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Stadt Hannover Ersteigern Spekulanten das Ihmezentrum?
Aus der Region Stadt Hannover Ersteigern Spekulanten das Ihmezentrum?
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00:19 18.12.2014
Von Conrad von Meding
Anwohner haben Angst, dass das Ihmezentrum zum Spielball von Spekulanten verkommt. Quelle: dpa
Hannover

„Viele Leute haben jetzt Angst vor Spekulanten“, sagt Lindens Bezirksbürgermeister Jörg-Rainer Grube. Im Februar geht die Zwangsversteigerung der Gewerbeflächen im Ihme-Zentrum in die nächste Runde. Die Wertgrenzen sind gefallen, theoretisch kann die Großimmobilie für 1,8 Millionen Euro ersteigert werden, wenn das Gericht keine Verschleuderungsgrenze anordnet. Der geringe Preis könnte ein Einfallstor für Hasardeure sein, denen später das Geld für die nötigen Sanierungen ausgeht. Grube fordert daher , dass die Stadt handelt: „Ich halte es für zwingend geboten, dass die Stadt einen spekulativen Erwerb verhindert.“ Entweder müsse das Rathaus aktiv werden, oder es müsse eine „Allianz der hannoverschen Immobilienwirtschaft“ geben, die dem Gebäude eine Zukunft gibt.

2009 war eine Tochtergesellschaft des US-Fondsunternehmens Carlyle mit der Revitalisierung des Ihme-Zentrums in die Pleite gerutscht, seitdem bangen nicht nur die privaten Eigentümer Hunderter Wohnungen um die Zukunft des Gebäudekomplexes. Auch aus der Politik gab es immer wieder Forderungen, dass die Stadt als Investor einspringen und das Ihme-Zentrum aufmöbeln solle. Als Mieterin Tausender Quadratmeter hält sie ebenso wie die Stadtwerke dem Gebäude die Treue, damit zu den bisherigen Problemen nicht noch ein Leerstandsproblem hinzukommt. Von den Stadtwerken ist allerdings bekannt, dass sie nach Ablauf des Mietvertrags 2020 über einen Auszug nachdenken für den Fall, dass sich nicht kurzfristig etwa ändert im Gebäude.

Die Stadt hingegen soll dem Vernehmen nach eine Anwaltskanzlei beauftragt haben, mögliche Optionen im Umgang mit dem Ihme-Zentrum zu prüfen. Schon der ehemalige Oberbürgermeister Stephan Weil hatte von einem Architekturbüro Szenarien für eine Revitalisierung entwickeln lassen. Allerdings ist allen Beteiligten klar, dass ein Einstieg der Stadt einen dreistelligen Millionenbetrag und die Übernahme erheblicher wirtschaftlicher Risiken bedeuten würde. Stadtsprecher Andreas Möser wollte diese Spekulationen gestern nicht kommentieren. „Die Stadt prüft alle Varianten, um sauber abwägen zu können. Im Moment aber gibt es keinen neuen Sachstand“, sagte er knapp. Im zuständigen Bezirksrat Linden-Limmer hatten städtische Vertreter jüngst signalisiert, öffentlich nichts zu möglichen Strategien sagen zu wollen, weil jede Bemerkung potenziellen Spekulanten in die Hände spielen könne.

Termin erst am 25. Februar: Der Termin zur Zwangsversteigerung ist erst am 25. Februar, nicht am 18. Februar wie irrtümlich vermeldet. Darauf hat Richter Jens Buch vom Amtgericht gestern hingewiesen. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen. Die Versteigerung beginnt um 10 Uhr im großen Saal 3030.

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