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Stadt Hannover Andora will Hannoveraner mobilisieren
Aus der Region Stadt Hannover Andora will Hannoveraner mobilisieren
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00:18 26.03.2015
Von Volker Wiedersheim
Der Punk des Plakativen: Andora will Kunst an der Brücke – und überspannt den Bogen. Quelle: Florian Petrow
Hannover

Der Vorschlag vom zeitweilig in Hannover lebenden Pop-Art-Kosmopoliten Andora, den Raschplatz mit viel Farbe zu retten, wurde am Montag von der Stadt abgelehnt. Jetzt ist Andoras Wunsch: Die Öffentlichkeit möge begehren, wofür Verwaltung und Rat sich nicht recht begeistern können.

Aber will eine breite Öffentlichkeit dieses Projekt: Die Unterseite der Hochstraße über das städtebauliche Ödland des Raschplatzes soll von Projektoren mit bunten Bildern bestrahlt werden.

14 sollen es sein, sieben zu jeder Seite. Sie zeigen mehrere Motive von Andora. Und im zehnminütigen Wechsel solche von allen möglichen kunstbeflissenenen Hannoveranern, die in einem noch nicht präzise beschrieben Verfahren ausgewählt werden sollen.

Das klingt jetzt viel kleiner als die Idee, mit der Andora vor Monaten gestartet ist und die in gewissen Kreisen sogar einige Sympathie genoss. Da sollte allerdings noch die ganze Brücke grellgelb angestrichen und mit Pop-Art-Bildern zu einem Gesamtkunstwerk werden. Und das Bredero-Hochhaus gleich mit. Beides hätte sicher weltweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Hätte ...

96 könnte als Sponsor auftreten

Inzwischen hat die Bauverwaltung für die Brücke einen eher schlichten weinroten Anstrich an Rampen und Pfeilern avisiert. Oder irgendetwas mit Licht - das liegt noch etwas im Dunkeln. Und wo bleibt Andora? Wird hier etwas Geniales - oder einfach Schlimmeres verhindert?

Andora hat versichert, Sponsoren an der Hand zu haben. Er habe mit dem Fußball-Bundesligisten Hannover 96 darüber gesprochen, dass bei Freundschaftsspielen gegen Bayern München, Union Berlin, St. Pauli und den VfL Bochum Geld für das Projekt aufgebracht werden soll. Aber Kulturpolitiker wie SDP-Ratsfrau Belgin Zaman wollen das nicht für bare Münze nehmen. Immerhin: Die CDU ist dafür, wie Ratsherr Oliver Kiaman am Montag am Rande der Präsentation betonte.

Andora setzt auf Bürger

Weh dem, der unbedarft zwischen die Mühlsteine der Politik gerät. Aber genau da befindet sich Andora mit seiner Idee nun, und er kämpft derart dafür, dass der Vergleich mit Don Quichot sich aufdrängt. „Wenn wir uns auf die Politiker verlassen, werden wir ausgebootet. Diese Stadt gehört doch euch“, ruft er vom Podium im Pavillon und redet sich weiter in Rage: „Die Leute krepieren hier an Kulturarmut.“ Und dann fügt er mit Blick auf den vom Rat ins Spiel gebrachten Ideenwettbewerb für die Hochstraße noch dies an: „Die sind nicht sauber in der Birne. Die Politik - das ist Kaspertheater. Rot, schwarz, gelb, grün, das ist dem Bürger doch sch...egal.“

Nein, die Stimmung wird nun wohl nicht mehr zu Andoras Gunsten kippen im Rat. Da muss er schon auf die Bürger hoffen - die, die an Kulturarmut zu krepieren drohen. Und wenn doch nichts draus wird? Dann ist das Ganze trotzdem nichts weniger als - Andora selbst hat diesen Gedanken von Joseph Beuys eingeführt - eine soziale Skulptur. Da wird zum Kunstwerk, wie und wo sich die Gesellschaft Kunst leistet. Oder eben auch nicht.

Bei der Pegida-Demonstration Montagabend ist es nicht so ruhig zugegangen wie zuletzt bei vergleichbaren Kundgebungen. Statt der zuletzt knapp 20 standen in den Reihen der Islam-Gegner rund 50 Teilnehmer in aufgeheizter Stimmung den zahlenmäßig erneut überlegenen Pegida-Gegnern aus dem linken Spektrum gegenüber.

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