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Stadt Hannover Angeblich vergewaltigte Frau zu Bewährungsstrafe verurteilt
Aus der Region Stadt Hannover Angeblich vergewaltigte Frau zu Bewährungsstrafe verurteilt
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15:59 20.06.2018
Der Prozess am Amtsgericht gegen die angeblich vergewaltigte Frau endete mit einem Schuldspruch – gegen sie. Quelle: Michael Zgoll
Hannover

Eine Frau, die ihren Freund der Vergewaltigung bezichtigte und ihm damit eine Woche Untersuchungshaft einbrockte, ist am Mittwoch vom Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe von anderthalb Jahren verurteilt worden. Ein Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Wiebke Gratz sah den Tatvorwurf der Freiheitsberaubung als erwiesen an – ohne die Falschaussage der Frau hätte ihr früherer Partner nicht sieben Tage in einer Zelle verbringen müssen. Das Verfahren gegen den 36-Jährigen wegen der behaupteten Vergewaltigung war bereits vor Monaten eingestellt worden.

Ungewöhnlich in dem Schöffenprozess gegen die 25-Jährige aus der Region Hannover war, dass sowohl die Staatsanwaltschaft wie auch Verteidigerin Silke Willig auf Freispruch plädiert hatten. Die Anklagebehörde sah den Sachverhalt als nicht mehr aufklärbar an, die Verteidigerin äußerte Zweifel, ob ihre Mandantin mit ihren Vorwürfen nicht doch Recht hatte. Doch diese Zweifel hegte das Gericht nicht.

Vorwürfe mit Vorlauf

Die nunmehr verurteilte Frau hatte sich im März 2016 bei der Polizei gemeldet und Anzeige erstattet. Ihr Freund habe sie zum Analverkehr gezwungen und vergewaltigt. Doch später tauchte ein Tonband-Mitschnitt auf, den der Mann drei Monate vor der behaupteten Tat heimlich aufgezeichnet hatte. Darin streitet sich das Paar über einen längeren Zeitraum über genau diesen schwerwiegenden Tatbestand. Der Mann wirft seiner Freundin in dem Gespräch vor, sie wolle ihn mit einer Falschaussage ruinieren und habe einer Freundin gegenüber eine Lügengeschichte erzählt. Sie hingegen bestreitet seine Vorwürfe und erklärt, jegliche Sexualpraktiken einvernehmlich und aus Liebe zu ihm mitgemacht zu haben. Drei Monate später dann soll der Mann genau die Tat begangen haben – ohne ihre Einwilligung –, über die sie mit ihm schon im Dezember 2015 diskutiert hatte.

Das Schöffengericht sah die belastende Aussage der Frau als höchst unglaubwürdig an. Was ebenfalls gegen die 25-Jährige sprach: Schon mehrfach hatte sie im Bekanntenkreis Ammenmärchen erzählt. Mal war ihre Mutter verstorben, mal hatte ihr kleines Kind Leukämie, dann war sie ein zweites Mal schwanger – doch nichts stimmte. Richterin Gratz bezeichnete die Persönlichkeitsstruktur der Angeklagten als problematisch. Diese hatte offenbar nicht mit einer Verurteilung gerechnet, brach bei der Urteilsverkündung in Tränen aus. Zu den Bewährungsauflagen zählt, dass die Frau 2000 Euro zahlen muss – an das Männerbüro. Verteidigerin Willig kündigte an, in Berufung gehen zu wollen.

Von Michael Zgoll

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