Es gehe ihnen in hochwertigen Fahrzeugen um fest eingebaute Multifunktionsgeräte, die dann auf Märkte außerhalb Deutschlands gebracht würden.

Anwohner sollen Polizei sofort Verdächtige melden

Die Polizei schließt an ihre Erkenntnisse einen Appell an. „Wenn Anwohner ihnen verdächtig vorkommende Fahrzeuge nachts in ihrem Wohngebiet sehen, sollten sie umgehend die Polizei informieren“, bittet Bebensee. Wenn die Beamten Halter und Fahrzeug überprüfen, werde das Kennzeichen auch als Information ins System der Polizei eingepflegt. „Solche Hinweise werden auch bei Schichtwechsel in der Dienststelle zwischen den Kollegen weitergegeben.“

Doch auch die Aufbrüche von Handwerker-Fahrzeugen, die samt hochwertiger Geräte über Nacht abgestellt werden, sind in diesen Zahlen enthalten. „Der Bereich rund ums Blech bereitet uns überall Sorgen“, bekräftigte Waschkewitz. Das betreffe vor allem Polizeidienststellen in der Nähe von Autobahnen.

Einbrüche gegen zurück

Eine gute Nachricht haben die Ermittler aber auch: So sind die Wohnungseinbrüche zurückgegangen. 93 Delikte stehen 114 im Jahr 2016 gegenüber. Das bedeutet ein Minus von 18,42 Prozent. Erfreulich aus Sicht der Polizei sei, dass es bei etwa 40 Prozent beim Versuch geblieben ist. Entweder wurden die Täter gestört oder sie scheiterten an den installierten Sicherungseinrichtungen.

Die Polizei wird aber auch in diesem Jahr ihre Präventionsarbeit fortsetzen, kündigt Waschkewitz an. Als Wermutstropfen ist indes die gesunkene Aufklärungsquote der zentral in Burgdorf bearbeiteten Einbrüche zu nennen: Nur 16,13 Prozent der Taten konnten aufgeklärt werden, im Jahr 2016 waren es noch von 25,44 Prozent.

Ladendiebstähle bereiten Polizei Probleme

Nicht jede sinkende Aufklärungsquote muss sich die Polizei zuschreiben. So sind 2017 nur 64 Prozent der Diebstähle im Handel (38 von 59 bekannt gewordenen Fällen) aufgeklärt worden. 2016 lag sie noch bei 85,29 Prozent. „Auf frischer Tat ertappt galt einmal“, verdeutlichte Bebensee. Geschädigte Firmen zeigten Taten zunehmend erst dann an, wenn sie Fehlbestände ausmachen, Umverpackungen auffinden oder Videoaufzeichnungen auswerten. Zudem fehlten oft Hinweise auf die Täter.

Registrierte Fahrraddiebstähle, zumeist an den drei S-Bahnhöfen, sind von 98 auf nunmehr 80 Taten zurückgegangen. Aufgeklärt werden konnten lediglich 11,25 Prozent, ein Jahr zuvor waren es noch 22,45 Prozent. Auch dazu der Appell der Polizei: mit einer Codierung zum Wiederauffinden beitragen.

Im Polizeikommissariat in Mellendorf erläutern Klaus Waschkewitz (links) und Kai-Uwe Bebensee die Statistik. Quelle: Kallenbach

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