Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Hannover Konzert erinnert an den Holocaust
Aus der Region Stadt Hannover Konzert erinnert an den Holocaust
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 31.01.2017
Von Simon Benne
Andor Izsák dirigiert den Europäischen  Synagogalchor und den Propsteichor St. Clemens. Quelle: Alexander Körner
Hannover

Es sind dramatische Klänge. Beklemmend und zugleich verheißungsvoll nimmt sich die Improvisation über den Psalm 103 aus, die Andor Izsák in der Marktkirche an der Orgel anstimmt. Als würden Trauer und Hoffnung in eins fallen. Der Psalm erzählt davon, dass des Menschen Tage wie Gras wären, würde sich Gott nicht der Sterblichen annehmen. Da passt es, dass auch die Vertonung dieser Bibelverse des jüdischen Komponisten Louis Lewandowski, die der Europäische Synagogalchor vor rund 800 Besuchern in der Marktkirche intoniert, leise und kraftvoll zugleich klingt.

Seit Jahren organisiert Musikprofessor Andor Izsák, geboren 1944 im Getto von Budapest, dieses Konzert anlässlich des Holocaust-Gedenktages in der Marktkirche. Nico Miller und Martin Helge Lüssenhop spielen Orgel, neben dem Synagogalchor singen der Propsteichor St. Clemens und Solistin Susanne Avenarius, Propst Martin Tenge und Marktkirchenpastorin Hanna Kreisel-Liebermann sprechen kurze Gebete. So setzen Musiker und Besucher ein Zeichen zur Erinnerung an den Holocaust. Indem sie die Kultur wieder aufleben lassen, mit der jüdische Künstler einst Europa bereicherten, erinnern sie zugleich aber daran, dass diese Opfer nicht ausschließlich Opfer waren.

Landessuperintendentin Petra Bahr fordert in einer geistvollen Ansprache, das Gedenken lebendig zu halten: "Wir werden neue Formen der Erinnerung brauchen", mahnt die Theologin im Blick darauf, dass die letzten Zeitzeugen hoch betagt sind: Angesichts des Wandels der Seh- und Erzählgewohnheiten seien gute, sensible Ideen gefragt, um die Erinnerung wach zu halten. Bahr appellierte daran, diesen dunklen Teil des deutschen Erbes auch an Migranten ohne deutsche Familiengeschichte weiterzugeben.

Es ist ein unpathetisches, doch feierliches Gedenkkonzert. Ein Abend der leisen, aber kraftvollen Töne, bei dem es lauten Applaus erst ganz am Ende gibt.

Näher am Volk wollten sie sein, die Neu-Politiker der AfD. Stattdessen streiten sie wie die Kesselflicker um Mandate – und manche erschrecken vor der Arbeit in der Kommunalpolitik, meint Felix Harbart.

Felix Harbart 31.01.2017

Ein Auto hat am frühen Samstagmorgen in Hannover-Kleefeld angefangen zu brennen. Ersten Informationen zufolge griff das Feuer daraufhin auf drei weitere Fahrzeuge über. Die Brandursache ist noch unklar. 

29.01.2017

In einer Kampfabstimmung hat sich der 30-jährige Maximilian Oppelt gegen seinen Kontrahenten, den 74-jährigen Wilfried Lorenz durchgesetzt: Der Ratsherr tritt bei der Bundestagswahl im September für die CDU an. Er bekam 124 Stimmen, Lorenz 42.

Simon Benne 31.01.2017