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Stadt Hannover Aufregung um Asbestsäcke am Ärztehaus
Aus der Region Stadt Hannover Aufregung um Asbestsäcke am Ärztehaus
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12:55 27.06.2018
Der Abriss des Ärztehauses am Cityring wird derzeit vorbereitet. Hinter dem Bauzaun lagerten wochenlang die falsch deklarierten Säcke (links). Quelle: Fotos: Schaarschmidt/Privat
Hannover

Zu Dutzenden lagen beim Abriss des Ärztekammer-Hochhauses der am Cityring aufgerissene Säcke auf der Baustelle, die laut Aufdruck für krebsverursachende Asbestfasern deklariert waren. Anlieger waren tagelang in Sorge. Nach einer Anfrage der HAZ sind die Säcke am Dienstag entsorgt worden. Sie beinhalteten nach Aussage des eingeschalteten Gutachters aber keine Asbestabfälle.

Das Ärztehaus an der Berliner Allee, ein verspiegelter Stahlbetonbau aus den Sechzigerjahren, galt als schwerer Sanierungsfall: Dort sind zeittypisch Materialien mit Asbestfasern und Formaldehyd verbaut worden. Die Ärztekammer hat 2017 den Abriss beschlossen, er dauert bis zum Jahresende, anschließend soll ein Neubau nach Plänen der Berliner Architekten Grüntuch Ernst errichtet werden. Derzeit wird das Gebäude von innen entkernt, in Kürze startet der Abbau der Spiegelglasfassade, dann erfolgt der Abbruch.

Hinter der Baustellenwand zum Schiffgraben allerdings lagerten jetzt über mehrere Wochen sogenannte Bigpacks, luftdicht zu verschließende Kunststoffsäcke, die den Gefahrengutaufdruck für Asbest trugen. Nachbarn haben festgestellt, dass sie sämtlichst rissig und aufgeplatzt waren. „Wir machen uns große Sorgen um unsere Gesundheit“, sagt ein Anlieger.

Der von der Ärztekammer beauftragte Umweltgutachter Kurt Klimsa aus Potsdam allerdings gibt Entwarnung. „Mir sind die Säcke bereits bei einer Begehung aufgefallen und ich habe angeordnet, sie sehr kurzfristig zu entfernen“, sagt er. Er habe den Inhalt geprüft – es handele sich um sogenanntes Foamglas, einen Dämmstoff aus der Dachkonstruktion. „Es war kein Asbestmaterial in den Säcken.“ Solch ein Vorgang sei aber nicht korrekt, er habe das Thema mit der für den Abriss zuständigen Firma Hagedorn angesprochen. „Die Befindlichkeiten von Nachbarn sind nachvollziehbar, wenn dort angebliche Asbestsäcke ungeschützt liegen“, sagt Klimsa.

Offenbar wurden von den Mitarbeitern ausschließlich Säcke verwendet, die für Asbestmüll deklariert sind. Das sei „an Dämlichkeit kaum zu überbieten“, sagt Klimsa. Man müsse „zumindest die Markierung mit Sprühfarbe ungültig machen“. Laut Sanierungskonzept dürfe asbesthaltiger Abfall nur im Gebäude oder in geschlossenen Containern gelagert werden. „Diese Vorschrift wird eingehalten“, verspricht Klimsa.

Von Conrad von Meding

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