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Wennigsen Landwirte legen mit Erfolg Lerchenfenster an
Aus der Region Region Hannover Wennigsen Landwirte legen mit Erfolg Lerchenfenster an
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00:43 08.06.2018
Eine junge Feldlerche: Die Calenberg-Bredenbeck GbR und der Nabu betreiben mit ihren Lerchenfenstern auf den Feldern erfolgreich Artenschutz. Quelle: privat
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Bredenbeck

Kleine Saatlücken mit großem Nutzen: Für Landwirt Christian Schulze sind diese Lerchenfenster eine einfache Methode, um dem brauen Bodenbrüter zu helfen. „Die Bestände sind seit den siebziger Jahren massiv zurückgegangen“, erzählt der 39-jährige Betriebsleiter der Calenberg-Bredenbeck GbR, die die Güter der Freiherrn Knigge und des Welfenprinzen Ernst August von Hannover bewirtschaftet. Mittlerweile gilt die Feldlerche als gefährdete Art. „Naturräume verändern sich, das setzt dem Vogel zu. Hier muss man sich wieder annähern“, sagt Schulze.

Das Nest einer Feldlerche ist nicht größer als eine Hand. Quelle: privat

Die Feldlerche sammelt nicht nur ihre Nahrung auf Äckern und Wiesen, sondern legt dort auch ihre Nester an und zieht die Brut auf. Als Lebensräume bevorzugt er Bestände, die höchstens 50 Zentimeter hoch und eher dünn bestanden sind. Zum Schutz vor Fressfeinden meidet sie die Nähe von Büschen und Bäumen.

Annäherung heißt, dass die Bauern wieder Lebensräume schaffen, die durch die ihre intensive Landwirtschaft verloren gegangen sind. Um der Feldlerche zu helfen, legt der Bredenbecker Betrieb Lerchenfenster an. Diese Fenster sind ausgesparte Flächen im Wintergetreide, die nur gegrubbert oder anderweitig eingesät werden.

Hier befinden sich die Lerchenflächen bei Bredenbeck. Quelle: privat

32 Lerchenfenster hat die Calenberg-Bredenbeck GbR in diesem Jahr bei Bredenbeck, Leveste und Schulenburg für den Bodenbrüter angelegt. Noch bis Ende Juni ist Hauptbrutzeit. „Das Nest der Feldlerche ist nicht größer als eine Hand“, erzählt Schulze. Das Gelege besteht in der Regel aus drei bis fünf weißlichen bis hell bräunlichen Eiern. Die Brutdauer beträgt bis zwölf Tage. Nach gut einer Woche verlassen die Jungen das Nest, können aber erst mit 15 Tagen fliegen und mit 19 Tagen selbständig Futter suchen. Unabhängig sind die Jungvögel mit etwa 30 Tagen. Bis Mitte Juli erfolgt häufig eine zweite Jahresbrut. Deswegen bleiben die Lerchenfenster bis August stehen. Im Frühjahr 2019 werden wieder neue angelegt.

Das Projekt startete im Jahr 2015 und wird von der Region Hannover gefördert. Der Nabu Niedersachsen und das Artenschutzzentrum in Leiferde begleiten es wissenschaftlich und kartieren – das ist neu. „Lerchenfenster an sich gibt es bestimmt schon seit 20, 30 Jahren“, schätzt Schulze. Doch nur mit eher mäßigem Erfolg, weil „wie nicht wussten, wie die Lerchenfenster am effizientesten sind“, sagt Schulze. Wie groß müssen sie zum Beispiel sein? Und was muss darauf wachsen?

Alle Lerchenfenster sind 36 Meter breit, die Länge variiert bis maximal 72 Meter. Inzwischen können Landwirte und Nabu anhand ihrer Beobachtungen vorsichtig schlussfolgern, dass die Feldlerche wohl die kleinen, mit einer Blühmischung eingesäten Flächen besser annimmt. Schulze spricht von einem guten Bruterfolg, der sich nachweisen ließe. Und auch andere Arten fänden ein optimales Umfeld, sagt er. Fast 40 Jahre sah man den Kiebitz kaum noch – „jetzt gibt es ihn hier wieder“, berichtet der Diplomagraringenieur.

Von Jennifer Krebs

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