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Wennigsen Anwohner beklagen: Füchse reißen Hühner
Aus der Region Region Hannover Wennigsen Anwohner beklagen: Füchse reißen Hühner
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00:17 10.11.2018
Unter den Blechen finden die Hühner Schutz vor Habichten. Quelle: Lisa Malecha
Degersen

 Freilaufende Hühner in der Feldmark sind für Spaziergänger in Degersen kein ungewohnter Anblick. Denn immer wieder schaffen es einige Tiere vom Oelkershof, die Zäune um ihre Auslaufflächen zu überwinden oder durch kleine Löcher zu entkommen. Das Federvieh ist dann tagsüber auf den umliegenden Feldern unterwegs, kehrt aber abends in die mobilen Ställe des Oelkershofs zurück. Für manche Hühner aber endet der Ausflug in die Feldmark tödlich. Denn erreichen sie ihre Ställe nicht rechtzeitig, bevor deren Tore sich automatisch verriegeln, müssen sie die Nacht draußen verbringen – und werden für Füchse zur leichten Beute. Spaziergänger finden die Tierkadaver dann häufig in der Feldmark.

 

Die Hühner hätten in der Regel ab morgens Auslauf, berichtet Hofbetreiber André Constantin Oelkers. Im Normalfall kehrten sie abends in den Stall zurück. „Das ist ein Instinkt, der bei Dämmerung einsetzt.“ Dass die Ställe sich automatisch eine bis anderthalb Stunden nach Sonnenuntergang schließen, sei eine Sicherheitsmaßnahme, sagt Oelkers. Denn vor allem nachts würden Füchse vom Geruch der Tiere angelockt. Sie kämen nachts in den umzäunten Bereich und töteten dann alle Tiere, die sie fassen können. „Der Fuchs gerät in einen sogenannten Blutrausch, er reißt nicht nur, was er fressen will, sondern alles, was sich bewegt“, sagt der Hofbesitzer. Habe das Raubtier einmal Glück, komme es immer wieder zurück. Am schlimmsten wäre es allerdings, wenn es ein Raubtier in einen der mobilen Ställe schaffen würde. „Das wäre ein Desaster“, sagt er.

Gefahr laufen die Hühner vor allem in der Brut und Setzzeit sowie im Herbst, wenn die Felder abgeerntet sind und die Nahrung für die Füchse knapper wird. Er tue alles ihm Mögliche, um die Hühner zu schützen, betont er. „Wir bejagen den Fuchs – aber auch da gibt es Vorschriften, wann und welche Tiere geschossen werden dürfen.“ Oelkers will deshalb mit den Jagdpächtern beratschlagen, wie das Problem gelöst werden kann. Dass der Anblick der toten Tiere die Anwohner verstört, kann der Betreiber des Hühnerhofs gut nachvollziehen. Allerdings lasse sich dies nicht hundertprozentig verhindern.

Auch Habichte reißen Hühner

Nicht nur der Fuchs ist für das Federvieh eine Gefahr. Die Hühner werden auch von Habichten gerissen – und die stehen unter Naturschutz. „Die einzige Lösung wäre es, alle Flächen mit Netzen komplett abzuriegeln“, sagt Oelkers. Doch das sei finanziell nicht leistbar. Das Problem lasse sich nicht so einfach lösen – „zumindest dann nicht, wenn man Freilandeier möchte“, sagt Oelkers. Kein Stall könne garantieren, dass nicht mal ein Tier entwischt. Er versichert allerdings, dass er die Tierkadaver umgehend abholt und fachgerecht entsorgt, sofern ihm die Anwohner ihre Funde melden.

Nachfrage nach regionalen Produkten steigt

Seit 1930 gibt es den Oelkershof in Degersen. 2008 übernahm André Constantin Oelkers den Hof von seinem Vater und setzte 2013 erstmals das sogenannte Hühnermobil ein, einen Stall auf Rädern. Durch das häufige Umsetzen des Hühnermobils würden Schlammbildung und die Entstehung von Krankheitskeimen verhindert. Zudem könne der Untergrund sich immer wieder regenerieren.

Derzeit sind mehrere Hundert Hühner in vier mobilen Ställen untergebracht. „In den Ställen läuft vieles automatisch, damit wir den Tieren mehr Zeit widmen können“, sagt Oelkers. Futter, Wasserzufuhr und auch das Klima werden vollautomatisch geregelt. Neuste Anschaffung ist ein Stall, der auf sechs Kufen statt auf Rädern steht.

Die Expansion sei dank der gestiegenen Nachfrage nach regionalen Produkten möglich, sagt Oelkers. Angefangen hatte der Verkauf von Eiern mit einem Automaten am Hof, dann kamen der örtliche Edeka-Markt und der Rewe-Markt in Gehrden dazu. Mittlerweile beliefert der Hof rund 24 inhabergeführte Supermärkte im Umkreis von 30 Kilometern.

„Die Verbraucher sind misstrauischer geworden, wollen sehen, wo ihre Produkte herkommen“, sagt der Hofbesitzer. „Sie hinterfragen mehr.“ Daher sei er auch immer bereit, mit Kunden zu reden, wenn diese Fragen zur Haltung haben oder ihn auf ein Problem hinweisen. lis

 

Von Lisa Malecha

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