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Wennigsen So soll die Sanierung der Hauptstraße weitergehen
Aus der Region Region Hannover Wennigsen So soll die Sanierung der Hauptstraße weitergehen
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16:29 22.06.2018
Gegenüber der Pinkenburg soll künftig längs und nicht mehr senkrecht geparkt werden. Quelle: Malecha
Wennigsen

Mit der Sanierung soll die Hauptstraße nicht nur attraktiver werden, auch die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer entlang des neuen „Wohnzimmers“ der Gemeinde soll erhöht werden. Doch die Sanierung ist auch notwendig, denn die Regen- und Schmutzwasserkanäle müssen erneuert werden. Wie genau der Ortskern aussehen könnte, haben die Planer nun vorgestellt. „Sie haben hier ja nicht den einen Marktplatz, deshalb soll die Hauptstraße als Herz der Gemeinde fungieren“, sagt Thomas Pfeiffer, Ingenieur und Geschäftsführer des beauftragten Planungsbüros BPR.

Doch bisher sei die Ortsmitte alles andere als ein gemütlicher Ort, an dem man sich gern aufhält. „Der Verkehr ist unruhig, es ist nicht barrierefrei und die Gehwege sind zu schmal“, zählt Pfeiffer die aktuellen Mängel auf. Es gibt „keinen Raum zum Flanieren“. Zudem sei der Bereich ein Unfallschwerpunkt, die Knotenpunkte überdimensioniert und es fehle ein Bezug zur historischen Bebauung. „Nachmittags fahren hier zu Spitzenzeiten innerhalb von einer Stunde fast 1000 Fahrzeuge lang“, ergänzt er. Das hatte eine Verkehrszählung an der Kreuzung zur Argestorfer Straße ergeben. Aufgrund dieser Daten haben die Planer dann den Verkehrsfluss simuliert –und zwar für eine abknickende Vorfahrt, einen Minikreisel und für die aktuelle Lösung mit dem Stoppschild an der Argestorfer Straße. Laut ihrer Auswertung sei der Kreisel die einzige praktikable Lösung. „Bisher kommt es zum Teil zu Wartezeiten von fast 40 Sekunden an der Kreuzung“, sagt Pfeiffer. Mit einem Kreisel könnten diese deutlich reduziert werden.

Aufenthaltsqualität soll gesteigert werden

Um die Aufenthaltsqualität zu verbessern soll unter anderem am Hagemannplatz eine Sitzecke entstehen. Weiterhin soll der Gehweg vor der Polizei und der Eisdiele verbreitert werden, damit sich Passanten auch dort gerne aufhalten. Auch die Knotenpunkte Hagemannplatz/Hirtenstraße, Hülsebrinkstraße, Bröhnweg/Bährenkamp sollen umgestaltet werden. Zudem soll die Bushaltestelle auf Höhe des Bröhnwegs ein Wartehäuschen bekommen. Die Hirtenstraße soll nach Abstimmung mit der Straßenverkehrsbehörde ein verkehrsberuhigter Bereich werden, damit dort die Autos, die auf der Hauptstraße fahren, Vorfahrt haben. Bislang gilt hier links vor rechts, anders als bei der Ausfahrt aus dem genau gegenüberliegenden Hagemannplatz.

Klinker oder Betonstein?

Martin Diekmann von der Landschaftsarchitektur Diekmann hat sich Gedanken zu der optischen Gestaltung der Ortsmitte gemacht. „Es geht auch darum, wie die Hauptstraße als gelebte Mitte erlebbar wird“, sagt er. Eine Idee wäre, die Gehwege mit Klinkersteinen zu Pflastern –in Anlehnung an den Platz vor dem Rathaus. „Das würde einfach an den dortigen Platz anknüpfen und würde ein Gefühl der ’guten Stube’ vermitteln.“ Zudem sei das Material robust genug, um darauf zu parken. Allerdings sei das auch eine relativ teure Variante. Preislich eine Stufe darunter wäre Betonstein, der mit Klinkerbändern durchzogen ist. „Wie die Nadelstreifen am Anzug“, beschreibt er, wie diese Variante aussehen würde. Dann wäre die Grundfläche der Gehwege grau aber dennoch nicht zu monoton. Zudem stellt sich Diekmann vor, dass die Ortsmitte durch kleinkronige Bäume aufgewertet werden könnte. Zudem soll der Kurvenbereich vor der Eisdiele an der Ecke zur Hülsebrinkstraße vergrößert und dort Aufenthaltsmöglichkeiten geschaffen werden.

Hier könnte geparkt werden

Ein weiteres wichtiges Thema war die Parksituation. In den ersten Planungen hatte BPR die Zahl der Parkplätze um 16 reduziert, was zu reichlich Protest von Geschäftsleuten geführt hatte. In ihren aktuellen Planungen haben die Ingenieure die Anzahl der Stellplätze wieder deutlich erhöht. „Aktuell gibt es an der Hauptstraße 94, nach der Umgestaltung wären es noch 91 – das scheint mir ein guter Kompromiss“, sagt Pfeiffer. Zwar fallen fünf Parkplätze auf der Fahrbahn weg, weil die Straße dort zu schmal ist, dafür würden an der Hirtenstraße drei, vor Heitmüller drei und an der Straße Dicker Stein zwei neue Parkplätze geschaffen werden. „Würden wir direkt auf der Hauptstraße noch mehr Parkmöglichkeiten schaffen, dann müssten wir deutlich von den Zielen abweichen“, begründet Pfeiffer warum nun in unmittelbarer Nähe weitere Abstellplätze geschaffen werden sollen. Zudem soll vor allem längs entlang der Hauptstraße geparkt werden und nicht wie bisher auch senkrecht. „Das hat den Vorteil, dass je nach Autolänge auch mehr Fahrzeuge auf den Flächen abgestellt werden können“, sagt er. Zudem wird der Verkehr übersichtlicher. So könnten zudem an der Volksbank und am Wurstbasar, wo durch die neue Parkregelung auch mehr Platz geschaffen würde, Aufenthaltsmöglichkeiten entstehen. Dort würde dann das Parken auf der Straße entfallen. Vor der Sparkasse dürfte auch laut neuer Planung weiterhin senkrecht geparkt werden.

Außerdem sollen Abstellmöglichkeiten für Fahrräder geschaffen werden. „Unter anderem beim Modehaus Müller, beim Spanier, Reisebüro, vor der Volksbank und vor Heitmüller“, sagt Pfeiffer. Die Fahrbahnbreite soll durchgängig sechs Meter betragen, die Einengungen sollen reduziert werden. Zudem soll an einigen Stellen auf dem Gehweg – der im Zuge der Sanierung an vielen Stellen verbreitert werden soll – geparkt werden, „damit die Fahrbahn nicht zu dominant ist“. Lediglich vor Edeka soll es einen Vorsprung für Fußgänger geben. Am Mühlbach sollen auf beiden Straßenseiten Gehwege entstehen. Zudem muss die Brücke am Mühlenbetriebsbach erneuert werden.

Wohin mit der Doppelhelix?

Weiterhin unklar ist, wo die Doppelhelix nach der Sanierung stehen soll. Das markante Wennigser Wahrzeichen muss aus Platzgründen dem Verkehrskreisel weichen. Als mögliche Alternativstandorte werden unter anderem die Fläche gegenüber der Gemeindebücherei, der Forges-les-Eaux-Platzes, oder die gegenüber der Bäckerei an der Argestorfer Straße genannt. Außerdem kommen Standorte gegenüber der Rossmann-Filiale sowie auf einer Grünfläche in der Diagonalen zwischen den beiden Bushaltestellen an der Hauptstraße infrage. Alle Vorschläge werden noch diskutiert und geprüft.

Das kostet die Sanierung

Die Sanierung der Hauptstraße wird die Gemeinde deutlich mehr kosten als ursprünglich angenommen – und das sorgt vor allem aus Reihen der Politik für Kritik. Laut aktu­alisierter Kostenschätzung für die geplante Umgestaltung und Grundsanierung und angrenzender Bereiche im Ortskern von Wennigsen kommen auf die Gemeinde Wennigsen Kosten in Höhe von rund 2,7 Millionen Euro zu – etwa doppelt so viel wie geplant. „Allerdings sind in der neuen Planung auch wesentlich mehr Quadratmeter beinhaltet als noch bei der ersten Planung“, sagt Thomas Pfeiffer vom Planungsbüro BPR. Zudem seien die Preise im Bereich Tiefbau extrem gestiegen – doch gerade diese Maßnahmen seien unumgänglich. „Diese hohen Preise konnte man damals nicht prognostizieren“, sagt er und ergänzt, dass es momentan schon schwer sei, in diesem Bereich überhaupt noch Angebote zu bekommen. Auch ein Hocheinbau sei nicht möglich, da ein Gutachten festgestellt hat, dass der Grund nicht frostsicher und auch nicht tragfähig ist. „Zudem bleiben die Fahrbahnränder nicht erhalten, weil wir die Seitenräume stärken wollen“, argumentiert Pfeiffer weiter. Außerdem müsse man, um die Kanäle zu erneuern, ohnehin die Hälfte der Oberfläche aufreisen. „Dann würde ein Flickenteppich mit unterschiedlicher Tragfähigkeit drohen.“ Selbst, wenn man den billigsten Stein nehmen würde, käme man mit 200 Euro pro Quadratmeter nicht mehr aus, betonte Pfeiffer. Zudem solle die Hauptstraße nach der Sanierung ja nicht wie eine „Abstellkammer“ wirken. Die Gesamtkosten für das Großprojekt liegen derzeit bei rund 4,117 Millionen Euro – reine Bau- und Baunebenkosten für die Umgestaltung der Hauptstraße. Inbegriffen sind nur Kosten von rund 120.000 Euro für den Ersatzneubau einer Brücke über den Mühlenbetriebsgraben und etwa 310.000 Euro für eine neue Verkehrslösung an der Heitmüller-Kreuzung – ob nun Minikreisel oder vergrößerte Einmündung. Die Zuschüsse von Bund und Land über ein Städtebauförderprogramm liegen nach derzeitigen Berechnungen nur bei insgesamt rund 1,4 Millionen Euro. Alles noch sehr ungenaue erste Hochrechnungen mit Spielraum, betonen die Planer. Sie hoffen, dass sie noch einiges an Zuschüssen –unter anderem durch den barrierefreien Ausbau der Ortsmitte – bekommen können. Auch Bürgermeister Christoph Meineke betonte, dass die Kostensteigerung vor allem durch die Tiefbaumaßnahmen begründet ist und sprach sich für die Umsetzung der Pläne aus.

Von Lisa Malecha

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