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Wennigsen Fest soll bei Vermietern Vorbehalte abbauen
Aus der Region Region Hannover Wennigsen Fest soll bei Vermietern Vorbehalte abbauen
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00:15 13.08.2017
Von Ingo Rodriguez
Integrationslotsin Beate Paffrath-Müller sucht mit Ahmad Tamim für seine vierköpfige Familie nach einer geeigneten Wohnung in Wennigsen. Quelle: Ingo Rodriguez
Wennigsen

Die Integrationslotsin Beate Paffrath-Müller lässt sich von Rückschlägen nicht so leicht einschüchtern. Schon vor einem halben Jahr hatte die Willkommensgruppe mögliche Vermieter, Immobilienbesitzer, Wohnungsgesellschaften und Makler zu einem Kennenlernabend mit anerkannten Neubürgern eingeladen. Doch der Wunsch nach einer freundlichen Kontaktaufnahme und nach einer eigenen Wohnung blieb für die Flüchtlinge unerfüllt: Zu dem Informationsabend kam kein einziger Immobilienbesitzer. „Dabei haben inzwischen rund 90 Prozent der ursprünglich in Wennigsen untergebrachten Neubürger längst anerkanntes Bleiberecht, sind schon gut integriert und brauchen eigene oder größere Wohnungen“, sagt Paffrath-Müller.

Sie stößt aber bei möglichen Vermietern immer wieder auf Widerstände und Vorbehalte. „Wenn ich mich auf Wohnungsanzeigen mit meinem eigenen Namen melde, sind die Chancen noch groß. Wenn jedoch der Begriff ‘syrische Familie’ ins Spiel kommt, wird Ablehnung deutlich“, hat sie bereits mehrfach erlebt. Doch Paffrath-Müller und die rund zehn ehrenamtlichen Integrationslotsen aus Wennigsen geben nicht auf. Sie werben weiter um Verständnis, wollen Hemmschwellen abbauen und Aufklärungsarbeit leisten. „Unsere Einwandererfamilien sind gut im Alltag angekommen und werden auch weiterhin von uns Betreuern im Alltag als Ansprechpartner begleitet. Und die Miete zahlt nach den abgeschlossenen Asylverfahren das Jobcenter“, sagt sie. Paffrath-Müller betont: Kein Vermieter müsse befürchten, dass in einer Vierzimmerwohnung plötzlich auch noch zehn Untermieter einziehen.

Allen bisherigen Widerständen zum Trotz starten Paffrath-Müller und ihre ehrenamtlichen Mitstreiter jetzt einen neuen Versuch. Die Integrationshelfer laden mögliche Vermieter und Immobilienbesitzer für Sonnabend, 12. August, um 16 Uhr erneut zu einem Familienfest ein – mit internationalem Büfett. Und trotz der ersten Enttäuschung werden auch viele der anerkannten Einwanderer wieder mit großen Hoffnungen ins Gemeindehaus am Klosteramthof kommen: Endlich raus aus den Sammelunterkünften und viel zu kleinen Wohnungen – und rein in die eigenen vier Wände, mit mehr Privatsphäre und Platz. „Wir benötigen im gesamten Gemeindegebiet Wohnraum für Familien, aber keine abbruchreifen Hütten“, sagt Paffrath-Müller aus Erfahrung. Fragen beantwortet sie unter Telefon (0 51 03) 7 05 50 59.

Tamim sucht Wohnung für seine wiedervereinte Familie

Der ursprüngliche Hintergrund des Familienfestes ist beispielhaft: Der 30-jährige Syrer Ahmad Tamim feiert bei dem Fest den geglückten Nachzug und die Ankunft seiner Frau und seiner beiden Kinder in Wennigsen. Tamim selbst lebt jetzt bereits seit zwei Jahren in Wennigsen, spricht gut Deutsch und macht derzeit ein Praktikum als Fachinformatiker in einem Unternehmen in Hannover. Außerdem arbeitet er ehrenamtlich bei der Klosterbühne Wennigsen als technischer Helfer mit. Seit der Ankunft der Frau und beider Kinder im Juni lebt die vierköpfige Familie weiterhin in einer Zweizimmerwohnung. „Wir suchen aber eine größere dauerhafte Bleibe und würden gern in Wennigsen bleiben“, sagt Tamim.

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