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Stadt Hannover Bank-Angestellter soll Überfall eingefädelt haben
Aus der Region Stadt Hannover Bank-Angestellter soll Überfall eingefädelt haben
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00:15 15.01.2017
In den Überfall auf die Santander-Bank in Vahrenwald soll ein Angestellter der Bank verwickelt sein. Quelle: Elsner/Archiv
Hannover

Ein halbes Jahr nach dem spektakulären Überfall auf die Filiale der Santander Bank an der Vahrenwalder Straße hat die Polizei zwei Tatverdächtige festgenommen. Wie Oberstaatsanwalt Thomas Klinge auf Anfrage der HAZ mitteilte, sitzen der mutmaßliche Räuber und ein Komplize seit Anfang Dezember in Haft, kurz vor den Feiertagen sei Anklage erhoben worden. Von der Beute in Höhe von 367 500 Euro fehlt jede Spur.

Der mutmaßliche Haupttäter ist 32 Jahre alt, stammt aus dem Iran und lebte zur Tatzeit in Hemmingen. Sein ebenfalls 32 Jahre alter Komplize ist Hannoveraner. Angeklagt werden sie nun wegen gemeinschaftlich begangenen besonders schweren Raubes mit Waffen. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass die beiden den Überfall auf die Bank gemeinsam geplant haben. Denn der Ablauf der Tat ließ schon damals darauf schließen, dass die Filiale an der Ecke zur Rosenbergstraße gezielt ausgesucht worden war.

Matthias Waldraff, Rechtsanwalt des Filialleiters, weist die Anschuldigungen gegen seinen Mandanten zurück. „Es gibt keine harten, belastenden Beweise, die Anklage beruht lediglich auf Indizien und Vermutungen“, sagt der Strafverteidiger.

Am 22. Juni gegen 8.30 Uhr überfiel ein Mann – bei ihm soll es sich um den Iraner handeln – die Bank und drängte einen Mitarbeiter mit vorgehaltener Schusswaffe in die Räume. Dann zwang er ihn, den Sicherheitscode zum Tresor einzugeben.

Der Filialleiter, der mit dem Räuber gemeinsame Sache gemacht haben soll, hielt sich ebenfalls in der Bank auf. Auch er wurde von dem Täter bedroht und gezwungen, eine Zahlenkombination einzutippen. Ein dritter Komplize soll sich ebenfalls in den Geschäftsräumen aufgehalten haben. Seine genaue Rolle ist noch unklar. Der Iraner und der dritte Mann flüchteten zu Fuß mit dem sechsstelligen Bargeldbetrag. Der Filialleiter blieb in der Bank zurück. Die Polizei leitete eine Großfahndung ein und kreiste auch mit dem Hubschrauber über dem Gebiet um die Filiale, doch die Täter blieben verschwunden.

Wie die Polizei den Männern schließlich auf die Spur kam, dazu schweigt Klinge aus ermittlungstaktischen Gründen. „Es hat umfangreiche Ermittlungen gegeben, bei denen auch technische Methoden angewandt wurden“, sagt Klinge. Diese hätten schließlich zu den beiden Verdächtigen geführt.

Am 5. Dezember griff die Polizei zu und nahm die beiden Männer fest. Seitdem sitzen sie in Untersuchungshaft. Rechtsanwalt Matthias Waldraff wirft der Staatsanwaltschaft „einseitige Ermittlungen“ vor. „Mein Mandant hat mit dem Bankraub nichts zu tun, das werden wir in der Hauptverhandlung Stück für Stück belegen“, sagt der Jurist.
Einen Termin für den Prozessauftakt vor der 18. Großen Strafkammer gibt es noch nicht.     

Von Isabel Christian und Tobias Morchner

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