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Stadt Hannover Conchita Wurst begeistert auf dem Opernball
Aus der Region Stadt Hannover Conchita Wurst begeistert auf dem Opernball
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00:16 27.02.2017
Von Juliane Kaune
Großer Auftritt beim Opernball: Conchita Wurst. Quelle: Schaarschmidt
Hannover

Nach Argentien, in den märchenhaften Orient oder gar ins Weltall haben die Macher des Opernballs ihre Gäste schon eingeladen und vor passender Kulisse zum Tanz gebeten. Da ist das diesjährige Ziel vergleichsweise nah: Es geht nach Wien. Auch heute Abend werden wieder 2200 Ballgäste von Operintendant Michael Klügl und seinem Team in die Welt der altehrwürdigen österreichischen Metropole entführt. Am Sonnabendabend geht der Opernball Hannover nach seinem Debüt vom Freitag in die zweite Runde.

So schön war der Freitagabend

"Hallo, Wien!" - so locker begrüßen sie die altehrwürdige österreichische Metropole. Und sie entführen die rund 2200 Ballgäste, die am Freitagabend das Opernhaus betreten, in eine perfekt inszenierte Wiener Welt. Gleich am Eingang geht es los. Dort begrüßen Sissi und Franz-Josef zusammen mit Maria Theresia im Fiaker die Gäste - Chefdramaturg Klaus Angermann und Statistinnen der Oper sind in die Rollen der Monarchen geschlüpft. Die Türen öffnen fleißige Helfer, stilecht gekleidet mit Mozartperücke und Frack. Sie geleiten die Besucher zu der berühmten Linken Wienzeile - die Hausfront mit Jugendstil-Kacheln voller floraler Muster, entworfen von dem seinerzeit bekanntesten österreichischen Architekten Otto Wagner, ist im Foyer nachgebaut. Exakt 4868 Kacheln hat Ausstatterin Anja-Katharina Lütgens in den Opernhaus-Werkstätten anfertigen und einzeln bemalen lassen. So viel Liebe zum Detail wissen die Ballbesucher zu schätzen, die aus den Fenstern der Fassade schauen und sich dort fotografieren lassen können.

Auch die Kunststücke der Bühnenbilder und Dekorateure sind für etliche Gäste einer der Gründe, den Opernball zu besuchen. Sie wollen tanzen - und staunen. Das können sie besonders ausgiebig im ersten Rang. Dort haben die Theatermaler eine acht mal 23 Meter große Kopie des berühmten Klimt-Gemäldes "Der Kuss" und weitere Werke des Künstlers platziert. "Aus unserer Fälscherwerkstatt", sagt Intendant Klügl. Der Österreich-Fan ("ich war acht Jahre Intendant in Linz") hatte sich mit Nachdruck für das Wien-Motto eingesetzt. In seiner Eröffnungsrede kündigte er an, die kopierten Werke für einen guten Zweck zu versteigern.

Dass ihm auch der Wiener Walzer liegt, beweist er beim Premierentanz mit Produktionsleiterin Nicola Albrecht. Die Meniskus-OP, an der er noch etwas laborierte, scheint vergessen. Zu den Klängen von Walzer-König Johann Strauß, mit denen das Niedersächsische Staatsorchester unter Leitung von Mark Rohde aufspielt, drehen sich auch die 80 Debütantinnen und Debütanten der Tanzschule Bothe und viele andere Paare auf dem Parkett - umrahmt von rosafarbenen Anthurien und vor der (Foto-)Kulisse von Schloss Schönbrunn. "Wien, Wien, nur du allein!" singen die Opernsolisten. Die Gäste sehen das genauso, zumindest an diesem Abend.

Der Walzer gibt zwar den Ton an. Doch die Ballmacher haben für genug musikalisches Gegengewicht gesorgt: Im Wechsel mit dem Staatsorchester bietet die Thilo Wolf Big Band tanzbare Alternativen aus den Genres Jazz, Rock, Pop und Soul. Wer sich genug zu Mozarts klassischen Klängen bewegt hat, wechselt einfach ins Lavesfoyer - in die Disco Rock me Amadeus. Oder schaut zu, wie andere tanzen: Erstmals seit Jahren ist das Opernballett bei dem Ball wieder im Einsatz.

Im ersten Rang geht es hoch hinaus: Die Ballbesucher können in einer nachgebauten Gondel des Prater-Riesenrads Platz nehmen - mit Blick auf eine täuschend echte Panorama-Fototapete. Eine Anleihe an die berühmte Szene aus dem Filmklassiker "Der dritte Mann", in der Orson Welles und Joseph Cotton in luftiger Höhe ihre Konflikte austragen. Wie sich Tom Cruise in "Mission Impossible" von der Wiener Oper abseilt, haben die Gäste schon zu Beginn des Balls in einem Zeitraffer-Film gesehen, in dem Persönlichkeiten mit Wien-Bezug die Hauptrollen spielen - von Sissi und Siegmund Freud über Peter Alexander und Falco bis zu Oskar Kokoschka und Niki Lauda.

Weil so eine Ballnacht hungrig macht, sind tragende Säulen der Wiener Gastronomie von der Donau an die Leine verlegt worden. Eine Kopie des legendären Cafes Hawelka ist in den Marschnersaal eingezogen, an der linken Seite der Hauptbühne findet sich ein stilechter Heuriger, und der berühmte Naschmarkt lädt zum Schlemmen ein. Hauptsponsor Audi serviert den geladenen Gästen in der Loge eine autoreifengroße Sachertorte; alle anderen können Spezialitäten wie gebutterte Eiernockerln, Wiener Schnitzel, Tafelspitz und Käsekrainer genießen - eine Wurst mit Käseeinlage.

Apropos Wurst: Eine Wienerin dieses Namens betritt um Mitternacht in langem Hosenrock und kurzem Bolero die Bühne. Für eine halbe Stunde gibt sich die bärtige Diva Conchita Wurst die Ehre, begleitet vom Staatsorchester. "Ich bin sprachlos", sagt sie angesichts der Wiener Kulissenstadt im Opernsaal. Und dann fängt sie an zu singen - Musicalmelodien, Interpretationen von Chers "Life after Love" und eigene Songs wie "Heroes" und "You are unstoppable". Das Publikum applaudiert begeistert, und es ist sicher: Conchita ist keine Kopie.

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