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Stadt Hannover 10.750 Euro in Förderverein von Grundschule veruntreut
Aus der Region Stadt Hannover 10.750 Euro in Förderverein von Grundschule veruntreut
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00:15 17.07.2017
Von Michael Zgoll
An der Grundschule Suthwiesenstraße (o.) wählten die Eltern unwissentlich einen Kriminellen zum Vorsitzenden des Fördervereins. Vor Gericht gab sich Andre Peter G. (r.) reumütig - doch wird er das veruntreute Geld tatsächlich erstatten?  Quelle: Samantha Franson
Hannover

Der neu gewählte Vorsitzende des Fördervereins einer Döhrener Grundschule hat nach nicht einmal einem Jahr im Amt 10.750 Euro aus der Vereinskasse veruntreut. Donnerstag wurde er am Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt, zudem muss er 80 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Was an der Schule niemand wusste: Der Mann ist spielsüchtig und hat bereits 15 Vorstrafen auf dem Konto.

Im Sommer 2016 suchte der Förderverein der Döhrener Grundschule Suthwiesenstraße händeringend einen neuen Vorstand. Bei einem Misserfolg hätte der Verein aufgelöst werden müssen. Im September übernahm der damals 38-jährige Andre Peter G., Vater einer Grundschülerin, den Vorsitz, auch für die Posten von Vize und Kassenwart fanden sich Nachfolger. Im März dieses Jahres aber bediente sich G. aus der Kasse.

Wie der heute 39 Jahre alte G. gegenüber Amtsrichter Björn von Bargen beteuerte, hatte er das Ehrenamt nicht mit dem Vorsatz übernommen, sich an der Kasse des Fördervereins zu vergreifen. Seine Ex-Frau habe ihm gut zugeredet, auch sei er schon länger in der Essens- und Getränkeausgabe der Schulcafeteria aktiv gewesen. Bei seinem Amtsantritt befanden sich nach Angaben des gelernten Kommunikationselektronikers auf dem Vereinskonto 26.000 Euro. Dies war so gut bestückt, weil die Döhrener Eltern lange Jahre einen eigenen Hort betrieben und dessen Mitarbeiterinnen selbst finanziert hatten. Als dann die Grundschule Suthwiesenstraße zur Ganztagsschule wurde, blieb ein erhebliches Vereinsvermögen übrig.

Geld in Spielhallen verzockt

Im März 2017 erlitt Andre Peter G. einen Rückfall in seine Spielsucht. An vier Tagen nutzte er seine Kontovollmacht und hob bei der Volksbank Teilbeträge von 2600, 3000, 2500 und nochmals 2500 Euro ab; 150 Euro steckte er bar ein. Das Geld verzockte der Vorsitzende in Spielhallen. „Ich dachte jedes Mal, ich könne das wieder reinholen“, schilderte der hagere Mann im Kapuzenpulli. Wären die anderen Vorstandsmitglieder nicht misstrauisch geworden, weil G. den Eintrag ins Vereinsregister permanent verschleppte, hätte G. womöglich alles Geld verprasst. So aber wurde das Konto unverzüglich gesperrt und der Vorsitzende seines Amtes enthoben.

Die Grundschuleltern waren entsetzt, einen Kriminellen zum Vereinsvorsitzenden gewählt zu haben. G. ist wegen Betrug, Diebstahl, Unterschlagung sowie Sachbeschädigung und Schwarzfahren bereits zu diversen Geld- und Bewährungsstrafen verurteilt worden; sechs Monate saß er sogar schon im Gefängnis. „Wer aber kommt auf den Gedanken, für eine ehrenamtliche Arbeit ein Führungszeugnis zu verlangen?“, meinte die frühere Vereinsvorsitzende am Rande der Verhandlung.

Staatsanwältin Anette Kaluza plädierte dafür, G. wegen Untreue zu einer Bewährungsstrafe von 15 Monaten zu verurteilen. Der Richter beließ es bei einem Jahr, weil sich der Angeklagte reumütig gab und behauptete, die 10 750 Euro zurückzahlen zu wollen. „Ihre Tat ist besonders verwerflich, weil Sie das Vertrauen der Eltern missbraucht haben“, sagte er. Schließlich sei das Geld dafür gedacht gewesen, die Grundschulkinder zu fördern - auch die Tochter des Angeklagten. Weil G. und die Staatsanwältin das Urteil akzeptierten, ist es rechtskräftig.

Sozialstunden bewahren vor Gefängnis

Die 80 Stunden an gemeinnütziger Arbeit, die der frühere Döhrener Fördervereins-Vorsitzende nun leisten soll, sind Teil des Bewährungsbeschlusses des Amtsgerichts. Weigert sich Andre Peter G., diese gut zehn Tage abzuarbeiten, muss er seine einjährige Gefängnisstrafe antreten. Allerdings hat der 39-Jährige noch 80 weitere Sozialstunden vor der Brust: Vor Kurzem wurde der Betrüger vom Amtsgericht Neustadt am Rübenberge wegen Erschleichens von Leistungen ebenfalls zu einer Bewährungsstrafe verurteilt – mit der gleichen Auflage wie in Hannover.

Und es geht doch: Mit Fruchtcocktails und Urlaubsatmosphäre gelang es dem DRK-Clementinenhaus an der Lützerodestraße gestern, innerhalb von drei Stunden gut 80 Menschen zum Blutspenden zu bewegen.

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