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Stadt Hannover Was machen die Castingstars aus Hannover heute?
Aus der Region Stadt Hannover Was machen die Castingstars aus Hannover heute?
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00:16 16.12.2016
Natascha Bell war vor fünf Jahren bei „The Voice of Germany“ dabei. Quelle: Irving Villegas
Hannover

Meistens verschwinden die Castingstars kurz nach ihrem Ausstieg aus der Sendung von der Bildfläche. Nach dem steilen Aufstieg folgt der tiefe Fall - und für manchen eine harte, schmerzhafte Landung.

Singen auf Hochzeiten statt vor Millionenpublikum - ein Szenario, dem Leon Braje gelassen entgegensieht. Erst kürzlich schied der Ronnenberger bei der Gesangs-Castingshow „The Voice of Germany“ aus. Doch der 20-Jährige sieht das locker: Er konzentriere sich jetzt auf sein Chemie-Studium und trete abends in kleinen Bars auf. „Ich bin froh über die Tipps und das gelernte Handwerkszeug, aber jetzt will ich die Sache langsam angehen lassen“, sagt Braje. Sein Hauptaugenmerk liege nun auf der Uni. „Und auch da nützt mir die Bühnenerfahrung was“, sagt er. Zum einen, weil er dank der Auftritte viele neue Menschen kennengelernt habe und so offener geworden sei, zum anderen sei er bei seinen Vorträgen und Referaten jetzt auch viel selbstbewusster. Wer im Fernsehen singt, der kann auch in einem vollen Vorlesungssaal ganz entspannt sprechen.

Wie es für ihn mit der Karriere weitergehen soll, das weiß der 20-Jährige noch nicht. „Ich denke, irgendwann muss ich mich entscheiden: Musik oder Uni. Aber noch kriege ich beides unter einen Hut.“ Derzeit arbeite er viel an den Songs seiner neuen Band Quintessence, die er mit Freunden aus der gesamten Region gegründet hat. „Nach der Zeit als Solokünstler freue ich mich auf fette Projekte mit mehreren Leuten“, sagt Braje. In diesem Monat hat Leon noch zwei Auftritte in Hannover: Am 17. Dezember ist er um 20.45 Uhr im Kulturpalast Linden (Deisterstraße 24) zu hören. Am 22. Dezember singt Braje ab 20 Uhr im Ihmerauschen (Am Küchengarten 13a).

Und was wurde aus anderen Kandidaten? Vier von ihnen erzählen hier, wie es für sie weiterging, als längst andere im Rampenlicht standen:

„Ich würde das heute wahrscheinlich nicht noch mal machen“, sagt Natascha Bell, bei der Gesangs-Castingshow „The Voice of Germany“ vor fünf Jahren noch mit roter Rasta-Mähne auf der Bühne. „Ich habe mich gefühlt, als müsse ich einen Gang zurückschrauben“, sagt sie. Ihre eigene Musik habe sie im TV nicht weiterentwickeln können. Heute ist sie froh, dass sie ihr Gesangsstudium beendet hat, musikalisch vorangekommen ist und noch immer regelmäßig auftritt. Nun zwar nicht mehr vor einem Millionenpublikum, aber immerhin sei sie sich selbst treu geblieben. Ein anderer Job kommt für sie nicht infrage. „Ich unterrichte noch Gesang, das ist mein Plan B“, sagt die 27-Jährige, die mittlerweile zwei Alben veröffentlicht hat und nun mit neuer Band in Berlin durchstarten will. Wer Natascha Bell live sehen will, der hat am Freitag, 16. Dezember, Gelegenheit dazu. Dann tritt Bell gemeinsam mit Sängerin Elin Bell im Café Tabor (Hildesheimer Straße 32) auf. 

Tabea Elkarra singt heute auf Hochzeiten

Tabea Elkarra hat sich gleich zweimal bei „The Voice of Germany“ beworben. Beim ersten Anlauf hat es nicht geklappt. 2013 durfte die gebürtige Großburgwedelerin vor einem Millionenpublikum im Fernsehen singen. Seit sie 15 Jahre alt ist, schreibt Elkarra selber Songs und steht auf der Bühne. Heute ist die 29-Jährige Vollzeitmusikerin und lebt in Berlin. Um ihr Hobby zum Beruf machen zu können, hat sie zuvor Popular music an der Musikhochschule in Hannover studiert. Derzeit arbeitet die Sängerin und Pianistin am ersten Album. Zudem gibt sie verschiedenen Sängern, Schauspielern und Künstlern Gesangsunterricht. Als Solokünstlerin singt Elkarra einstweilen jedoch nicht mehr vor Millionen Zuschauern, sondern auf Hochzeiten und anderen Festen. Bewerbung und Teilnahme bei „The Voice ...“ haben sich dennoch gelohnt: „Für meinen Beruf konnte ich von dem Auftritt bei der Show viel mitnehmen.“ 

Das Duo Piti lebt von seinen Auftritten

Als Duo Piti haben Timo Gödeke und Pierre Büchner (beide 23) 2015 die Tanz-Sendung „Got to Dance“ (Pro7) gewonnen. Seither hat sich für die Hannoveraner viel verändert. „Wir schreiben Autogramme, bekommen Fanpost und werden um Interviews gebeten“, sagt Büchner. „Das ist eine ganz andere Liga.“ Mit einem betont akrobatischen Tanzstil hatten die beiden überzeugt. Wobei die Akrobatik für sie nichts Neues war. Bereits seit mehreren Jahren sind sie beim Feuerwerk der Turnkunst dabei. Das Tanzen mussten sie sich schnell antrainieren. Es hat sich offenbar gelohnt. Seit dem TV-Auftritt können sie von den Auftritten leben. „Eigentlich hatten wir befürchtet, dass nach einem Jahr Flaute ist. Aber noch sind wir gefragt“, sagt Büchner. Trotz der vielen Auftritte steht das Duo fest im Leben: Beide arbeiten als Bürokaufmann und studieren nebenbei Business Administration. „Auf der Sportschiene braucht man einfach einen Plan B“, sagt Büchner. 

Katja Runiello hat ihren eigenen Koch-Blog

Bei der RTL-Datingshow „Der Bachelor“ buhlte Katja Runiello vor vier Jahren um die Gunst von Paul Janke. Sie fiel dabei vor allem durch viel nackte Haut und derbe Sprüche auf. Ihre Zeit bei der Castingshow hat der 31-Jährigen, die zehn Jahre lang in Hannover lebte, viele Negativschlagzeilen beschert, der Boulevard nannte sie billig, falsch, mediengeil. Ihr mache das nichts mehr aus. Sagt sie. „Die Sendung war mein Sprungbrett. Ich habe polarisiert und so für einen riesen Shitstorm gesorgt.“ Heute spreche darüber keiner mehr. Über ihre Tätigkeit als Model und Schauspielerin allerdings auch nicht. Nun versucht sie, hinter den Kulissen der Glitzerwelt Fuß zu fassen. Runiello hat ihre eigene Modelagentur, KR-Models, gegründet. Sie lebt jetzt in Hamburg. Und sie hat einen neuen Koch-Blog, mit dem sie doch wieder etwas präsenter werden möchte. „Kochen ist mein neues Hobby“, sagt Runiello, „und kochende Models gibt es ja kaum.“ 

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