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Stadt Hannover Haftstrafe für Asylbewerber wegen Sozialbetrugs
Aus der Region Stadt Hannover Haftstrafe für Asylbewerber wegen Sozialbetrugs
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00:15 19.02.2017
Zu einer Haftstrafe ohne Bewährung wurde der Eritreer verurteilt. Quelle: Villegas
Hannover

Ahmed M. hat viele Identitäten. Mindestens vier Namen legte sich der junge Mann aus Eritrea zwischen 2014 und 2016 zu, um in mehreren Kommunen zugleich Asylleistungen zu beziehen. Donnerstagmorgen musste sich 28-Jährige wegen erwerbsmäßigen Sozialbetrugs in sieben Fällen vor dem Amtsgericht Hannover verantworten.

„Erheblicher Schaden“

„Der Angeklagte verursachte nicht bloß den Kommunen einen erheblichen Schaden, sondern verunglimpfte durch seine Taten auch die Reputation aller anderen Geflüchteten“, erläuterte Gerichtssprecher Jens Buck die Begründung von Richterin Sabine Mzee, die am Donnerstag noch nicht schriftlich vorlag.

Als Ahmed M. im November 2014 seinen ersten Asylantrag in Harburg stellte, nannte er sich Salah G. Ein halbes Jahr später ließ er sich erneut registrieren, als Hamam A., wieder in Harburg. Er stamme aus dem Sudan und besäße keine gültigen Papiere, erklärte er damals der Ausländerbehörde.

Trick von anderen gehört

Vor Gericht ließ M. seinen Verteidiger ausrichten, andere Geflüchtete hätten ihm den Trick empfohlen. Der Schwindel flog auf, als M. erstmals Fingerabdrücke abgenommen wurden - zwei Jahre nach der ersten Registrierung in Hannover. Als sich „Ali Ali M.“ mit verschiedenen Ausweisen bei dem Sozialamt vorstellte, um sich Leistungen auszahlen zu lassen, informierte man dort die Polizei. Bei einer Untersuchung fanden sich etliche Ausweisdokumente und Karten für Geldautomaten. Zuletzt lebte er in einem Sarstedter Wohnheim.

Seit Oktober sitzt M. in Untersuchungshaft. Der Schaden beträgt nach Einschätzung des Gerichts etwa 33.000 Euro. Sein Verteidiger sagt, das Geld habe er hauptsächlich für Kleidung, Nahrung und zur Unterstützung von Freunden ausgegeben. Außerdem habe M. nach seiner Ankunft erhebliche Mengen Alkohol konsumiert.

Der ursprüngliche Grund für seine Flucht seien die Folgen des Bürgerkriegs in seinem Land gewesen. Der Vater sei in den Kriegswirren gestorben, die Mutter ist mit zwei Geschwistern in ein Nachbarland geflohen. Ahmed M. selbst hatte als Ziel seiner Reise stets Europa vor Augen. Die nächsten 21 Monate wird er im Gefängnis verbringen.

In einem ähnlichen Fall hatte das Gericht vor kurzem bereits einen Asylbewerber zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Der Mann hatte gestanden, mit Mehrfachidentitäten 21.700 Euro ergaunert zu haben.

mm

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