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Stadt Hannover Erst Drogen-Exzesse, nun Betrug: Orthopäde wieder vor Gericht
Aus der Region Stadt Hannover Erst Drogen-Exzesse, nun Betrug: Orthopäde wieder vor Gericht
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00:21 01.07.2018
Frank H. (l.) wurde wegen Abrechnungsbetrugs und Urkundenfälschung in sieben Fällen verurteilt. Sein Verteidiger ist Dimitrios Kotios. Quelle: Rainer Droese
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Hannover

Ein Orthopäde, der wegen verschiedener Delikte schon sechs Geldstrafen zahlen musste, ist am Donnerstag erstmals zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Das Amtsgericht sprach Frank H. (58) des gewerbsmäßigen Betrugs und der Urkundenfälschung in sieben Fällen – einer davon ein Versuch – schuldig. Die Freiheitsstrafe von 20 Monaten wurde zur Bewährung ausgesetzt. Vier Jahre lang, so Richter Ulrich Kleinert, darf sich H. nun nichts zuschulden kommen lassen – sonst wandert er ins Gefängnis.

Der Arzt, der unter psychischen Problemen leidet und Alkoholiker ist, hatte den Briefkopf eines anderen Mediziners benutzt, um zwischen August 2016 und April 2017 sieben Rechnungen zu fälschen und bei seiner privaten Krankenkasse einzureichen; angeblich hatte ihm der Berufskollege physiotherapeutische Behandlungen angedeihen lassen. Als die Kasse den Braten roch, zeigte sie den 58-Jährigen an. Die Schadenssumme beläuft sich auf 15.672 Euro; 350 Euro hat Frank H. bislang zurückgezahlt. Eine Folge seines Betrugs: Der Orthopäde ist nun gar nicht mehr krankenversichert.

Zulassung ist in Gefahr

Nach eigenen Angaben ist H. mit weit mehr als einer Million Euro verschuldet, hat Privatinsolvenz angemeldet und seine Kassenzulassung abgegeben. Ein Verfahren, ihm die Approbation zu entziehen, läuft offenbar schon; die aktuelle Verurteilung dürfte diesen Prozess beschleunigen. H. ist seit 2015 nicht mehr in einer eigenen Praxis tätig, behandelt aber in seiner Privatwohnung im Zooviertel nach wie vor Patienten. Seine Einnahmen aus dieser Tätigkeit lägen bei monatlich 1000 Euro, sagte er vor Gericht.

Verteidiger Dimitrios Kotios räumte namens seines Mandanten sämtliche Anklagevorwürfe ein. H. leide unter Depressionen und einer bipolaren Störung. Er habe die Krankenversicherung betrogen, weil ihm diese 2015 eine vierwöchige Behandlung in einer bayerischen Entzugsklinik nicht bezahlt habe. Allerdings hatte H. vorab auch keinen Kostenübernahmeantrag gestellt; seiner Aussage nach streckte seine Mutter die Klinikkosten von knapp 15.000 Euro vor.

„Völlig irrwitzige Aktionen“

Der Orthopäde hatte in den Vorjahren unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen Drogen wilde Orgien gefeiert, eine Prostituierte in seiner Praxis eingeschlossen und in Restaurants und Taxen die Zeche geprellt. Auch zerdepperte H. die Windschutzscheibe eines Taxis und prügelte auf Polizisten ein. Richter Kleinert sprach am Donnerstag von „völlig irrwitzigen Aktionen“. In das aktuelle Urteil ist ein erst wenige Monate alter Strafbefehl eingeflossen: Im September 2017 war der Orthopäde im Zooviertel auf seinem Fahrrad mit einem Blutalkoholwert von 1,88 Promille erwischt worden.

Vor Gericht erklärte H., er sei „seit ein paar Wochen“ trocken und besuche eine Antialkoholiker-Gruppe in einer kirchlichen Gemeinschaft. Sein Verteidiger versicherte, dass der Orthopäde auch keine Champagnerpartys mehr feiere. Dafür hat H. nun neue finanzielle Verpflichtungen: Zu den Bewährungsauflagen zählt, dass der Arzt monatlich 80 Euro an seine frühere Krankenversicherung zurückzahlen muss.

Von Michael Zgoll

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