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Stadt Hannover Ex-Furys feiern mit Bedürftigen fürstliches Fest
Aus der Region Stadt Hannover Ex-Furys feiern mit Bedürftigen fürstliches Fest
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00:15 17.12.2014
Von Saskia Döhner
Ex-Fury Christof Stein-Schneider servierte seinen Gästen Gänsekeule mit Rotkraut und Knödeln. Quelle: Christian Behrens
Hannover

Frank Spangenberg lässt sich die Haare schneiden. Sein letzter Friseurbesuch liege schon eine Weile zurück, sagt der 55-Jährige. Er wohnt im Werkheim an der Büttnerstraße, einer Unterkunft für Obdachlose. Wer täglich ums Überleben kämpft, für den sind Friseurbesuche Luxus.

Ein bisschen Luxus ist es auch, den sich die knapp 1000 Gäste, darunter etwa 350 Kinder, am Sonntagnachmittag im Hannover Congress Centrum gönnen. Sie feiern Weihnachten – mit einem Festessen, Musik und Geschenken. Seit drei Jahren gibt es die „Weihnachtsfeier für Obdachlose und Bedürftige“. Und dieses Mal sind so viele gekommen wie noch nie. Rund 250 ehrenamtliche Helfer, darunter allein rund 80 HCC-Mitarbeiter, lassen den Tag für viele unvergesslich werden. „An Weihnachten muss man für die Gesellschaft etwas Gutes tun und denen helfen, die sonst nie hier sind“, sagt HCC-Direktor Joachim König. Die einen spenden ihre Arbeitszeit, die anderen Essen, Getränke, Kleidung, Spielsachen oder Hundefutter.

Eigens engagierte Hundetrainer betreuen die Hunde, während Herrchen und Frauchen drinnen an festlich dekorierten Tischen speisen. Allerdings nutzen nur fünf Hundesbesitzer dieses Angebot, die Tüten mit Futter finden hingegen reißenden Absatz. Genauso wie die gespendeten Hosen, Jacken und Mäntel. Viele Gäste verlassen am Abend dick bepackt das HCC.

„Es ist einfach schön, einmal raus zu kommen und unter Menschen zu sein“, sagt eine Mittfünfzigerin aus Garbsen mit russischem Akzent. „Ich kenne zwei Frauen, die vor Kurzem gestorben sind – an Einsamkeit.“ Sie schluckt. Eine Frau aus der Südstadt ist schon zum zweiten Mal dabei: „Das ist ein richtig schönes Fest – wie echtes Weihnachten eben.“ Sie spricht leise, ihren Namen will sie lieber nicht nennen. Auch wenn sie gerne gekommen sei. „Man muss ja nicht unbedingt wissen, dass ich hier bin.“

Frank Spangenberg und Oliver Wrobel aus dem Werkheim in der Büttnerstraße freuen sich vor allem auf das kulturelle Beiprogramm zu Ente und Bratapfel: „Wir lassen uns überraschen“, meint Wrobel. Mary Roos singt, mit blondem Pagenkopf und wild gemustertem Blazer. „Die habe ich früher in meiner Heimatstadt schon mal gesehen“, sagt Spangenberg. Im Publikum sitzen viele Fans der Schlagersängerin.
Hannoversche Lokalgrößen wie Kabarettist Matthias Brodowy und Radiomoderator Ecki Stieg stehen auf der Bühne und servieren auch das Festmenü. Hier packt jeder mit an. Neben der Band von Ex-Fury-in-the Slaughterhouse-Schlagzeuger Rainer Schumann treten auch die „Wohnraumhelden“ und „Die fabelhaften Mendocinos“ mit James Holm auf.

Während in einem Saal die Erwachsenen „Ich war noch niemals in New York“ summen, zaubert im anderen Raum Cody Stone Kindern etwas vor. Der achtjährige David von der Wilhelm-Busch-Grundschule in Oberricklingen gefällt der Trick mit dem schwebenden Tisch am besten. „Ich kann jetzt Fingerabdrücke nehmen“, sagt er stolz und hält eine Kiste mit dem entsprechenden Equipment hoch.

„Zu Hause feiern wir kein Weihnachten“, sagt Victory, die noch zwei Schwestern und einen kleinen Bruder hat. Die Sechsjährige fügt hinzu: „Meine Mutter wollte eigentlich einen Baum kaufen, aber dann hatte sie kein Geld mehr.“ Mitschülerin Nikola berichtet, dass sie über Weihnachten zu den Großeltern nach Polen fährt: „Die haben einen Weihnachtsbaum.“ Victory sagt: „Meine Großeltern leben in Ghana, aber da war ich noch nie.“
Für die Kinder gibt es neben Zaubertricks, Festessen (Nudeln und Schokoladeneis) auch Kinderschminken und Basteln. Paulina Jürgensmann, 20, hilft am Maltisch. Für die  Künstlerin aus der Nordstadt ist das Ehrensache: „Weihnachten muss man etwas zurückgeben.“

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