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Stadt Hannover 53 Prozent der Grundschüler gehen an Gymnasien
Aus der Region Stadt Hannover 53 Prozent der Grundschüler gehen an Gymnasien
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00:15 17.07.2017
Von Saskia Döhner
Wie geht es weiter mit der Schullaufbahn nach der 4. Klasse? Für die meisten ist der Weg klar: Sie wechseln zum Gymnasium.  Quelle: Peter Steffen
Hannover

Das sind 53 Prozent. Das hat die Stadt jetzt auf Anfrage der HAZ mitgeteilt. Im vergangenen Jahr waren es 52, im Jahr zuvor 54 Prozent. 16 der 17 Gymnasien nehmen im neuen Schuljahr sogar 31 oder 32 Schüler pro Klasse auf, obwohl die zulässige Obergrenze eigentlich bei 30 Kindern liegt. An zehn Schulen sitzen ab August 32 Fünftklässler in einem Raum.

138 Kinder müssen wiederholen

Die fünfte Klasse am Gymnasium müssen 138 Kinder wiederholen, 2016 waren es 107. Ob die Zunahme auch daran liegt, dass Rot-Grün die schriftliche Laufbahnempfehlung am Ende der Grundschulzeit abgeschafft hat und möglicherweise viele Eltern ihr Kind an einer Schule angemeldet haben, die es überfordert, lässt sich nicht belegen. Es kann auch sein, dass die vollen Klassen die Eingewöhnung für viele Kinder schwerer macht. Denn auch schon im Vorjahr waren 31 Kinder in einer Klasse.

174 Kinder sind nicht an ihrem Erstwunsch-Gymnasium aufgenommen worden. Die Leibnizschule musste 81 Bewerber ablehnen, die Bismarck- und die Käthe-Kollwitz-Schule jeweils 21. Erneut kritisieren Eltern das aus ihrer Sicht undurchsichtige Auswahlverfahren. Eine Familie aus dem Umland, die ihren Sohn nicht an der Kooperativen Gesamtschule im Heimatort, sondern an einem städtischen Gymnasium anmelden wollte, berichtet, dass viele Direktoren gleich beim Tag der offenen Tür gesagt hätten, dass für ein „Regionskind“ kaum Aufnahmechancen bestünden. Es könne nicht sein, dass Eltern Bewerbungsbögen mit Lichtbild für die Kinder aufsetzten „und am besten noch eigene Gehaltsbescheinigungen mitbringen“, um doch einen Platz zu ergattern, kritisiert eine Mutter. Mit freier Schulwahl habe das nichts zu tun, wenn Schulleiter auf die Berufe oder die Autos der Eltern guckten. Tatsächlich wechseln auch nur 23 Kinder aus dem Umland auf ein städtischen Gymnasium.

„Leistung zählt gar nichts“

Eine Familie aus Bothfeld bekam für ihre neunjährige Tochter an keinem der bei der Anmeldung angegebenen fünf Gymnasien einen Platz und sollte nach Misburg ausweichen. „So einen langen Schulweg kann ich meiner Tochter nicht zumuten, und auf dem Weg zu unserer Arbeit lag das auch nicht“, bemängelt die Mutter. Dass ihre Tochter eine Einser- und Zweier-Schülerin sei, zähle überhaupt nicht. Die Schülerin geht nun nach den Sommerferien auf eine Privatschule.

1384 neue Fünftklässler wechseln auf eine Integrierte Gesamtchule (IGS) - das sind 35 Prozent (2016: 37). 190 bekamen nicht ihre Wunsch-IGS, nur 90 wählten dann eine andere IGS. 273 Kinder wurden an einer Realschule angemeldet (7 Prozent), 151 besuchen eine Oberschule oder den Hauptschulzweig der Südstadtschule (3 Prozent). Kinder mit Handicap gehen meist zur IGS (143), zur Oberschule (32), nur 14 zum Gymnasium.

Zahl der Erstklässler wächst von Jahr zu Jahr

Der von Experten vorhergesagte Schülerboom ab 2025 ist in Hannover schon Realität: Die Zahl der Erstklässler wächst und wächst. Nach den Sommerferien starten 4672 Abc-Schützen, gut 250 mehr als im Vorjahr, 2015 waren es 4182. Obwohl an vielen Grundschulen schon Platznot herrscht, ist in den Klassen – zumindest theoretisch – noch Luft nach oben. In einer Grundschulklasse dürfen bis zu 26 Schüler sitzen, im Landesschnitt sind es tatsächlich nur 19, in Hannover allerdings schon zwei mehr.
Bei 98,9 Prozent lag die Unterrichtsversorgung im Landesmittel zuletzt. Wie gut die Schulen nach den Sommerferien mit Lehrern versorgt sind, ist noch unklar. Das aktuelle Stellenbesetzungsverfahren läuft bis Ende Juli. Von den derzeit 1800 landesweit ausgeschriebenen Stellen entfallen 122 auf Hannover, davon geht jeweils ein Viertel an Grundschulen und an Gymnasien. Zurzeit liegt die Lehrer-Schüler-Relation rechnerisch bei 1:13, 1970 war es 1:26.dö     

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