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Wedemark Hitze macht dem Projekt zu schaffen
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14:47 06.02.2019
Die krasse Sommerhitze hat etwa 20 der eingebrachten 142 Holzbündel freigelegt. Quelle: Annika Wegener
Meitze

Zwar hat die Hitze des letzten Sommers dem Totholz-Projekt „Baggersee“ am Meitzer See durchaus zugesetzt. In der Folge strandeten einige der ins Gewässer gelassenen Holzbündel. Gleichwohl hat sich innerhalb eines knappen Jahres die Artenvielfalt in dem Kiessee erhöht. Diese Bilanz haben Projektleiter Thomas Klefoth und Projektkoordinator Prof. Robert Arlinghaus am Dienstag bei der Exkursion am Meitzer See gezogen.

Projektleiter Thomas Klefoth und Projektkoordinator Prof. Robert Arlinghaus bei der Exkursion am Meitzer See. Quelle: Annika Wegener

Bei dem Vorort-Termin kam es auch zu einem Austausch zwischen den ehrenamtlichen Helfern, den beteiligten Wissenschaftlern und der projektbegleitenden Arbeitsgruppe. Rückblick: Im Februar 2018 versenkten Helfer 142 Bündel mit sogenanntem Totholz in dem Meitzer See. Zudem wurden mehrere neue Flachwasserareale geschaffen. Alles zusammen soll helfen, die Struktur des Gewässers zu verbessern. Dabei handelt es sich um ein gemeinsamen Projekt des Anglerverbands Niedersachsen (AVN), des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und der Technischen Universität Berlin (TU). Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie dem Bundesamt für Naturschutz gefördert.

„Die Flachwasserzonen und der Totholzeintrag sind fertiggestellt“, berichtete nun der promovierte Biologe Klefoth vom Anglerverband, der die Umsetzung des Projektes leitet. „Bereits nach wenigen Monaten haben sich sechs Pflanzenarten in den Flachwasserzonen angesiedelt. Darunter drei, die vorher nicht im Gewässer vorkamen und eine, die als gefährdet eingestuft ist.“

Totholz fördert die Artenvielfalt im See

„Damit wurde ein Teil der Projektziele bereits erreicht, die Artenvielfalt hat sich erhöht. Ob dies auch für Fische und andere Organismengruppen gilt, muss die weitere Forschung ergeben“, ergänzt Prof. Arlinghaus vom Leibniz-Institut. „Baggersee“ läuft noch bis Mai 2022. In dieser Zeit soll es weitere Untersuchungen geben, um festzustellen, wie sich die Strukturverbesserungen auf Bestand und Vielfalt der Pflanzen, Fische, Vögel, Libellen und anderer Arten haben.

Beeinträchtigt wurde das Projekt von der extremen Hitze. In der Folge sank der Wasserspiegel und ließ gut 20 Holzbündel stranden. Klefoth geht aber davon aus, dass sich der Pegel wieder normalisieren wird. „Wir haben im Sommer 2017, ein Jahr vor den Maßnahmen in einer aufwendigen Vermessungsaktion ausgerechnet, wie wir die Zonen anlegen müssen, um auch dort die Holzbündel optimal zu platzieren. Aber mit so einem krassen Sommer konnte keiner rechnen“, heißt es von ihm weiter. Bei einer ersten Kontrolle konnte jedoch bereits festgestellt werden, dass sich Fische in den Bündeln tummelten. Sie nutzen diese als Unterschlupf oder Nahrungsquelle. Denn auf dem Holz haben sich Algen als Futter gebildet. „Ob die Fische das Holz auch zum ungestörten Laichen nutzen, werden weitere Befischungen zeigen.“

Die Feuerwehr Wedemark bringt die Exkursionsteilnehmer mit einem Boot zu den Flachwasserzonen und Totholzbündeln auf den See hinaus. Quelle: Katja Wiegner

Sichtlich angetan waren auch Kerstin Hille, Gertrud Fischer und Detlef Heckhoff vom Projektträger, der für die beiden Ministerien die Finanzierung kontrolliert. Mitglieder der Feuerwehr Wedemark brachten die Exkursionsteilnehmer nach und nach mit Booten zu den versenkten Holzbündeln. Die ehrenamtlichen Retter hatten seinerzeit gemeinsam mit Mitgliedern des Angelsportvereins Neustadt (ASV) das Totholz in den See geschafft.

„Baggersee“ ist weltweit größtes Totholzprojekt

Landesweit beteiligen sich 20 Anglervereine an der Naturschutzaktion, die nach Angaben von Thomas Klefoth das weltweit größte Totholzprojekt ist. Unter den inzwischen versenkten 800 Bündeln, die jeweils 300 Kilogramm wiegen und aus 1,2 Kubikmetern Holz bestehen, soll neues Leben entstehen. Auch Vögel sollen davon profitieren. Parallel zu den acht Gewässern, in denen Totholz versenkt wurde, gibt es auch noch einige, an denen Flachwasserzonen ausgebaggert wurden. Dazu zählt neben dem Meitzer See auch der Kiesteich in Brelingen. An dem Projekt haben sich 160 ehrenamtliche Helfer beteiligt und 1300 Stunden angeleistet. Am 12. Mai 2018 wurde „Baggersee“ als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet.

Von Sven Warnecke

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