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Stadt Hannover Dieser Hannoveraner macht bei Big Brother für Fortgeschrittene mit
Aus der Region Stadt Hannover Dieser Hannoveraner macht bei Big Brother für Fortgeschrittene mit
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00:15 06.01.2018
Einer von 100: Nathanael Biadgligne hat bei der „Strategie-Realityshow“ mitgemacht.  Quelle: Prosieben/Willi Weber
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Hannover

 Er „wollte es einfach mal ausprobieren“. Das mit dem Fernsehen. Noch nie hatte Nathanael Biadglignewas beim Fernsehen gemacht. Aber nun wollte er es wissen. „Ich hatte bei Facebook gesehen, dass man sich bewerben kann und fand das gut.“ Big Brother. Nein - Big Brother hoch zehn. Hundert Leute in einem ganz normalen Einfamilienhaus. Wer nach einem Monat übrig bleibt, bekommt 100 000 Euro. „Get the F… out of my House“ heißt das neue Format. In Holland, wo auch die Produktionsfirma sitzt, ist es bereits erprobt. Deutschland zieht jetzt nach, ab Donnerstag wird auf ProSieben gesendet, einmal in der Woche bis in den Februar. Nathanael ist dabei. Wie lange, darf er nicht verraten, gedreht wurde bereits im Mai. 

Wenn man dem aus Äthiopien stammenden, in Hamburg und Hannover aufgewachsenen Fußballfan zuhört, klingt die Sache mehr nach einem Sozialexperiment mit reichlich Krawallpotenzial denn nach einer Unterhaltungsshow. Eine Dusche und eine Toilette für alle, und ungefähr 95 Betten zu wenig, dazu keine Handys, kein Fernsehen, keine Fußballergebnisse, und natürlich Kameras überall – da gehe es darum, „ob man sein Ego in den Vordergrund stellt oder nicht.“ Und manchmal auch schlicht darum, nachts mal ein Auge zuzubekommen. Ein „Boss“, der immer neu von den Bewohnern gewählt werde, bestimme, wer rausfliegt. Was neuen Konfliktstoff biete. Aber: Cliquenbildung, Futterneid und Eifersucht sind natürlich genau das, was der Zuschauer sehen will. Für einen jungen Mann, der nicht mal über WG-Erfahrung verfügt und im Moment bei seiner Mutter im Spannhagengarten in der List wohnt, eine echte Herausforderung. „Vorm Badezimmer gab es immer Schlangen.“

Durch Wettbewerbe, die in der TV-Generation Dschungelcamp „Challenges“ heißen, konnten sich die Probanden Geld verdienen, mit denen sie wiederum Vorräte oder Snacks kaufen konnten – für sich oder die Gruppe. „Aber verhungern musste niemand“, sagt Nathanael. Eingesperrt fühlen musste sich auch keiner. Am Haus seien nicht nur rund um die Uhr Sanitäter und Security gewesen, sondern auch rote Linien. „Wer die einmal überschreitet, ist raus.“ Freiwillige Abgänge gab es einige. Was am Ende im TV zu sehen ist, weiß er nicht, aber „manche Gespräche wären nicht so gut“.

Warum hat er mitgemacht? „Ich bin gerade in einer Selbstfindungsphase.“ Er hat bei einer Bank gearbeitet, will aber noch einmal Neues ausprobieren. Eine Karriere als YouTuber kann sich der Hip-Hop-Fan vorstellen, er habe genau studiert, wie es die Großen der Branche machen. Trends setzen, darauf komme es an, aber „das ist echt schwer. Immer wenn du denkst, du hast ne gute Idee, ist irgendeiner schneller.“ Die Fernsehpräsenz könnte ihm helfen, hofft Nathanael. Und wenn nicht, hat es immerhin einen Vorteil – zu eng wird es ihm zuhause so schnell nicht mehr. 

Von Uwe Janssen

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