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Stadt Hannover Nach Scheidung: Hund muss jede Woche Wohnort wechseln
Aus der Region Stadt Hannover Nach Scheidung: Hund muss jede Woche Wohnort wechseln
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00:32 11.06.2018
Elos – hier ein junges Tier namens Paul – werden auch gerne als Therapiehunde eingesetzt. Quelle: Archiv
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Hannover

Ole vom Schwarzen See, ein fünf Jahre alter Elo-Rüde, hat jüngst das Amtsgericht beschäftigt. Der Streit zwischen einem Paar, das sich vor dreieinhalb Jahren getrennt hatte, drehte sich um das Umgangsrecht für Ole: Wer darf den Hund wie lange in der eigenen Wohnung beherbergen? Eine Zivilrichterin entschied, dass Ole künftig wieder – wie im Herbst 2016 per Vertrag besiegelt – eine Woche bei Frauchen in Mittelfeld und eine Woche bei Herrchen im nördlichen Hannover leben muss. Von der Sache her, so das Gericht, sei es zwar besser für das Tier, wenn es nur bei dem Mann wohnen dürfe und nicht dauernd pendeln müsse. Da ein Hund aus juristischer Sicht aber ein „Gemeinschaftsgegenstand“ – also eine Sache – sei und man die einschlägigen Paragrafen bezüglich einer Gefährdung des Kindeswohls nicht auf ein Tier anwenden könne, müsse der Klage der Frau stattgegeben werden.

Ein ständiges Hin und Her

Die Hundebesitzer hatten lange Jahre einträchtig miteinander verbracht. 2009 schafften sie sich „Joy vom Schwarzen See“ an, eine Elo-Hündin. „Eloschaboros“ sind ein noch recht junge Rasse, gezüchtet aus Eurasier, Bobtail und Chow-Chow. 2013 gesellte sich Ole zur Familie, ein Welpe aus einem Wurf von Joy. Doch als sich die Hundehalter trennten, begann für die Tiere ein jahrelanges Hin und Her. Mal nahm der Mann beide Elos mit zur Arbeit, dann wohnten beide bei der Frau, später vereinbarten die Parteien, dass die Hunde jedes zweite Wochenende beim Herrchen verbringen durften. Weil ihm das nicht reichte, vereinbarte das Paar im Oktober 2016 schließlich eine Halbe-Halbe-Regelung: Eine Woche lebten die Hunde bei ihr, eine Woche bei ihm.

Ein Jahr später aber kündigte der Mann die Vereinbarung auf, übergab Joy seiner Ex-Partnerin und behielt Elo Ole für sich. Seine Begründung: Der Rüde zeige aufgrund des ständigen Wohnortwechsels massive Verhaltensauffälligkeiten wie ausgeprägte Unruhe und eine enorme Anhänglichkeit. Es nütze auch nichts, dass Hundemutter und -sohn in der Wohnung seiner früheren Lebensgefährtin viel gemeinsame Zeit verbrächten, weil die Tiere während der Arbeitszeiten der Frau zahllose Stunden allein seien. Ihm hingegen stünden seine Eltern zur Seite, die Ole während seiner beruflichen Tätigkeit beaufsichtigen würden.

Paragrafen sind entscheidend

Doch ob sie wollte oder nicht: Die Richterin musste nach den Buchstaben des Gesetzes entscheiden. Und darum spielten in ihrem Urteil Begriffe wie „Kaufvertrag“, „Miteigentümer“ und „Bruchteilsgemeinschaft“ eine entscheidende Rolle. Dem Hundewohl zuträglicher, meinte sie, wäre angesichts der nunmehr gegebenen Gewöhnung der Tiere sicher eine Beibehaltung des Status quo. Doch weil die frühere Umgangsregelung aus juristischen Gründen Gültigkeit hat, muss Ole künftig wieder zwischen dem Süden und dem Norden von Hannover pendeln – eine Woche hier, eine Woche da.

Von Michael Zgoll

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