Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Hannover „Jeder wird so angenommen, wie er ist“
Aus der Region Stadt Hannover „Jeder wird so angenommen, wie er ist“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:53 21.03.2017
Von Saskia Döhner
„Eine großartige Schule“: Stephan Buntrock vom Down-Syndrom-Center überreicht den nationalen Preis an Rektorin Alexandra Vanin. Quelle: (Alexander Körner)
Hannover

„Dies ist ein großes Lob für eine großartige Schule“, sagte Stephan Buntrock vom Down-Syndrom-Center Hannover, als er die Auszeichnung überreichte. An der Grundschule würden Kinder individuell gefördert und gefordert, Hochbegabte wie Schüler mit Handicap. Ausgrenzung gebe es nicht. „Menschen mit Beeinträchtigungen haben laut UN-Behindertenrechtskonvention ein Recht auf gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft“, sagte Buntrock. Dieses Recht gebe es aber vor allem auf dem Papier: „In den Köpfen der Menschen muss sich noch ganz viel ändern.“

An der Otfried-Preußler-Schule haben laut Leiterin Alexandra Vanin 30 der insgesamt 362 Kinder eine Beeinträchtigung, davon hätten zehn das Down-Syndrom. „Jeder ist anders“, sagte Vanin bei der Preisverleihung. „Ein Kind ist sonnig und fröhlich, ein anderes wild, ein drittes leise, mancher braucht für Aufgaben länger, ein anderer kürzer.“ Wichtig sei es, dass jeder Schüler vorbehaltlos so angenommen werde, wie er sei. „Jeder darf so bleiben, wie er ist, genauso bunt, wie ihr seid, genauso bunt wollen wir euch haben“, sagte die Rektorin in Richtung der Erst- bis Viertklässler in der Turnhalle.

„Schule kann ein schöner Ort sein“, sagte Hannovers Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski. An der Otfried-Preußler-Schule sei das der Fall. Dies sei nicht nur den Kindern zu verdanken, sondern auch den „ungewöhnlichen Erwachsenen“, die dort arbeiteten. „Man könnte denken, es sei normal, so miteinander umzugehen, wie ihr das tut, aber es ist leider noch nicht normal“, betonte Rzyski. An der Südstädter Grundschule würden die Mitarbeiter nicht sagen, was nicht geht, sondern eher fragen, warum etwas nicht gehen sollte.

Buntrock vom Down-Syndrom-Center kritisierte die Aussage, dass Inklusion ihre Grenzen habe. Inklusion sei ein Menschenrecht, und man sage ja auch nicht, dass Menschenrechte ihre Grenzen hätten. Es gehe nicht um Gleichmacherei, sondern um Gleichberechtigung und Chancengleichheit für Kinder mit Behinderungen. An einer Regelschule könnten sie besser lernen als an einer Förderschule.

Seit 2013 haben Eltern in Niedersachsen die Wahl, ob sie ihr Kind zu einer Förder- oder einer Regelschule schicken, es sei denn, sie haben ein Kind mit Lernproblemen, denn diese Förderschulen laufen aus. Rund 60 Prozent der Eltern, die ein behindertes Kind in den Jahrgängen 1 bis 8 haben, hatten zuletzt eine Regelschule gewählt.

Die Stadt Hannover soll in Form eines Modellprojekts eine Beratungs- und Abgabestelle für Cannabis einrichten und den Betrieb dem örtlichen „Cannabis Social Club“ übertragen. Das fordert die Fraktion, ratspolitischer Arm der Satirepartei Die Partei, in einem durchaus ernst gemeinten Antrag.

Bernd Haase 21.03.2017

Das Regionsklinikum erhält von der Stadt Lehrte keinen Nachlass bei der Straßenausbausatzung. Daher muss das Klinikum 772 000 Euro für den Ausbau der Manskestraße, an der das Krankenhaus Lehrte liegt, zahlen. Erste Berechnungen der Stadt lagen deutlich niedriger.

21.03.2017

Der neue HAZ-Schreibwettbewerb für Schüler der Region Hannover geht in die finale Phase. Täglich erreichen die Redaktion derzeit mehrere Beiträge zum aktuellen Thema „Neustart“. Es kamen aber auch Mails, in denen Schüler um mehr Zeit bitten.

21.03.2017