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Stadt Hannover Das ist das sozialste Unternehmen Hannovers
Aus der Region Stadt Hannover Das ist das sozialste Unternehmen Hannovers
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06:42 26.01.2017
Von Conrad von Meding
Mit Preis auf der Baustelle Am Lindener Berge: Lorenz (li.) und Peter Hansen. Quelle: Florian Petrow
Hannover

Für das Engagement hat Gundlach jetzt von der Bundesregierung den ersten Preis im Wettbewerb um faire und nachhaltige Unternehmenskultur (CSR) erhalten.

CSR ist Thema in vielen Firmen

Das sperrige Kürzel steht für „Corporate Social Responsibility“ und ist inzwischen in vielen Firmen ein Schlagwort, wenn es um eine soziale und nachhaltige Unternehmensphilosophie geht. „Die Auszeichnung ist eine große Ehre, aber auch eine tolle Bestätigung“, sagt Geschäftsführer Lorenz Hansen. Der 42-Jährige leitet die Firma in fünfter Generation und hat den Preis mit seinem Vater Peter Hansen (77) entgegengenommen. Gundlach ist mit 190 Mitarbeitern erster Preisträger in der Kategorie der Kleinfirmen; die anderen ersten Plätze gingen an die Großunternehmen Grohe, Rapunzel Naturkost und Naturkosmetik Weleda.

Peter Hansen hatte beim Generationswechsel in den Siebzigerjahren zusammen mit seiner damaligen Frau Ursula erstmals begonnen, gezielt soziale Projekte zu fördern. „Wir hatten privat viele Kontakte zu Sozial- und Kultureinrichtungen und haben unsere Gesellschafterfunktion bei Gundlach dafür genutzt, um Wohnraum für diejenigen zur Verfügung zu stellen, die es auf dem Markt schwer haben“, sagt Peter Hansen. Er entwickelte in den Achtzigerjahren das „Partnermodell“: Gundlach baut Wohnungen für soziale Nutzungen, Partnerfirmen wie etwa die Diakonie betreiben sie. 174 von insgesamt rund 3500 Gundlach-Wohnungen werden so etwa für Haftentlassene und Filmschaffende, für Jugendliche und für von Gewalt betroffene Frauen genutzt.

„Partner der Stadt sein“

Lorenz Hansen setzt die soziale Ausrichtung fort, hat aber die Schwerpunkte etwas verschoben: Projekte werden inzwischen mit der Belegschaft abgestimmt. So wurden jüngst Mitarbeiter freigestellt, um handwerklich an einer Flüchtlingsunterkunft zu arbeiten. Auch über die Inhalte der Förderung wird gemeinsam beschlossen. Für das Unternehmen zahle sich das Engagement aus. „Die Mitarbeiterzufriedenheit wächst, und auch bei der Rekrutierung von guten Mitarbeitern spielt es inzwischen eine Rolle.“

Jüngstes Projekt ist der Umbau des ehemaligen evangelischen Jugendzentrums Am Lindener Berge. In dem sanierungsbedürftigen Gebäude lässt Gundlach 21 Kleinwohnungen für Obdachlose und vier Studenten-WGs errichten, Partner ist die Soziale Wohnraumhilfe. Erneut sollen so die profitieren, die auf dem Markt wenige Chancen haben. „Als Unternehmen“, sagt Lorenz Hansen, „wollen wir in gutem Sinne ein Partner der gesamten Stadt sein.“

Während die Stadt ihr „Zweites Rathaus“ auf dem Schützenplatz baut, residiert das Kfz-Amt mittlerweile in Groß-Buchholz. Der Umzug der komplexen Behörde scheint geglückt zu sein: Kunden und Mitarbeiter sind bisher zufrieden.

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