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Stadt Hannover Auktionshaus Kastern versteigert Bilder aus Bahlsen-Sammlung
Aus der Region Stadt Hannover Auktionshaus Kastern versteigert Bilder aus Bahlsen-Sammlung
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00:16 19.03.2019
„Ich kaufe heute viel“: Oliver Blume bietet bei der Versteigerung im Auktionshaus Kastern. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Oliver Blume ist vorbereitet. Das zeigen etliche Eselsohren im gut 400 Seiten dicken Auktionskatalog. Immer, wenn so eine Eselsohrseite an der Reihe ist, hebt er die Hand und streckt den Zettel mit der Bieternummer 424 in die Luft. Lässig überbietet er Gleichgesinnte im Saal und Bieter am Telefon. „Ich kaufe heute viel“, sagt der 53-Jährige. Damit ist er nicht allein.

1401 Gemälde, Skulpturen, Keramiken und andere Werke hat das Auktionshaus Kastern an der Baringstraße bei einer Versteigerung am Sonnabend angeboten, darunter auch 137 Bilder aus der Kunstsammlung Delta/Bahlsen. Denn Hermann Bahlsen war nicht nur Firmengründer und Erfinder des Leibniz-Kekses, sondern auch großer Kunstliebhaber. Er legte den Grundstein für die Kunstsammlung Delta/Bahlsen. So erwarb er etwa noch im Jahr 1918 das Ölgemälde „Mutter mit Kind (Orientalin mit Kind)“ von Franz Heckendorf in dessen Ausstellung in der Kestnergesellschaft. Für 6000 Euro hat das Werk nun einen neuen Besitzer gefunden.

70.000 Euro für eine Keramik

Die Frühjahrsauktion startete direkt mit einer stattlichen Summe und ordentlich Trubel: Die Mitarbeiter am Telefon gaben ein Gebot nach dem anderen weiter, schließlich vervielfachte sich die Summe von anfänglichen 20.000 auf 70.000 Euro. Damit hat der Höchstbietende die 274 mal 471 Zentimeter große Keramik „Song of a Migratory Bird“ der finnischen Künstlerin Rut Bryk erworben.

Auch über Kennerkreise hinaus bekannte Namen waren im Katalog zu finden, so wurden etwa drei Aquarelle des Expressionisten Karl Schmidt-Rottluff und Kupferstiche von Albrecht Dürer und Peter Paul Rubens versteigert. „Wir haben diesmal sehr hochwertige und seltene Dinge“, sagt Geschäftsführerin Margitta Kastern. Zum ersten Mal versteigerte das Haus Bilder aus der Bahlsen-Sammlung. Der Kontakt zur Bahlsen-Familie sei über ihre Tochter Christina Kastern-Benatzky entstanden, sagt Kastern.

Motive mit Hannover-Bezug

Der Bezug der Keks-Firma zur Stadt Hannover wird in der Kunstsammlung deutlich. Mehrere Arbeiten zeigen hannoversche Motive wie das Leibnizhaus, die Schmiedestraße und das Galeriegebäude Herrenhausen. Nicht für alle Werke müssen die Bieter so tief in die Tasche greifen, manche Mindestgebote liegen auch schon bei 20 Euro.

Für Oliver Blume darf es aber auch etwas teurer sein. Der Unternehmer setzt sich ein Limit von 30.000 Euro, um seine private Sammlung zu erweitern. „Ich komme sehr gerne her, schon seit 25 Jahren“, sagte der Kirchröder, auch seine Kinder habe er immer mitgebracht, seit sie klein sind. Mit seiner Frau habe er außerdem eine Abmachung, immer auch hannoversche Werke zu ersteigern. Dafür war die Bahlsen-Auktion ja bestens geeignet.

Werke, die nicht ersteigert wurden, sind ab Montag im Freiverkauf im Auktionshaus erhältlich. Die nächste Auktion findet dort am Sonnabend, 25. Mai, ab 11 Uhr statt. Einlieferungen sind noch bis Mitte April möglich.

Teurer als bei Sotheby´s: Das ist das Auktionshaus Kastern

Immer wieder macht das hannoversche Auktionshaus Kastern mit spektakulären Versteigerungen Schlagzeilen. So wurde etwa 2001 das Merzbild 5a „Spielkartenharmonika“ von Kurt Schwitters zum Rekordpreis von umgerechnet etwa 335 000 Euro im Auktionshaus Kastern versteigert – bei einer erneuten Auktion 2005 beim bekannten Mitbewerber Sotheby´s erzielte das Werk nur einen geringeren Preis. 2003 wurde ein bis dahin unbekannter Spitzweg für 320 000 Euro auktioniert, 2007 ließ Gerhard Schröders ehemalige Ehefrau Hiltrud Schwetje Teile der gemeinsam erworbenen Kunstsammlung versteigern. Gelegentlich gibt es auch öffentliche Erregung. Im September 2007 stoppte das Haus nach viel öffentlichen Protest eine rechtlich zulässige Versteigerung von Orden und Waffen aus der NS-Zeit. Den Kastern-Kunst- und Antiquitätenkaufmann Florian Meyer übrigens kann man regelmäßig in der „ZDF“-Reihe Bares für Bares sehen.

Von Johanna Stein

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