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Stadt Hannover Wie soll das Auto nur in die Parklücke passen?
Aus der Region Stadt Hannover Wie soll das Auto nur in die Parklücke passen?
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00:17 15.12.2016
Von Mathias Klein
Passt nicht: In der Tiefgarage am Raschplatz sind die Buchten 2,10 Meter breit - zu wenig für den von Spiegel zu Spiegel 1,9 Meter breiten Audi A3. Quelle: Villegas
Hannover

Jetzt geht gar nichts mehr. Wir sitzen in der Falle. Eigentlich hätte ich gewarnt sein müssen, schon das Einbiegen war schwer. Weil auch im Abzweig vom Sonnenweg in die Heinrich-Stamme-Straße breite Autos stehen, muss ich den kompakten Mittelklassewagen ganz vorsichtig um die Kurve steuern.

Gemeinsam mit HAZ-Fotograf Irving Villegas bin ich unterwegs in Hannover. Wir suchen die Stellen, an denen es für die Autos zu eng geworden ist, weil die Wagen immer breiter geworden sind. Nach Angaben der Polizei sind allein in den vergangenen 15 Jahren die Autos durchschnittlich um 15 Zentimeter breiter geworden. Und das betrifft nicht nur die großen Wagen. Es führt dazu, dass die Fahrspuren immer enger werden und auch zahlreiche Parkbuchten einfach nicht mehr ausreichen. Vor wenigen Tagen sah sich die Polizei sogar gezwungen, in der eigentlich gar nicht so schmalen Marienstraße mit einer Plakatkampagne vor abgefahrenen Außenspiegeln parkender Autos zu warnen.

Warnung vor Spiegel-Schäden

Als das HAZ-Auto dann in die Straße rollt, geht es vorsichtig weiter,wegen der parkenden Autos ist links und rechts nur sehr wenig Platz. Und nicht alle Autos stehen direkt an der Bordsteinkante. Da kann es an einigen Stellen noch enger werden. Und dann ist die Fahrt zu Ende: Weil in der Stolzestraße gebaut wird, stehen wir plötzlich an einer Absperrung. Beim Gedanken, die ganze Strecke wieder rückwärts zu fahren, beginne ich zu schwitzen. Ich denke laut. Wär schon blöd, das Auto mit Schrammen oder abgefahrenem Spiegel wieder abzugeben. Mein Beifahrer hält sich raus, er sagt einfach gar nichts. Das ist mein Problem. Eine Garageneinfahrt ist frei, ich probiere mein Glück und versuche, zu wenden. Das ist nicht so einfach, weil die geparkten Autos das Wendemanöver vorn, hinten und an der Seite behindern. Glücklicherweise sind wir mit Elektroantrieb unterwegs, dadurch hält sich die Belästigung der Anwohner in Grenzen.

Ein paar Meter weiter stoppen wir in der Großen Düwelstraße. Hier steht ein BMW X5 am Straßenrand, vorschriftsgemäß abgestellt, in einer auf der Fahrbahn aufgezeichneten Parkbox. Der Parkstreifen ist 1,70 Meter breit. Der BMW steht ganz dicht am Bordstein und ragt dennoch weit über die aufgezeichnete Begrenzung hinaus. Aber nicht nur der SUV (Sport Utility Vehicle) hat ein Problem, auch unser Kleinwagen mit 1,90 Meter Breite von Spiegel zu Spiegel würde hier zentimeterweit in die Straße ragen.

Bevor wir uns auf den Weg in Parkhäuser machen, messe ich noch die Breite der Parkbuchten am Fachmarktzentrum An der Weide (Südstadt). 2,75 Meter sind die einzelnen Boxen breit, da können Kinder auch schon mal schwungvoll die hintere Tür aufstoßen.

In der Tiefgarage am Raschplatz sind die Lücken besonders eng: 2,10 Meter. Dennoch ist das erste Untergeschoss an diesem frühen Nachmittag gut gefüllt. Kunden berichten, dass sie die Tiefgarage vor allem wegen der niedrigen Preise mögen. „Die Parklücken sind aber eine Katastrophe“, sagt ein Mann, der seinen Golf nur mit mehrmaligem Vor- und Zurücksetzen in eine Parklücke bugsieren kann. Sein Tipp: „Man muss hier wechselseitig parken, also einer vorwärts rein, der andere rückwärts rein. Dann bekommt wenigstens der Fahrer seine Tür auf.“

Ich nehme die nächste freie Parklücke. Im ersten Anlauf klappt es trotz des kleinen Wendekreises nicht. Als ich schließlicheingeparkt habe, sind wir gefangen. Die Türen lassen sich zwar ein paar Zentimeter öffnen, aber weder der Beifahrer noch ich können aussteigen. Ähnlich passiert es mir auch immer wieder vor dem Rathaus: In den engen Parkbuchten ist das Aussteigen oft nur mit Körperverrenkungen möglich.

Aussteigen nur mit Verrenkung

Eine Autofahrerin aus Südniedersachsen hat in der Raschplatz-Tiefgarage während eines Gerichtstermins ihren S-Klasse-Mercedes etwas unkonventionell so abgestellt, dass er gleich auf zwei Parkplätzen steht. Der Wagen ist mit 2,13 Meter nicht nur besonders breit, er hat auch einen großen Wendekreis. „Das ist hier so eng, dass ich gar nicht in eine einzelne Parklücke reinsteuern könnte“, berichtet sie. „Die Parkplätze sind generell zu klein, gerade mit diesem Auto“, sagt die Autofahrerin.

Louis Holtzmann sieht das ganz anders. „Da, wo ich hin will, da komme ich hin.“ Er ist mit seinem VW Amarok jedes Jahr 30.000 Kilometer unterwegs. „Ich weiß, wo jede Ecke ist.“ Jetzt steht der 20-Jährige mit seinem weißen Wagen im Parkhaus der Ernst-August-Galerie neben einem Audi A6 – da wird es selbst hier beim Aussteigen eng. 23 Zentimeter breiter sind die gemessenen Parkplätze im Parkhaus des Einkaufszentrums – und auch dementsprechend beliebt.

Noch breiter sind die Parkboxen in den in der Nähe gelegenen Parkhäusern Mehlstraße und Andreaestraße – wenn man dort erst einmal hereingekommen ist. 2,40 Meter messen die Boxen in der Andreaestraße, sogar 2,46 Meter in der Mehlstraße. Bei der Einfahrt in der Andreaestraße kommt erst einmal eine 90-Grad-Kurve, ziemlich eng. Der kleine Audi stößt ein- oder zweimal quietschend an die Kanten der Bordsteine. Bei einem Auto mit längerem Radstand könnte die Einfahrt unangenehm werden.

Das Parkhaus Mehlstraße hat zwar die breitesten Stellplätze aller an diesem Tag ausprobierten Parkhäuser. Dennoch gibt es hier viele Boxen, die an breiten Säulen und Mauern enden. Die Folge davon ist, dass längere Autos zu weit aus den Parkboxen herausragen, sonst ließen sich die Türen nicht öffnen.

Geradezu luxuriöse Zustände herrschen in der Tiefgarage Opernplatz. Dort gibt es einige XXL-Parkplätze für extra breite Autos. Diese sind 2,90 Meter breit, im Gegensatz zu der üblichen Breite am Opernplatz von 2,25 Metern. Auf den XXL-Plätzen stehen an diesem Nachmittag auch wirklich große Autos, wie ein 7er BMW, ein T6 und ein japanischer SUV. Und dann kurze Zeit ein Audi A3. Macht wirklich Spaß hier: Ein- und Ausparken ohne mehrmals hin- und herzukurbeln.

Nachgefragt bei Karsten Klaus,
Chef des Parkhausbetreibers Hanova

„Parkboxen sind für Käfer und Golf 1 angelegt“

Herr Klaus, sind die Autos zu breit oder die Parklücken zu schmal?

Die Parkboxen sind ursprünglich mal für Autos wie einen VW-Käfer oder einen Golf 1 angelegt worden. Aber die Autos sind im Laufe der Jahre immer breiter geworden.

Können Sie denn die einzelnen Parkplätze nicht verbreitern?

Das ist nicht so einfach. Aber wir haben das schon gemacht, in den sanierten Parkhäusern wie der Tiefgarage Opernhaus oder in der Windmühlenstraße. Es ist aber so, dass man sich an die Stützen halten muss. In der Tiefgarage Raschplatz haben wir derzeit drei Parkplätze zwischen den Stützen. Wenn man dort überall zwei Parkplätze daraus machen würde, verlieren wir viele Parkplätze. Aber im nächsten Jahr wird die Tiefgarage saniert, da werden wir dann auch dort breitere Parkplätze anlegen.

Was raten sie denn Autofahrern, die Probleme mit den schmalen Stellplätzen haben?

Wie gesagt, es gibt schon die XXL-Parkplätze. Es ist außerdem immer besser, sich im Parkhaus oder in einer Tiefgarage die Bereiche zu suchen, die nicht so stark frequentiert sind. Das wäre zum Beispiel im Raschplatz die zweite Parkebene. Dort ist ausreichend Platz, dass nebenan eine Stellfläche frei bleibt. Wenn ein Auto neben dem anderen steht, ist es sinnvoll immer andersherum zu parken. Also ein Auto fährt vorwärts rein, das nächste rückwärts. So bleibt ausreichend Platz, um an der Fahrerseite aussteigen zu können.

Interview: Mathias Klein

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